Review: Die Unglaublichen 2

Am 27. September geht es in Die Unglaublichen 2 (OV: Incredibles 2) da weiter, wo Die Unglaublichen aufgehört hat – als wäre es gestern gewesen und nicht 2004! Funktioniert das? Kann Regisseur Brad Bird (Die Unglaublichen, Ratatouille) den unglaublichen Erfolg (Oscar als Bester Animierter Film, weltweit mehr als 663 Millionen US Dollar an den Kinokassen) wiederholen? Hier unser Review – wie immer spoilerfrei.

Nach dem Schurken ist vor dem nächsten Problem – sie haben zwar mit vereinter Familienpower Syndrome das Handwerk gelegt, aber der nächste Bösewicht wartet nicht und so wirklich dankbar zeigt man sich den Superhelden gegenüber auch nicht. Als Mutter Helen ein verlockendes Angebot bekommt, als Superheldin zu arbeiten, bedeutet das natürlich, dass Vater Bob Zuhause den Kochlöffel schwingen und den Familienalltag mit den drei Kindern organisieren muss. Doch das ist natürlich leichter gesagt als getan, zumal noch nicht so ganz klar ist, welche außergewöhnlichen Fähigkeiten der kleine Jack-Jack entwickeln wird. Chaos ist vorprogrammiert! Als ein neuer Superschurke auftaucht eskalieren die Ereignisse und alle Unglaublichen müssen mit anpacken, um gemeinsam mit Freund Frozone das Schlimmste zu verhindern.

Wer den ersten Film und den Trailer zu Incredibles 2 mochte, der kann sich eigentlich getrost auf in Richtung Kino machen. Ein kurzer Blick in die Kinokritik ist trotzdem sinnvoll, denn die Fortsetzung ist in einer Hinsicht ein bisschen anders gewichtet. Erinnerte Teil 1 an old-school James Bond, liegt diesmal der Fokus noch stärker auf Familie. Durch die veränderte Grundkonstellation in selbiger sorgt dies natürlich für enorm viel Unterhaltung, denn das bisschen Haushalt und Kinder lassen sich eben doch nicht so einfach wuppen, wie Bob sich das vorstellte. Das Baby will nicht einschlafen, Teenagerlaunen, Abendessen kochen – das hat wenig mit dem bedeutungsschwangeren Familie-Geschwafel à la Fast & Furious zu tun.

Wie schon im ersten Film sind nicht nur die Helden unglaublich. Das fängt schon beim Design an, unglaublich schöner 60er Jahre Style, dass man am liebsten direkt dort einziehen würde. Der unglaublich coole Soundtrack. Die unglaublich gut gezeichneten Figuren – natürlich ist Edna Mode in ihrer unvergleichlichen Art wieder mit dabei. Neu hingegen sind einige Superhelden, die aber von einem Waschbär an die Wand gespielt werden. Die unglaubliche Action! Sie ist wieder ein absolutes Schmuckstück – bei Pixar wird eben nicht nur das Gaspedal runtergedrückt, sondern jede Szene mit Ideen ausgeschmückt, damit man sich auch nicht einen Moment lang langweilen kann. Und dann gibt es da noch Baby Jack-Jack, zu dem nicht mehr verraten werden soll, als schon in den Trailern zu sehen war. An Ideen herrscht bei Pixar definitiv kein Mangel.

Der Überraschungseffekt ist natürlich weg, aber solange man keine Wiederholung davon erwartet, ist Die Unglaublichen 2 sehr unterhaltsam und die 117 Minuten verfliegen wie im Flug. Wenn diesmal etwas nicht so gelungen ist, dann ist es ein Twist, der kaum vorhersehbarer sein könnte, hätte er sich mit einer Blaskapelle angekündigt. Auch in Sachen Bösewicht reicht das Sequel nicht an den ersten Film ran. Das ist ein bisschen schade, andererseits fügt sich die animierte Version damit nahtlos in das Superheldenkino ein.

Fazit

Die Unglaublichen 2 macht unglaublich viel Spaß! Der nahezu fließende Übergang vom ersten Film funktioniert unglaublich gut, die Familie steht im Mittelpunkt ohne dass die Action darunter leidet, das Design ist wieder eine Augenweide, nur Twist & Bösewicht sind nicht ganz gelungen. Wichtig: es ist zwar ein Sequel, aber keinen zweiten old-school Bond erwarten! Überlassen wir das letzte Wort Edna Mode: “Ab ins Kino, Darling!”

9
Unglaublich gut

Pros

  • Unglaublich gut animiert
  • Unglaublich unterhaltsam
  • Unglaublich schönes Design
  • Unglaublich coole Musik

Kontras

  • Screenslaver ist kein Syndrome
  • Vorhersehbarer Twist

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
10