Review: Dumbo

Disney hat es gerade mit Realverfilmungen und heute kommt eine ins Kino, die man vielleicht nicht erwartet hätte: Dumbo. Dass Hersteller von Taschentüchern Disney davon überzeugt haben, ist nur ein Gerücht. Tatsache ist, dass man sich mit Tim Burton einen Regisseur an Bord geholt hat, der ein ein Faible für Aussenseiter mit Herz hat. Also, Taschentücher einpacken und ab ins Kino?

Der Zirkus von Max Medici (Danny DeVito) hat schon bessere Zeiten gesehen. Als das neugeborene Elefantenbaby auch noch übergroße Ohren hat, sieht sich Medici zur Zielscheibe für Hohn und Spott werden. Als die Elefantenmutter ihr Kleines beschützen will, wird sie verkauft. Medici beauftragt den ehemaligen Zirkusstar Holt Farrier (Colin Farrell), aus Dumbo etwas zu machen. Als Holts Kinder Milly (Nico Parker) und Joe (Finley Hobbins) herausfinden, dass Dumbo fliegen kann, wittert der überzeugungskräftige Unternehmer V.A. Vandevere (Michael Keaton) das große Geld und will Medici überreden, den kleinen Dumbo als Attraktion für seinen Vergnügungspark zu verkaufen.

Das Elefantenbaby ist in der Tat die große Attraktion von Dumbo. Diese Augen! Die unglaubliche Animation! Niedlicher und anrührender geht es kaum. Wer da moniert, es sei zu Zucker, der interessiert sich vermutlich bei der Szene vom Verkauf der Elefantenmutter nur für den Preis. Neben so einer Hauptfigur muss man erstmal bestehen können. Auftritt Michael Keaton, der so köstlich überzogen spielt, dass es wieder funktioniert. Er hatte sichtlich Spaß an dieser Rolle, genauso wie Danny DeVito. Dagegen kommt Colin Farrell leider nicht an, was aber an der relativ uninteressanten und vorhersehbaren Figur des Holt Farrier liegt. Dazu sind die Nebenfiguren nicht viel mehr als dekorative Freaks.

Tim Burtons aktuelle Go-To Schauspielerin Eva Green passt wieder einmal wunderbar in das Gesamtbild, denn natürlich ist das Produktionsdesign bildschön, wie man es von Burton erwartet. Es hat auch eine altmodische, fantasievolle Qualität, die das Gewicht von real bei Realverfilmung rausnimmt. Auch Nico Parker, die ihrer Mutter Thandie Newton wie aus dem Gesicht geschnitten ist, passt hier gut rein. Burton packt auch eine wichtige Message in den Film, nämlich, dass Tiere nicht zu Unterhaltungszwecken ausgebeutet werden sollen. Eltern, deren Kinder nach dem Film auch so einen Elefanten wollen, können anhand des Films dann wunderbar erklären, warum das nicht geht – genauso wie Zirkus, Fotos und Touren mit Elefanten im Urlaub.

Dumbo ist ein ziemlich ausgewogener Mix aus Disney und Tim Burton, was natürlich für manche zu wenig oder zu viel von einem oder dem anderen sein wird. Da Burton für Disney bisher eine Unmenge an Geld eingebracht hat, Stichwort Alice in Wonderland, hat man wohl auch beide Augen zugedrückt, dass der Vergnügungspark im Film nicht wirklich gut wegkommt. Zudem gibt es viele Elemente, die Burton übernommen hat. Vom Tränendrüsenklassiker Baby Mine, den Arcade Fire neu aufgenommen haben, bis zur Parade der rosa Elefanten.

Fazit

Taschentücher einpacken und ab ins Kino. Dumbo ist ein anrührender Film, dessen goldiger und wundervoll animierter Babyelefant alles und jeden, sogar den großartigen Michael Keaton, an die Wand spielt. Wer in den Szenen mit Dumbo und seiner Mutter kalt bleibt, dem ist nicht mehr zu helfen. Gegen die Pachys bleiben viele der menschlichen Figuren blass. Bildschön ist dafür das Produktionsdesign und das große Herz des Films macht die altbekannte und somit vorhersehbare Story wett. Burton kann es halt.

8
Anrührend

Pros

  • Dumbo
  • Fantastisch animiert
  • Tolles Produktionsdesign
  • Keaton & DeVito

Kontras

  • Schwache Figuren (Holt)
  • Cameo des Box-Announcers Buffer
  • Altbekannte Story

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
9