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Nintendo Post E3 2018: Smash Bros. Ultimate und Pokémon Let’s Go angespielt

Für viele Gamer ist Weihnachten mitten im Sommer und schreibt sich Electronic Entertainment Expo. Auch wenn die E3 2018 in diesem Jahr für einen Großteil des Spieler eher ein unspektakuläres Event war, so gab es doch einige große Titel die viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Laut Twitter vor allem das langersehnte Super Smash Bros. Ultimate, welches im Rahmen der Expo zum ersten Mal gezeigt wurde. Auch in diesem Jahr hatte ich das Glück Nintendo in Frankfurt im Rahmen des Post E3 Events besuchen zu dürfen und die neusten Switch Demos des japanischen Videospielgiganten anspielen zu dürfen.

Super Smash Bros. Ultimate

Die Super Smash Bros. Reihe gehört seit ihrer ersten Inkarnation auf dem Nintendo 64 zu den beliebtesten und meistgespielten Beat ’em Ups. Insgesamt vier Spiele der Reihe wurden bisher veröffentlicht. Der letzte Titel erschien 2014 auf Wii U / 3DS und strotze nur so vor Content. Das Team um Masahiro Sakurai versucht mit jedem neuen Ableger mehr Inhalte für die Fans zu bieten und vor allem die Riege der Kämpfer stetig zu erweitern. In der Vergangenheit wurden jedoch auch immer wieder alte Charaktere gestrichen, meistens aufgrund mangelnder Ressourcen, um die stetige wachsende Anzahl von Kämpfern auszubalancieren. Für vergangene Titel hat das Entwicklerteam stets neue Spielmechaniken eingeführt und alte gestrichen, sodass das Balancing ein enormer Aufwand darstellte. Mit Super Smash Bros. Ultimate hatte man sich bei Nintendo daher einen anderen Fokus gesetzt: Jeder einzelne Kämpfer der Reihe kehrt zurück – ohne Ausnahme!

Um den Fanwünschen gerecht zu werden und zeitgleich den enormen Entwicklungsaufwand von 66 Kämpfern zu stemmen, basieren die Kernmechaniken und Moves in Ultimate daher erstmals auf denen des Vorgängers. Die Demo die wir spielen konnten enthielt neben vielen bekannten Gesichtern auch die beiden Neuzugänge Ridley (Metroid-Reihe) und Inkling (Splatoon-Reihe). Die langsame, brutale Natur von Ridleys Angriffen erinnerte mich dabei etwas an Glurak aus dem letzten Smash. Wer ihn meistert erhält einen unglaublich starken Kämpfer, der jedoch sehr schwer zu retten ist, wenn er einmal in die richtig Mangel genommen wird. Inkling hingegen spielt sich völlig anders. Der Kämpfer ist sehr schnell und erfordert eine gute Strategie, da er sich regelmäßig zurückziehen und seine Tinte aufladen muss um effektiv angreifen zu können. Seine Angriffe machen jedoch eine Menge Spaß und von den beiden bisher enthüllten Neuzugängen, ist er mein Favorit. Doch nur weil bestehende Mechaniken größtenteils übernommen wurden, heißt es nicht, dass andere Kämpfer nicht verändert wurden. In meiner Zeit mit dem Spiel habe ich jeden Kämpfer in der Demo mehrfach gespielt und war erstaunt, wie anders sich manche der Charaktere anfühlen. Gerade Smash Urgesteine wie Pikachu konnte ich für mich neu entdecken, da sein Moveset subtile Änderungen bekommen hat, die sehr gut mit meiner Spielweise einhergehen.

Viele der kleinen Änderungen – die laut Game-Director Sakurai in die Tausenden gehen – sind mir oftmals erst nach mehreren Runden aufgefallen. So gibt es nun beispielsweise ein intensiveres Sudden Death, bei dem der Bildschirm langsam kleiner wird, deutlich kürzere Ladezeiten und schicke Charakterportraits auf dem Ladebildschirm. Um sich den Wünschen der eSports Community anzunähern, wurde außerdem das generelle Tempo der Kämpfe wurde und die Stage-Auswahl findet nun vor der Wahl des Kämpfers statt. Das Spiel selbst läuft bereits in der Demo bei ruckelfreien 60fps. Anstatt erneut eine eigene Engine zu entwickeln, basiert Ultimate erstmalig auf der populären Unreal Engine, was sich vor allem im deutlich verbesserten Lighting der Charaktere und den komplexeren Effekten abzeichnet. Ich persönlich bin jedoch noch etwas unentschlossen was den neuen Unreal-Look betrifft, warte jedoch noch mit meinem Urteil bis zum Release des Spiels im Dezember. Im Handheld Modus konnten wir das Spiel leider noch nicht ausprobieren, aber da das Entwicklerteam in Smash 4 selbst auf dem 3DS noch stabile 60fps erreicht hat, sollte die leistungsstarke Hardware der Switch kein Problem dar stellen.

