Review: Solo: A Star Wars Story

Heute startet Solo: A Star Wars Story in den deutschen Kinos – ein weiterer großer Eintrag im Star Wars Universum und ein Film der bereits lange vor seiner Fertigstellung mit Skepsis seitens der Fans und einem Regisseurwechsel zu kämpfen hatte. Wir konnten den Film bereits vorab sehen und uns ein Bild davon machen, ob das Abenteuer des jungen Han Solo wirklich überzeugen kann.

© Lucasfilm / Disney

I have a good feeling about this

Zugegeben, vor dem Kinobesuch, hielt sich auch mein Enthusiasmus für Solo stark in Grenzen. Ich war mir nicht sicher, wieso man ausgerechnet die Geschichte des jungen Han Solo erzählt, wo es doch so viele Charaktere mit deutlich mehr Potenzial gibt. Auch war ich skeptisch ob Alden Ehrenreich in der Rolle des Han Solo wirklich überzeugen kann, denn sowohl im Trailer als auch in sonstigen Promo-Materialien, wollte der Funke für mich einfach nicht überspringen. Aus diesem Grund war ich sehr positiv überrascht, dass das Endprodukt in beiden deutlich Punkten besser abschneidet als zuvor befürchtet. Ohne große Spoiler: Die Story dreht sich um den jungen Outlaw Han (suprise!), der versucht seine schreckliche Jugend hinter sich zu lassen und Pilot zu werden. Doch einmal ein Schmuggler, immer ein Schmuggler. Ehe er sich versieht ist er Teil einer Crew und versucht einen waghalsigen Raubzug, um jene zu beschützen, die er liebt.

© Lucasfilm / Disney

In Puncto Story wagt Solo nur wenige große Risiken, hebt sich jedoch immer noch so sehr von allen bisherigen Filmen ab, dass man das Gefühl hat, eine gänzlich neue Art Star Wars Film zu sehen. Solo verzichtet auf viele der typischen Star Wars Elemente und bietet Fans ein Abenteuer, wie man es sonst nur aus Star Wars Büchern, Comics oder den Animationsserien kennt. Zwar erweitert Solo am Ende des Tages das Star Wars Universum inhaltlich nur unmerklich, doch ist es immer noch ein großer Spaß all die neuen Orte, Rassen und Charaktere kennenzulernen, so kurz ihre Auftritte auch manchmal sein mögen. Solo enthält einige spektakuläre Action-Sequenzen, allgemein gibt es aber deutlich weniger VFX, als beispielsweise in The Last Jedi oder Rogue One. Stattdessen glänzt Solo besonders in Sachen Szenenbild und Kostümen. Ich war wirklich begeistert, wie viele tolle Sets und Alienrassen Lucasfilm für diesen Streifen angefertigt hat.

Regisseur Ron Howard versucht stilistisch sehr nah an dem Ton und der Stimmung der Originaltrilogie zu bleiben. Große Teile des Films sind sehr klassisch inszeniert und könnten wirklich aus einem 80er-Jahre Streifen stammen – insbesondere einige der Dialoge. In Anbetracht des Settings passt das meistens sehr gut, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass manche Szenen etwas weniger old school geschrieben wären. Lucasfilm möchte mit Solo scheinbar gerade die ältere Fangemeinde ansprechen – jene die mit der neuen Trilogie vielleicht noch nicht warm geworden sind.

© Lucasfilm / Disney

Sehr positiv angetan war ich von der Tatsache, dass Solo mich ein paar Mal wirklich überrascht hat. Gerade ein Cameo war für mich völlig unerwartet und dürfte viele eingefleischte Star Wars Fans sehr glücklich machen. Schauspielerisch gab es ebenfalls nur positive Überraschungen. Entgegen meiner Erwartungen macht sich Ehrenreich als Han Solo wirklich gut, vorausgesetzt man lässt sich darauf ein, dass dieser ikonische Charakter nicht von Harrison Ford gespielt wird. Auch bei Qi’ra, gespielt von Emilia Clarke (Game Of Thrones), stimmt alles soweit. Woody Harrelson ist in seiner Rolle als Hans Mentor ideal besetzt, ebenso wie Lando Calrissian, der vom großartigen Donald Glover gespielt wird. Auf eine typische Star Wars Zutat kann aber auch Solo nicht verzichten: der schräge Droide. L3-37, gespielt von Phoebe Waller-Bridge, ist ein vorlauter Droide mit erstaunlich menschlichem Charakter, den sich Howard zu nutzen macht, um mit etwas erwachsenerem Droiden-Humor zu experimentieren.

Musikalisch ist Solo der erste Star Wars Film, der versucht sich wirklich abseits von John Williams Musik zu bewegen. Komponist John Powell (Drachenzähmen leicht gemacht, Bourne-Reihe) nutzt die Gelegenheit um der Filmmusik eine komplett eigene Note zu verleihen. Das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen, auch wenn mir lediglich eine Melodie wirklich in Erinnerung geblieben ist und die gänzlich andere Art der Kompositionen mich tatsächlich 1-2 mal aus dem Film herausgezogen hat. Star Wars ohne John Williams ist halt doch etwas anderes.

© Lucasfilm / Disney

Fazit

Solo: A Star Wars Story ist eine große Überraschung! Er funktioniert erstaunlich gut, ist erfrischend anders und weiß trotz ein paar kleineren Problemen zu unterhalten. Ron Howard schafft es die Essenz des Star Wars Universums einzufangen, ohne dabei auf zu viele der typischen Zutaten zurückzugreifen. Entgegen aller Erwartungen verkörpert Alden Ehrenreich den jungen Han wirklich gut und die Handlung hat genügend frische Ideen um den einen oder anderen Story-Hänger zu kaschieren. Zwar ist der Einfluss des Films auf Star Wars als Gesamtwerk eher gering, doch zumindest das Publikum darf sich auf 135 Minuten beste Unterhaltung freuen … und vielleicht kriegen wir ja jetzt endlich ein Obi-Wan Spin-off!

8
Unterhaltsam

Pros

  • Erfrischend anders
  • Tolle Sets / Kostüme
  • Guter Cast

Kontras

  • Kleinere Drehbuchprobleme
  • Wenig Einfluss auf das Universum

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
9