Review: Crazy Rich (OV)

Am 23. August startete Crazy Rich (OT: Crazy Rich Asians) in den Kinos. Es ist die Adaption des weltweiten Bestsellers Crazy Rich Asians von Kevin Kwan. Weltweit – außer hier. Entsprechend hielt sich der Optimismus bei Warner Bros., was den hiesigen Kinoerfolg angeht, in Grenzen. Wir hatten mehr Vertrauen und haben uns, mangels Pressescreening, einfach eine Kinokarte gekauft – schließlich spielt Michelle Yeoh (Tiger & Dragon, Star Trek: Discovery) mit. Ob wir Recht hatten, hier der Review.

© 2018 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND KIMMEL DISTRIBUTION, LLC

Die Amerikanerin chinesischer Abstammung Rachel Chu (Constance Wu) begleitet ihren festen Freund Nick Young (Henry Golding) zur Hochzeit seines besten Kumpels nach Singapur. Rachel freut sich riesig auf ihre erste Asienreise, nichts ahnend, was sie dort erwartet, denn Nick hat ihr bisher nicht viel von seiner Familie erzählt. Nicht nur ist er der Spross einer der reichsten Familien des Landes, sondern auch einer der begehrtesten Junggesellen. Weil Rachel an Nicks Seite auftaucht, zieht sie sofort den Neid aller It-Girls auf sich. Und was noch schlimmer ist: Nicks eigene Mutter (Michelle Yeoh) ist mit Rachel nicht einverstanden und nimmt sie entsprechend ins Visier.

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Cinderella trifft Prince Charmings Familie – Happy End verzögert sich. So könnte man Crazy Rich trocken zusammenfassen, aber das wäre so, als stelle man eine grüne Tanne hin und fertig wäre der Weihnachtsbaum. Rachel ist kein armes Aschenputtel, sondern eine selbstbewusste Dozentin für Wirtschaftswissenschaften. Nick ist innerlich wie äußerlich ein charmanter Prinz, aber auch wenn er aus einer vermögenden Familie kommt, liegt seine Aufgabe nicht darin, Rachel zu retten. Statt einer guten Fee hat Rachel ihre beste Freundin (grandios: Awkwafina). Es sind also die Grundelemente, nur anders. Das Ergebnis: die Geschichte bedient das sich nach Romantik (Juwelen, Haute Couture etc) sehnende Herz so romantisch, unterhaltsam und humorvoll wie schon lange kein Film mehr.

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Mit Crazy Rich hat Regisseur John M. Chu einen richtig guten Film hingelegt, bei dem so ziemlich alles passt. Die Geschichte wird optisch ansprechend und vor allem angemessen in Szene gesetzt, das Tempo ist flott, es ist auch ein bisschen Spannung drin, es gibt eine Menge Nebenfiguren, aber ohne das es jemals verwirrend wird, und man ist von der ersten Minute an in der Story drin. Dass es ein rein asiatischer Cast ist, ist dabei überhaupt keine Hürde. Nicht nur weil die Hauptdarsteller wahnsinnig gut aussehen, sondern weil die Charaktere wirklich gut gezeichnet sind und weil jeder peinliche, fiese, herzensgute oder unglückliche Verwandte besitzt. Nur halt weniger gut betucht.

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Wer den Film im O-Ton sehen kann, sollte es tun. Die Dialoge sind eine Freude, so witzig und bissig sind sie. Schön ist auch, dass die musikalische Untermalung auf chinesisch ist. Das rundet das Gesamtbild einfach ab – und wenn Katherine Ho mit Coldplays Yellow die genau richtige Szene untermalt, dann geht das schön ans Herz. Wenn man dem Film überhaupt etwas vorwerfen kann, dann ist es, dass die Konflikte alle sehr schnell aufgelöst werden. Aber wer Crazy Rich Asians gelesen hat, der kann einfach nur den Hut vor der Leistung ziehen, das vollgepackte Buch so würdig und unterhaltsam in nur 121 Filmminuten zu packen.

Fazit

Crazy Rich beweist, dass ein modernes Märchen Herz und Hirn haben darf, und dass Romantik und bissiger Humor ein Traumpaar sein können. Mit tollen und augenschmeichelnden Schauspielern, interessanten Figuren, unterhaltsamen Intrigen, traumhaften Roben, opulentem Dekor, tollem Soundtrack und einer flotten Verfilmung macht der Film einfach richtig Spaß. Zum Glück wurde die Fortsetzung schon angekündigt.

FSK: ab 6 Jahren

8.5
Crazy Fun

Pros

  • Super unterhaltsam
  • Tolle Schauspieler
  • Fürs Auge & Herz
  • So stylish!

Kontras

  • Konflikte im Schnelldurchgang

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
9