Eines lässt sich jedoch klar sagen: Super Smash Bros. Ultimate scheint seinem Untertitel gerecht zu werden. Praktisch alle Aspekte des Spiels wurden noch einmal deutlich erweitert oder verbessert. Die schiere Masse an Inhalt ist wirklich sehr beeindruckend – etwas das ich bereits schon von Smash 4 behauptet habe – und dabei haben wir erst einen kleinen Bruchteil vom eigentlichen Spiel gesehen. Welche zusätzlichen Modi wird es geben? Erwarten uns noch mehr neue Stages und Kämpfer? Es bleibt spannend bis Dezember.

Releasetermin: 7. Dezember 2018 | Prognose: Sehr gut

Pokémon Let’s Go: Evoli / Pikachu

Wie es für die Pokémon Company üblich ist, wurde die Katze bereits mehrere Wochen vor der E3 aus dem Sack gelassen. Pokémon Let’s Go: Evoli / Pikachu ist GameFreaks Versuch das Spagat zwischen dem populären Modile-Game Pokémon Go und den traditionellen Pokémon RPGs zu schlagen. Ein Lückenfüller Eine Neuinterpretation der Kanto Region (1. Generation), die vor allem Pokémon Go Spieler mit der Switch vertraut machen soll, bevor das richtige Pokemon RPG in der zweiten Hälfte 2019 erscheint. Das Ergebnis scheint … gewöhnungsbedürftig.

Optisch macht das neuste Pokémon Spiel einen schönen Eindruck. Zwar sind die 3D Modelle nicht so hochaufgelöst wie manch einer gehofft haben mag, doch ist die Ästhetik sehr nah an dem, was bereits mit den letzten Pokémon Spielen auf dem Nintendo 3DS etabliert wurde: Bunt, cartoony und cute. Besonders schön: Der Spieler kann nun endlich auch wieder mit seinem Lieblings-Pokémon zusammen durch die Welt reisen kann – ein Feature das sich in vergangenen Spielen immer großer Beliebtheit erfreute. Zufallskämpfe gegen wilde Pokémon gibt es auch nicht mehr. Stattdessen wandern Pokémon in der Welt umher – ähnlich wie in Go. Anstatt wilde Pokémon zu bekämpfen werft ihr lediglich noch Pokébälle auf sie, oder versucht sie mittels Item etwas zu besänftigen, damit sie nicht ausbrechen. Fangt ihr ein Pokémon erhöht dies den Level eurer Pokémon im Team. Pokémon werden dabei immer mittels Wurf-Geste (Motion Control) gefangen.

Ein neues Zubehör – der Pokéball Plus – ersetzt dabei wahlweise den Switch Joycon und macht das Spielerlebnis noch etwas immersiver. Tatsächlich lässt sich das gesamte Spiel mithilfe des Pokéballs spielen, da dieser über einen Analog-Stick und mehrere Buttons verfügt. Über Rumble-Motoren, LEDs und einem kleinen Lautsprecher versucht GameFreak die Illusion zu schaffen, ein echtes Pokémon wäre in eurem Pokéball. So zeigt euch beispielsweise der LED-Ring auf die Vorderseite den Typ des Pokémons und der Rumble-Motor lässt euch spüren, wie das Pokémon während des Fang-Prozesses versucht, aus dem Pokéball auszubrechen. Ich persönlich war von dem kleinen Ball sehr angetan und bin mir sicher er wird ein Renner vor allem bei jungen Spielern (in Japan). Nur der Preis von 50 Euro wird sicher den einen oder anderen Spieler abschrecken.

Auch frage ich mich, ob die starken Abweichungen von der klassischen Pokémon Formel das Interesse vieler Spieler mindern wird – so hält sich der Hype für das Spiel doch momentan noch stark in Grenzen. Zumindest die Trainerkämpfe scheinen klassischer Natur zu sein und die spielbare Demo war einfach zu kurz, um sich ein gutes Gesamtbild zu machen. Zukünftige Nintendo Directs zeigen da hoffentlich noch etwas mehr.

