Review: Destiny: The Tale of Kamakura

Eine der Deutschlandpremieren beim diesjährigen Nippon Connection Film Festival in Frankfurt a.M. (29. Mai bis 03. Juni) ist Destiny: The Tale of Kamakura (DESTINY鎌倉ものがたり). Die fantasievolle Manga Adaption von Regisseur Takashi Yamazaki, der auch das Drehbuch geschrieben hat, war in Japan bereits ein großer Erfolg. Aber wird er auch das Publikum in Frankfurt erobern können?

Die junge Akiko heiratet den Schriftsteller Masakazu und zieht zu ihm in das sagenumwobene Kamakura. An diesem Ort leben Menschen und spirituelle Wesen in Harmonie zusammen. Schnell freundet sie sich mit den exzentrischen Bewohner*innen an. Das Leben mit der 130 Jahre alten Magd Kin, der eigentlich schon verstorbenen Frau Seto und einem liebenswerten Unglücksgeist erweist sich als kurzweilig. Doch als Masakazu eines Morgens aufwacht, ist seine Frau verschwunden. Jetzt gilt es, sie aus den Fängen böser Geister zu befreien.

Fantasievoll ist eigentlich untertrieben, Destiny: The Tale of Kamakura platzt vor Fantasie – egal ob Kreaturen, Bilder oder Handlungsideen. Einmal sehen reicht eigentlich nicht, um all die liebevollen Details aufzunehmen – zum Glück wird er gleich zwei Mal auf der NC gezeigt. Der Film hat seinen ganz eigenen märchenhaften Look. Es ist ein bisschen so, als wären Seiten eines reich illustrierten Buches zum Leben erweckt worden. Dazu passt, dass die Special Effekts als solche zu erkennen sind. Auch durchweht den Film ein nostalgischer Hauch, dank des bildschönen Produktionsdesigns, was sehr zur romantischen Stimmung beiträgt.

Die Geschichte hat mehrere Handlungsstränge, ist aber nicht übermäßig kompliziert, weil im Grunde einer nach dem anderen abgehandelt wird. Manchmal würde man gerne mehr über eine Situation, Person oder Kreatur erfahren, aber trotz der 129 Minuten (die sich überhaupt nicht so lange anfühlen) ist dafür keine Zeit und so endet nicht nur der Spaziergang über den Nachtmarkt der mystischen Wesen viel zu früh. Es gibt ein Krimielement, Fantasy, Spannung und Humor. Liebe, vor allem über den Tod hinaus, ist ein großes Thema, es wird aber zum Glück nie schmalzig. Ein bisschen problematisch mag für manchen Zuschauer die junge Akiko sein, denn nicht nur ist ihr größter Wunsch eine gute Ehefrau zu sein, nein, sie wird meistens beim kochen und bedienen gezeigt.

Ohne groß zu Spoilern, sollte man noch erwähnen, dass Destiny auch für das Jenseits eine tolle Bildhaftigkeit gefunden hat. Dort findet eine sehr schön gemachte Action-Sequenz statt, bei der nicht gilt umso größer, umso besser, sondern es ist Action passend zum Rest des Films. Überhaupt ist das Gesamtbild ein sehr harmonisches.

Fazit

Destiny: The Tale of Kamakura ist ein wunderschöner, fantasievoller und stimmungsvoller Film. Ein optisches Fest, eine unterhaltsame Geschichte, gut aufgelegte Schauspieler, ein romantischer Hauch von Nostalgie und mythischem Japan – in kurz: Ein absolutes Highlight der diesjährigen Nippon Connection, das man nicht verpassen sollte.

Destiny: The Tale of Kamakura (OmU) wird am Donnerstag, 31. Mai, um 14:15 Uhr im Mousonturm, Frankfurt, und am Sonntag, 3. Juni, um 20:00 Uhr im Mal Seh’n Kino, Frankfurt, gezeigt. Der Film geht ca. 129 Minuten. Alle Infos, Trailer und Link zum Ticketverkauf gibt es hier.

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8.5
Bildschön

Pros

  • Optisch ein Fest
  • Schöne Idee
  • Romantisch & humorvoll

Kontras

  • Einiges zu kurz abgehandelt
  • Altmodisches Frauenbild

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
9