Review: Glass

Am 17. Januar kommt mit Glass der finale Film von M. Night Shyamalans „Eastrail 177“-Trilogie (benannt nach dem Zugunglück, das David Dunn in Unbreakable als Einziger überlebte) in die Kinos. Darin werden die Figuren aus Unbreakable und Split aufeinandertreffen. Ist es ein großes Finale?

David Dunn (Bruce Willis) und sein Sohn führen ein Geschäft, aber nebenbei durchkämmt David die Stadt nach Kevin Wendell Crumb bzw. der Bestie (James McAvoy), der vier Cheerleader in seine Gewalt genommen hat. Als es zu einem Aufeinandertreffen kommt, eskaliert die Situation – aber anders als erwartet. Was beide nicht ahnen, ist dass Elijah Price (Samuel L. Jackson) die Fäden des grausamen Spektakels in der Hand zu halten scheint. Oder doch nicht? Und was sind die Absichten von Dr. Ellie Staple (Sarah Paulsen)? Welche Rolle spielt Casey Cook (Anna Taylor-Joy), die einzige Person, die eine Begegnung mit der Bestie überlebt hat?

Es gibt zwei Dinge, die man sich unbedingt klar machen muss, bevor man ins Kino geht: 1. Auch wenn es hier zum Showdown zwischen der Bestie und Dunn kommt, dies ist kein Action Film. Shyamalan ist kein Action Regisseur, hat das auch eingesehen, und arbeitet daher mit einem viel ruhigeren Tempo und Dialogen. 2. Ja, Shyamalan ist Mr. Twist, aber man sollte inzwischen gelernt haben, dass diese mal besser, mal weniger genial ausfallen. Am besten ins Kino gehen und absolut nichts vom Twist erwarten.

Die ersten ca. 20 Minuten von Glass sind vollgepackt und bieten einen guten Einstieg, wenn man weder Unbreakable noch Split gesehen hat. Sie dürften auch dem entsprechen, was viele vom Film erwarten, aber wie Shyamalan in einem Interview mit Empire (Ausgabe Februar 2019) erklärte, das ist nicht der Film, den er machen wollte. Ihm schwebte eher eine Art Comicbuch Verfilmung von Einer flog über das Kuckucksnest (1975) vor. So spielt auch ein Großteil des Films in einer psychiatrischen Anstalt, oder auf dem Rasen davor, und es gibt eine Menge Dialoge. Wer bei diesen geistig abschaltet, läuft mitunter Gefahr etwas wichtiges zu verpassen.

Das Highlight von Glass ist schon wie bei Split die Performance von James McAvoy, der diesmal in noch mehr Persönlichkeiten schlüpft. Er tut es so nahtlos, es ist erschreckend. Erschreckend gut. Aber auch der Rest der Besetzung ist einfach perfekt besetzt, von den Trilogie-Oldies Willis und Jackson bis zum Neuzugang Paulson. Sie alle bringen enorme Qualität zu dem Film und wenn Willis sich das Regencape umzieht, dann geht jedem, der damals begeistert Unbreakable im Kino gesehen hat, das Herz auf. Neben so nostalgischen Momenten und den tollen Performances, leistet auch das Produktionsdesign einen enormen Beitrag zur Stimmung. Hier nutzte man sehr effektiv reale Orte, z.B. wurde der rosa-pinke Raum nicht extra so angemalt, das ist die echte Farbe des Raumes in der verlassenen Nervenheilanstalt, in der gedreht wurde.

Fazit

Drehbuchautor, Regisseur und Produzent M. Night Shyamalan pfeift auf Erwartungen und liefert den Film ab, den er machen wollte. Das Ergebnis ist atmosphärisch sehr gelungen und spannend. Dazu gibt es tolle Performances, allen voran von James McAvoy. Nach einem sehr flotten Start wird der Spannungsaufbau allerdings merklich ruhiger. Dies ist ein Superhelden Film ohne Hochglanz und mit Betonung auf Dialogen statt Action. Wer all das mag oder zumindest sich darauf einlässt, der wird 129 Minuten lang sehr spannend unterhalten. Nur was den Twist am Ende angeht sollte man seine Erwartungen mächtig runterschrauben. Trotzdem: Glass ein würdiger Abschluss der Trilogie.

FSK: ab 16 Jahren

8.5
Würdig

Pros

  • McAvoy ist sensationell
  • Spannend
  • Produktionsdesign
  • Funktioniert auch alleinstehend
  • Konsequent

Kontras

  • Twist nur so-so
  • Man muss Dialoge mögen
  • Wenig Action
  • Casey kommt zu kurz

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
9