Review: Robin Hood

Am 10. Januar ist es mal wieder soweit: Robin Hood (OT: Robin Hood) kommt in die Kinos. Diesmal mit Taron Egerton, der als edler Bogenheld in engen Hosen in die Fußstapfen von u.a. Errol Flynn, Douglas Fairbanks, Richard Todd, Jason & Sean Connery, Russell Crowe, Kevin Costner und einem Disney Fuchs tritt. Gute Idee oder ist langsam mal gut?

Robin von Locksley (Taron Egerton) hat die Schlachtfelder der Kreuzzüge überlebt und kehrt unerwartet nach England zurück. Dort angekommen, muss er feststellen, dass sein Heim in Schutt und Asche liegt, sein große Liebe nicht auf ihn gewartet hat und dass der Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) das Volk bis zur bitteren Armut ausbeutet. Der junge Adlige beschließt gemeinsam mit seinem Verbündeten Little John (Jamie Foxx), die Missstände nicht länger hinzunehmen.

Robin Hood ist eine wilde Mischung aus Buddy Comedy, Heist Movie, Action Film, aktuellen Themen und Legende. Regisseur Otto Bathurst (Peaky Blinders) hat es es gut gemeint mit der Neuerfindung von Robin Hood, aber dabei etwas wichtiges vergessen oder nicht für relevant gehalten: solange eine Welt im Film in sich schlüssig ist, kann die Idee noch so schräg sein. Stattdessen ist Robin Hood zwar unterhaltsam, aber auch selten blöd.

Gleich am Anfang gibt es eine klare Ansage: Forget history! Vergesst, was Ihr über die Geschichte wisst. Aber selbst wenn man sich von historischer Authentizität löst, stellen sich einem haufenweise Fragen. Was wird eigentlich in dieser Mine gewonnen? Wieso kennt sich John (als Maure) mit den politischen und steuerlichen Feinheiten Englands aus? Wieso erinnern die Kreuzritter an US Soldaten? Wieso fließt & spritzt eigentlich kaum Blut bei all dem Gemetzel? (Antwort: FSK: ab 12 Jahren) Wer sein Gehirn für die 116 Minuten Laufzeit nicht auf Standby Modus stellen kann oder will, für den ist Robin Hood wohl nichts.

Wer sich allerdings auf den Film einlässt, der kann ziemlich viel Spaß haben – mal mehr oder weniger beabsichtigt. Taron Egerton ist sympathisch und die Bogen-Action sieht schon cool aus. Zudem geben er und Foxx ein unterhaltsames Duo ab. Mendelsohn unterhält hingegen auf unfreiwillige Weise. Typecasting is real – sogar im Outfit. Jamie Dornan spielt die neu interpretierte Rolle des Will so ernsthaft, dass es ebenfalls erheitert. Frauen sind übrigens Nebensache. Okay, es gibt Marian, aber man hätte sie ruhig rausschneiden können, denn Eve Hewson spielt mit der Persönlichkeit eines Stück weißen Papiers.

Fazit

Es gibt schlechte Filme und es gibt schlechte, aber unterhaltsame Filme. Robin Hood fällt in die letztere Kategorie. Bathurst nennt es Neuinterpretation, passender ist Mumpitz. Hirn aus ist noch wichtiger als das Popcorn, denn das hier ist viel Style mit wenig Sinn. Egerton und Foxx bei ihren Jump and Run Aktionen durch Nottingham zuzusehen, ist aber durchaus unterhaltsam – mal mehr, mal weniger freiwillig.

4.5
Kurzweiliger Mumpitz

Pros

  • Egerton & Foxx
  • Kurzweilig

Kontras

  • Story löchrig wie Schweizer Käse
  • Klischee
  • Gelangweilte & blasse Nebendarsteller
  • Alles in sich nicht schlüssig

Unser Fazit


Handlung
4
Präsentation
5