Releasetermin: 17. November 2018 | Prognose: Okay – Gut

Killer Queen: Black

Neben den beiden Hauptattraktionen gab es auf dem Post E3 Event auch eine Reihe anderer Demos mit denen ich etwas Zeit verbracht habe. Neben den üblichen Third Party Kassenschlagern wie Monster Hunter Generations XX, Paladins, Fortnite und FIFA 2019, gab es mit Killer Queen: Black und Overcooked 2 auch zwei populäre Indie-Games zum anspielen. Letzteres habe ich leider nicht mehr anspielen können (zu viel Zeit mit Smash verbracht …), dafür hat meine Zeit mit Killer Queen: Black wirklich Spaß gemacht. Das Spiel basiert auf dem gleichnamigen Arcade-Hit in den USA, in dem bis zu acht Spieler gegeneinander antreten. Ziel des Spiels ist es das eigene Bienen-Nest mit Nektar zu füllen oder die gegnerische drei mal Königin zu töten. In unseren Matches spielten wir 4v4 mit Switch Konsolen über das lokale Netzwerk. Das Gameplay ist sehr action-geladen und erfordert gute Platformer- und Team-Skills. Optisch setzt das Spiel auf einen klassischen 16-bit Sprite Look, der in Full HD wirklich schick aussieht. Ein Indie-Titel den Fans von Couch-Multiplayer Games im Auge behalten sollten.

Releasetermin: Winter 2018 | Prognose: Gut

Starlink: Battle for Atlas

Ein weiteres Spiel das ich angespielt habe war Starlink: Battle for Atlas. Der Multi-Plattform Titel von Ubisoft erscheint im Herbst und bewegt sich Gameplay-technisch Richtung Star Fox, während der Look des Spiels und der Charaktere mich sehr an Spiele wie Fortnite erinnert. Doch Star Fox ist nicht nur eine reine Inspiration für das Entwicklerteam, denn Fox McCloud findet in einem unerwarteten Crossover auch seinem Platz in diesem Spiel. Sein Raumschiff von Typ Arwing, kann im Spiel verwendet werden. Da das Spiel auf einem modularen Toy-to-life Prinzip a la Amiibo, Skylander und Co. basiert, lässt sich das Raumschiff mit echten Spielzeugteilen nach Belieben konfigurieren und mit anderen Raumschiffen mixen. Das ganze wird dann zwischen die Joycons gesteckt (im Docked-Mode) und los gehts. Ein nettes Konzept, auch wenn das Entwicklerteam in Sachen Mechaniken und Performance sicher noch etwas Arbeit vor sich hat. Die Mission die ich gespielt habe fühlte sich für meinen Geschmack etwas zu träge, hakelig und überladen an. Hier hatte ich mit Star Fox Zero auf Anhieb mehr Spaß. Die Steuerung ist in Ordnung, benötigt allerdings etwas Eingewöhnungszeit. Ich bin dennoch auf das finale Spiel gespannt und hoffe die letzten Monate Entwicklungszeit glätten die Wogen noch etwas.

Mario Tennis: Aces

Das wohl beliebteste Mario Sport Spin-off noch vor Golf, ist wohl Tennis. Mario Tennis: Aces ist am 22. Juni für Nintendo Switch erschienen und macht einen echt guten Eindruck, gerade nach dem super langweiligen Ableger für Wii U. Das Spiel bietet reichlich Tiefe in seinem Mechaniken, sodass Matches unter Freunden tatsächlich zunehmend mehr Spaß machen. Von der Wahl des Charakters, über die Timings der Super-Moves, bis zur die Wahl des Spielfeldes und der richtigen Schläge – in Mario Tennis: Aces gibt es viele Elemente die auf den Ausgang des Matches entscheidenden Einfluss nehmen. Ich habe bereits ein paar Stunden mit dem Spiel verbracht und bin wirklich erstaunt wieviel Spaß ich mit dem Titel doch habe. Während der Vorgänger mangels Inhalt und Spieltiefe bereits nach wenigen Runden langweilig wurde, macht Aces auch nach zwei Stunden im Multiplayer noch Spaß. Genauso gelungen sind die teils wirklich kniffligen Challenges und Bosse im Adventure Modus (Story, Singleplayer). Hier geht es vor allem um Geschicklichkeit und Präzision. Wem es nach einem unterhaltsamen Mario Sport Spiel durstet sollte auf jeden Fall einen Blick in den eShop werfen.

Releasetermin: 22. Juni 2018 | Fazit: Gut

Fotostrecke: Nintendo Post E3 Event 2018