Review: Tea with the Dames

Vier alte Damen treffen sich auf ein Tässchen Tee und plaudern über längst Vergangenes – klingt… gähn? Nicht, wenn es sich bei den vier Dames um Judi Dench, Maggie Smith, Eileen Atkins und Joan Plowright handelt, dachte sich Regisseur Roger Michell (Notting Hill). Das Ergebnis ist Tea with the Dames, kommt am 25. April in die Kinos, und ob Michells Idee eine gute war: hier unser Review.

Die vier außergewöhnlichen Freundinnen treffen sich seit mehr als 50 Jahren immer wieder in einem Cottage zum Tee. Dort plaudern sie – very british – lustvoll und witzig über ihre Leben und den neuesten Klatsch, erinnern sich an alte Zeiten, ihre Erfahrungen am Theater, im Fernsehen und im Kino. Mit viel Humor erzählen sie freimütig und ohne jegliche Sentimentalität von ihren Anfängen auf der Bühne, von prägenden Erfahrungen, den Macken berühmter Berufskollegen und Ex-Ehemännern und vom Lampenfieber.

Es ist wirklich kein Wunder, dass Roger Michell eines dieser Treffen filmen wollte. Jede der vier von der Queen in den Ritterstand (Dame) erhobenen Schauspielerinnen ist eine ganz eigene, starke Persönlichkeit und hier gibt es keine politisch korrekten Floskeln wie bei mediengeschulten Vertretern aus Hollywood. Sie sind Legenden auf der Bühne, nehmen sich aber selbst nicht zu ernst. Es macht Spaß den vier Dames zuzuhören – vorausgesetzt, man interessiert sich ein wenig für britisches Theater. Außerdem ist das Alter ein großes Thema (zusammen sind sie 341 Jahre alt), das einen mal nachdenklich, mal amüsiert und mal berührt hinterlässt.

Wer kennt Judi Dench (James Bonds M) und Maggie Smith (Harry Potter, Downton Abbey) nicht? Aber vor allem Jüngere werden sich fragen, wer denn Eileen Atkins und Joan Plowright sind. Tea with the Dames ist durchsetzt mit wunderbaren, alten Archivaufnahmen – aber trotzdem sollte man sich schon ein wenig für die Thematik interessieren. Wer erst nachschlagen muss, wer Laurence Olivier war (Ehemann von Plowright und legendärer Bühnendarsteller), der wird vermutlich oft nur Bahnhof verstehen. Harry Potter, sollte man für die Jüngeren erwähnen, ist hier kein sehr großes Thema.

Fazit

Tea with the Dames sind 84 höchst amüsante Minuten, in denen man an den Erinnerungen von vier großen Schauspielerinnen teilhaben darf. Humorvoll, nachdenklich, mit vielen Archivaufnahmen und alles so bunt gemischt wie eben bei einem Teekränzchen. Wer sich für britisches Theater interessiert, der sollte diesen Film nicht verpassen.

Hinweis: Nach dem Abspann kommen noch ein paar Aufnahmen. Außerdem ist die OV sehr zu empfehlen, idealerweise mit Untertiteln, falls verfügbar.

8
Amüsant

Pros

  • Unterhaltsam & charmant
  • Archivaufnahmen
  • Faszinierend

Kontras

  • Fokus auf brit. Theater
  • Schwierig für Jüngere

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
8