Review: Johnny English – Man lebt nur dreimal

Heute startet in den Kinos Johnny English – Man lebt nur dreimal. Ein Titel, der geradezu danach schreit, dass man in die Phrasenkiste greift und entweder: aller guten Dinge sind drei oder drei sind einer zu viel auspackt. Müsste man sich spontan entscheiden, wäre die Wahl wohl nicht schwer, wirkt English 2018 doch ziemlich überholt. Wir haben die Kiste aber zugelassen, sind ins Kino und hatten… eine Menge Spaß!

Durch die Attacke eines mysteriösen Hackers werden sämtliche britischen Undercover-Agenten enttarnt. Einzig Johnny English, der sich der Digitalisierung aufgrund mangelnder Fähigkeiten bislang erfolgreich widersetzen konnte, bleibt übrig. Es bleibt keine andere Wahl, als ausgerechnet den Spion zu reaktivieren, der bisher jede seiner Missionen vermasselt hat. Mit seinen kompromisslos analogen Methoden wird Johnny English zur letzten Hoffnung des Geheimdienstes Ihrer Majestät …

Wer sich gerne zu Anfang eines Films die Backen mit Popcorn vollstopft, der tut wohl daran, den Eimer Popcorn für die ersten Minuten zur Seite zu stellen, denn Johnny English – Man lebt nur dreimal fängt grandios komisch an. Natürlich ist der Humor – und das wird sehr schnell klar – old-school und einfach, aber ist das wirklich so schlimm, wenn es Spaß macht? Nach dem großartigen Auftakt wird erstmal wieder einen Gang runtergeschaltet, aber der nächste echte Brüller ist nicht weit weg. So geht das dann die ganzen, angenehm kurzen, 88 Minuten lang.

Die Idee mit dem analogen Spion in einer digitalen Welt funktioniert natürlich hauptsächlich dank Rowan Atkinson. Egal wie albern eine Idee, wie überzogen und unwahrscheinlich eine Situation, wie groß das Plot Hole, English ignoriert das alles gepflegt und zieht sein Ding durch – und Atkinson spielt es so, als sei das dass Normalste auf der Welt. Solange man nicht grundsätzlich etwas gegen Atkinson hat oder vulgären, krassen oder gar erwachsenen Humor vorzieht, macht das Spaß auf einer Humor für die ganze Familie Ebene (FSK: ab 6 Jahren). Wer jetzt wieder mit dem Mr. Bean Vergleich kommt, der hätte es eigentlich verdient, dass ihm Äpfel und Birnen um die Ohren fliegen. Wer in diesen Film geht, der immerhin Johnny English im Titel hat, und einen Mr. Bean Film erwartet, der ist ganz einfach selber schuld.

Für den Film konnte man Emma Thompson in der Rolle der Premierministerin gewinnen. Ohne zu Spoilern darf man sagen, dass jegliche unschmeichelhafte Ähnlichkeiten sicherlich absichtlicher Natur sind. Das Thompson ein Gewinn für den Film ist, versteht sich von selbst. An English’s Seite ist Bough (Ben Miller) wieder dabei, diesmal samt Gattin, und als Love Interest gibt es Ophelia (Olga Kurylenko). Die weiblichen Rollen sind mit wenig Zartgefühl geschrieben. Boughs Gattin ist der Typ Besen, Ophelia der Typ Bondgirl. Johnny English 3 ist auch in dieser Hinsicht old-school. Angesichts der Tatsache, dass im Grunde alle männlichen Figuren Idioten sind, kann man das aber hinnehmen.

Fazit

Manchmal muss man einfach dazu stehen: Johnny English – Man lebt nur dreimal ist sehr lustig. Ja, der Film ist albern, nicht gerade zeitgemäß und der Humor beansprucht nicht den Intellekt, aber wer das Kind in einem – oder das mitgebrachte – mal wieder zum lachen bringen will, ist hier genau richtig. Der Anfang und das Ende sind stark, der Teil dazwischen schwankt zwischen schwach und sehr witzig. Sollen Anspruch & Kunst doch die Nase rümpfen, hier wird gelacht und somit heißt es: Mission erfüllt.

7
Witzig

Pros

  • Kurzweilig & witzig
  • Für die ganze Familie
  • Der Anfang!
  • Rowan Atkinson

Kontras

  • Die Story ist nicht der Burner
  • Tonal oft ohne Feingefühl
  • Bösewicht ist farbloser Typ

Unser Fazit


Handlung
5
Präsentation
8
Humor
8