Review: Mission Impossible: Fallout

Heute (2. August) kommt endlich Mission Impossible: Fallout in die Kinos. Der Film, der nach den Trailern verspricht, der Blockbuster zu sein, der so dermaßen abliefert, dass alle anderen Anwärter für den goldenen Popcorn-Thron des Sommers wie bleiche Höflinge dagegen aussehen. Tom Cruise hat außerdem für den Film extra den Hubschrauber-Pilotenschein gemacht. Nach all dem Aufwand – kann der Film den hohen Erwartungen gerecht werden?

Nach einer Mission Impossible ist vor einer Mission Impossible. Der Auslöser für das sechste Abenteuer ist diesmal Ethan Hunt (Tom Cruise) selbst, als er in einer unmöglichen Situation eine unmögliche Entscheidung treffen muss. In den Augen der CIA-Direktorin (Angela Bassett) entscheidet er sich falsch und so wird er auf die nächste Mission Impossible geschickt, um atomare Sprengköpfe zurückzuholen, welche in die denkbar ungünstigsten Hände gefallen sind. Mit dabei sind sein IMF-Team (Alec Baldwin, Simon Pegg, Ving Rhames), ein Aufpasser von der CIA (Henry Cavill mit der berühmt-berüchtigten Oberlippenbürste) und Ilsa Faust (Rebecca Ferguson).

Ethan Hunt ist ein guter Mann, ein moralisch vergleichsweise intakter Held angesichts seines Jobs. Er tötet nicht unnötig, riskiert sein Leben, um Unbeteiligte zu schützen, und wenn schöne Frauen ihn anschmachten, dann tut er zumeist das, was James Bond nie tun würde, nämlich nichts – dieser Mann würde vermutlich auch eine Verfolgungsjagd unterbrechen, um einer Oma über die Straße zu helfen! Zum Glück steht da nie eine rum und das Richtige tun darf hier keinesfalls mit langweilig verwechselt werden. Hunt ist nicht die komplexeste Figur und einen gewissen Mangel an Charakterentwicklung im allgemeinen kann man auch anmerken, aber wenn die 148 Filmminuten so unterhaltsam und wie im Flug vorbeigehen, dann fällt das kaum ins Gewicht.

Apropos Flug: in Fallout steuert Cruise einen Helikopter, legt einen HALO Sprung hin, fliegt ohne Helm über den Lenker eines Motorrades – und das sind jetzt nur die Stunts, die bereits in Trailern zu sehen waren. Natürlich wird auch gerannt, gesprungen und im Auto durch Großstädte gejagt – aber wie! Es fliegen Kugeln, bedeutungsvolle Blicke wechseln sich mit flotten Sprüchen ab und recht früh schon gibt es einen Kampf auf der Herrentoilette, der als das neue Maß aller Dinge für Action auf dem stillen Örtchen gelten darf. Neben Cruise lässt Cavill die Fäuste mit dem Zartgefühl einer Abrissbirne schwingen und auch die Ladies (Ferguson und Vanessa Kirby) beweisen knallhart, dass Messer und Gewehr in Zeit-sensitiven Momenten wirkungsvoller sind als der Ladies-Klassiker Gift.

Die Action ist atemlos, spannend, einfallsreich und wahnsinnig unterhaltsam. Letzteres liegt nicht nur an der Art der Stunts, sondern auch daran, wie geschmeidig Regisseur Christopher McQuarrie (MI: Rogue Nation) alles zusammenbringt. Was vielleicht daran liegt, dass er sich ein ziemlich cleveres Drehbuch geschrieben hat. Das Schwächste darin sind vielleicht Hunts Texte, irgendwie klingt da vieles gleich, aber was solls, wenn der Mann anschließend ein Seil an einem fliegenden Heli hochklettert. Prioritäten! Für flotte Sprüche gibt es außerdem Benji (Pegg). Zurück zu McQuarrie: ihm gelingt ein wirklich durchgehend gutes Tempo mit genug Atempausen, damit man es nicht am Herz bekommt. Dazu gibt es allerlei Twists. Dabei darf man sich nicht davon täuschen lassen, dass der Erste vorhersehbar daherkommt.

Wie es sich für einen Mission Impossible gehört sind die Locations spektakulär, neben bekannten Großstädten wie Paris und London geht es diesmal auch in die einsame Gebirgslandschaft Kaschmirs. Genauso gehört die unverwechselbare Titelmelodie dazu, zu der die Credits laufen – allerdings mit Szenen, die erst noch kommen. Fail. Auch Gadgets gibt es wieder, aber wem es in Rogue Nation (siehe Tims Review) schon zu wenige waren, der sollte sein Herz nicht zu sehr daran hängen. Der Bösewicht des Films, Solomon Lane, ist kein Unbekannter und seine Motivation (Kurzversion: Weltverbesserung nach dem Prinzip auf Leid folgt Frieden) ist sehr old-school, aber durchaus effektiv. Wer übrigens noch nie einen Mission Impossible Film gesehen hat, kann unbesorgt in diesen einsteigen.

Fazit

Feinste, einfallsreiche, handgemachte Action, perfektes Tempo, ein toller Cast und tolle Locations: Mission Impossible: Fallout ist DER Sommerblockbuster 2018. Kann der Film den hohen Erwartungen gerecht werden und kann sich der Cruisemeister in Sachen Action erneut toppen? Spätestens wenn der Abspann läuft, kommt einem die Frage albern vor. Natürlich!

9.3
Action Must-See

Pros

  • Mega Action
  • Perfektes Tempo
  • Humorvoll & spannend
  • Toller Cast

Kontras

  • Charakterentwicklung wie immer kaum vorhanden
  • Die Credits Sequenz
  • Cruise hat gefühlt 3-5 verschiedene Sätze

Unser Fazit


Handlung
8
Action
10
Präsentation
10