Review: Avengers: Infinity War

Avengers: Infinity War ist das bisher ehrgeizigste Unterfangen im Marvel Comic Universe. Noch nie versammelte man so viele Superhelden in einem Film und noch nie ging es um so viel. Am 26. April kommen die Avengers, die Guardians of the Galaxy und Konsorten ins Kino und stellen sich Thanos. Damit jeder die Möglichkeit hat, das Superheldenspektakel voll auf sich wirken zu lassen, gibt es jetzt unseren komplett Spoiler-freien Review.

Thanos (Josh Brolin) will die Hälfte des Universums auslöschen. Dafür braucht er alle Infinity Steine. Einer davon befindet sich in Visions (Paul Bettany) Stirn und der Hüter eines weiteren ist Dr. Strange (Benedict Cumberbatch). Als sich Thanos und seine Schergen auf die Suche nach den Steinen machen, wird sehr schnell klar, dass ein oder zwei Avenger alleine ihn nicht aufhalten können. Nur sind sie seit dem Sokovia-Abkommen keine Einheit mehr.

Das die Regisseur-Brüder Anthony und Joe Russo (The Return of the First Avenger, The First Avenger: Civil War) bildgewaltige Action können, haben sie bewiesen, aber Avengers: Infinity War ist eine Nummer größer. Selbst mit 149 Minuten Laufzeit erscheint es Wahnsinn, so viele Figuren in einen Film zu packen, denn wie soll man allen gerecht werden können? Von Thanos war bisher auch noch nicht viel zu sehen und die Bösewichte sind bisher nicht gerade Marvels Stärke gewesen, zumindest die männlichen, denn Hela (Cate Blanchett) war in Thor: Ragnarok formidabel. Und weil aller guten Probleme drei sind, gibt es da noch den dritten Akt – das große Finale, bei dem mehr bisher nicht immer, naja, mehr war. Dazu noch der gewaltige Hype … und trotzdem geht alles auf.

Avengers: Infinity War funktioniert weil die einzelnen Komponenten (Drehbuch, Schauspieler, Effekte, Musik) stimmen und die Regisseure sie geschickt verbinden. Das Drehbuch von Christopher Markus & Stephen McFeely (u.a. drei Captain America Filme und Thor: The Dark Kingdom) liefert die Basis. Anstatt alle Superhelden an einem Ort zu versammeln, schickt es sie in neuen Kombinationen durch die Gegend. Dazu verpasst es vielen Figuren ein paar sensationelle Sprüche, welche die Schauspieler durch die Bank perfekt rüberbringen. Wie erwartet, bekommt nicht jeder Superheld viel zu tun, aber fast jeder wird effektiv eingesetzt und das Gesamtbild ist dadurch sehr ausgewogen.

Seit Robert Downey Jr. 2008 mit Iron Man den Anfang machte, braucht man sich um eines keine Sorgen machen: die Schauspieler. Egal ob flotter Spruch oder emotionale Momente, hier liefern wieder alle ab. Es ist schwer, eine oder zwei Performances herauszuheben, denn natürlich macht jede Minute mit den üblichen Verdächtigen wie Downey Jr., Tom Holland, Benedict Cumberbatch und Chris Hemsworth Spaß. Was man aber erwähnen sollte, ist das die bislang etwas unterforderte Zoe Saldana endlich zeigen darf, was sie kann. Genauso erwähnenswert ist Josh Brolins Mocap-Performance für Thanos. Dessen Erscheinungsbild ist grenzwertig lächerlich (dieses Kinn!), aber dank Brolin ist er alles andere als das. Zumal ihm das Drehbuch auch Monologe verpasst, die er perfekt rüberbringt.

Was den Russos hervorragend gelungen ist, ist das Tempo. Avengers: Infinity War hat ein durchgehend gutes, knackiges Tempo ohne Durchhänger. Das liegt auch daran, dass keine Szene länger als nötig ist – Humor wird nicht ausgereizt, Tragik versinkt nicht im Tal der Tränen und selbst der Action sind Grenzen gesetzt. Mancher wird sicherlich monieren, dass die emotionalen Momente zu kurz kommen – aber da steht War im Titel und im Krieg gibt es zumeist keine Zeit innezuhalten und zu trauern. Die Action-Szenen sind wie üblich schnell geschnitten. Gelungen ist den Russos auch, die verschiedenen Superhelden zusammenzubringen ohne, dass es forciert wirkt.

Gleich die ersten Minuten zeigen, dass Avengers: Infinity War einen viel düsteren Ton anschlägt als zuletzt Spider-Man: Homecoming und Thor: Ragnarok. Der Film stürzt sich ohne großes Vorgeplänkel in die Handlung und es geht gleich erstaunlich konsequent los. Das mag irritieren, wenn man sich erstmal gemütlich zurücklehnen wollte, aber es ist eine Ansage. Trotzdem, egal wie sehr man meint, jetzt vorbereitet zu sein, auf das was kommt – man ist es nicht, gerade was den dritten Akt angeht. Der ist den Russos wirklich gelungen, sowohl in der visuellen als auch der emotionalen Umsetzung.

Natürlich wird der Film die übliche Portion Kritik abbekommen, manchen wird er vielleicht nicht emotional genug sein (trotz des Endes), andere werden ihn überladen finden, aber in diesem Review beschränkt sich die Kritik auf kleinere Kleinigkeiten, z.B. sieht eine Figur aus wie ein Nazgûl, dem das Pferd unter ihm verloren gegangen ist, oder größeren Kleinigkeiten, z.B. bleibt Captain America etwas blass. Spannend bleibt jetzt natürlich die Frage, wie es im nächsten Avengers, der im Frühjahr 2019 in die Kinos kommt, weitergeht. Eine Lösung scheint am Ende so offensichtlich, dass sie den emotionalen Punch für manche vielleicht verringert, aber wenn man nach Infinity War geht, dann werden es sich die Russos sicherlich nicht so leicht machen.

Fazit

Avengers: Infinity War ist ein absolutes Superheldenspektakel. Die Russo-Brüder haben die gewaltige Aufgabe gemeistert und einen unterhaltsamen Film abgeliefert, der mit einem guten Tempo, tollen Schauspielern, Effekten, Ideen, Humor, Action und Drama überzeugt. Diesmal haut auch das Finale so richtig rein. Ein absolutes Muss für Fans des MCU. Spoiler vermeiden und ab ins Kino!

Diesmal gibt es nur eine Post-Credits Szene, die einen Hinweis auf den vierten Avengers Film liefert.

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9
Mega Marvel

Pros

  • Unterhaltsam & überraschend
  • Tolle Action & Effekte
  • Humor & Drama
  • Die Schauspieler
  • Super Tempo

Kontras

  • Cap & Black Widow bisschen blass
  • Thanos Motivation nicht gerade originell

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
10