Review: Mary Poppins’ Rückkehr

Der nächste Review, den wir unbedingt nachreichen wollen, ist der zu Mary Poppins’ Rückkehr (OT: Mary Poppins Returns, Kinostart: 20. Dezember). Kann Emily Blunt, die bisher in Filmen wie Sicario und A Quiet Place begeisterte, den legendären Schirm von Julie Andrews übernehmen? Funktioniert der Film auch ohne ein einziges Supercalifragilisticexpialigetisch?

London in den 1930er Jahren, mitten in der Wirtschaftskrise: Michael Banks (Ben Whishaw) ist inzwischen erwachsen geworden und arbeitet für die Bank, bei der auch schon sein Vater angestellt war. Er lebt noch immer in der Cherry Tree Lane 17 mit seinen mittlerweile drei Kindern – Annabel (Pixie Davies), Georgie (Joel Dawson) und John (Nathanael Saleh) und der Haushälterin Ellen (Julie Walters). Seine Schwester Jane Banks (Emily Mortimer) tritt in die Fußstapfen ihrer Mutter und setzt sich für die Rechte der Arbeiter ein. Zusätzlich hilft sie Michaels Familie wo sie kann. Als sie einen persönlichen Verlust erleiden, tritt Mary Poppins (Emily Blunt) auf magische Weise wieder in das Leben der Familie Banks und mit Hilfe ihres Freundes Jack (Lin-Manuel Miranda) kann sie die Freude und das Staunen zurück in ihr Zuhause bringen.

Seit Mary Poppins 1964 in die Kinos kam, hat er Generationen von Kindern zum Staunen gebracht. Das will die Fortsetzung auch und zu diesem Zweck engagierte man nicht nur Blunt und Musical-Superstar Lin-Manuel Miranda (Hamilton) für die Hauptrollen, sondern holte auch die original Disney-Zeichner aus dem Ruhestand zurück, um den Charme von Szenen wie Dick van Dykes legendärem Tanz mit den Zeichentrick-Pinguinen erneut auf die Leinwand bringen zu können. Als Regisseur verpflichtete man Rob Marshall, der bereits erfolgreich Musicals (Chicago, Into the Woods) verfilmt hat.

Der Aufwand hat sich gelohnt, denn wer Mary Poppins als Kind geliebt hat, der wird sich nach wenigen Minuten in der fantasievollen Welt von Mary Poppins’ Rückkehr erneut verlieren. Blunt, die sich an P.L. Travers Romanen anstatt dem Disney Film orientiert hat, ist fantastisch als fliegende Nanny (die OV lohnt sich allein schon für sie). Gesangsnummern wie Can You Imagine That sind mitreißend oder berührend wie The Place Where Lost Things Go. Die Szenen mit den animierten Figuren sind fantasievoll, charmant und sogar mal aufregend spannend. Als Tüpfelchen auf dem i schwingt Dick van Dyke höchstpersönlich noch einmal das Tanzbein. Was will man eigentlich mehr?

Mary Poppins’ Rückkehr sieht aus und fühlt sich an, wie ein Film aus einer ganz anderen Zeit. Im positivsten Sinne, aber dass muss man mögen, sonst kann man sich den Gang ins Kino sparen. Natürlich wurden Stimmen laut, welche die Relevanz des Films hinterfragten. Nun, ist Optimismus nicht relevant? Mary Poppins’ Rückkehr ist grundoptimistisch und insistiert darauf, dass Kinder ihre Fantasie nutzen. Natürlich wirken Tanzszenen mit Lampenanzündern nicht mehr zeitgemäß (Banken sind allerdings nach wie vor gierig), aber darum geht es in diesem Film auch nicht. Er will noch einmal 131 Minuten lang so verzaubern wie damals. Wenn man etwas an dem Film bemängeln kann, dann z.B. dass Ben Wishaws und Emily Mortimers Darstellung arg an Karikaturen grenzt.

Fazit

Wer ein wunderbar altmodisches, fantasievolles Abenteuer im Stil der alten Technicolor-Musicals sehen will, der ist bei Mary Poppins’ Rückkehr genau richtig. Emily Blunt ist bezaubernd, die Songs sind mitreißend und auch wenn man nie am Happy End zweifelt, wird der Film dank fantasievoller Ideen und zauberhaften Animationen nie langweilig.

FSK: ohne Altersbeschränkung

9
Bezaubernd

Pros

  • Emily Blunt
  • Die Animationsszenen
  • Die Musik
  • Optimistisch & unterhaltsam
  • Dick van Dyke

Kontras

  • Wishaw & Mortimer wie Karikaturen
  • Intro-Song bisschen schwach
  • Nichts für Musical-Hasser

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
10