Review: Black Panther

Es wird erwartet, dass Black Panther an seinem ersten Startwochenende in den USA einen Kassenrekord aufstellt. Nicht nur ein schwarzer Superheld, sondern ein fast ausnahmslos schwarzer Cast in einem Marvel Film – man kann verstehen, warum der Hype riesengroß ist. Bei uns lief er schon am Donnerstag, 15. Februar an. Ist der Hype gerechtfertigt?

Nach dem Tod seines Vaters muss der T’Challa (Chadwick Boseman) seinen rechtmäßigen Platz als König des isolierten, doch technisch weit fortgeschrittenen afrikanischen Staates Wakanda einnehmen. Doch als sich ein alter Feind des Landes aufs Neue erhebt, werden nicht nur die Kräfte des legendären Helden Black Panther auf die Probe gestellt, sondern auch die Fähigkeiten T’Challas sein Volk durch diese Krise hindurch zu führen. Sollte er dem Kampf nicht gewachsen sein, steht nicht nur das Schicksal Wakandas, sondern das der ganzen Welt auf dem Spiel.

Black Panther ist ein cooler Superheld und Chadwick Boseman war einfach eine perfekte Wahl. Das zeigt sich auch im ersten Soloabenteuer. Egal ob in Momenten des Gewissenskonflikts, Getändel mit der Ex, als großer Bruder oder in Action mit ausgefahrenen Krallen, Boseman ist, naja, der King. Was man nicht unbedingt von seiner Nemesis Erik Killmonger sagen kann. Michael B. Jordan hat sich zwar redlich abgequält, um seine Figur entsprechend aufzubauen, aber seine Performance hat was von einem Poser-Bengel, der von einer autoritären Ordnungsschelle profitieren könnte. Es hilft nicht, dass seine Motivation nachvollziehbar ist, aber als Origins-Story einen kaum vom Hocker reißt. Auch Daniel Kaluyaas W’Kabi ist so einer, von dem man genau weiß, wie er sich entwickeln wird.

Mehr Spaß machen einem der völlig durchgeknallte Ulysses Klaue (Andy Serkis) und Everett K. Ross (Martin Freeman). Ausgerechnet die einzigen beiden weißen Protagonisten. Aber wenn Regisseur Ryan Coogler Serkis schon erlaubt, so richtig in die gestörten Vollen zu gehen, dann darf man das wohl auch lobend erwähnen. Genau wie Serkis ist Freeman jemand, der eigentlich immer super ist. Hier macht es besonders Spaß, das Spiel zwischen ihm und Letitia Wright zu sehen. Außerdem ist seine Figur so eine, wo bei der nie so genau weiß, woran man ist.

Aber wen interessieren die männlichen Figuren, mit Ausnahme des Black Panthers, bei so starken Frauenfiguren! Danai Gurira als General Okoye, die mächtigste Kriegerin Wakandas, ist ein absolutes Highlight und allein wegen ihr lohnt sich schon der Gang ins Kino. Ebenfalls herausragend ist Letitia Wright als Shuri, T’Challas freche Schwester und Technik-Genie. Sie ist quasi Black Panther’s Q. Lupita Nyong’o überzeugt erneut, diesmal als T’Challs Ex, die aber alles tut nur nicht rumheulen. Das Angela Bassett als seine Mutter top ist, versteht sich. Man sollte diesen Film nicht nur als Film eines schwarzen Superhelden feiern, sondern auch als einen, der wirklich gute Rollen für Frauen hat!

Für die Welt von Wakanda hat man sich so richtig ins Zeug gelegt und mit viel Liebe fürs Detail eine farbenprächtige Welt erschaffen. Da fällt es nicht ins Gewicht, dass es in einigen Szenen sehr nach Greenscreen aussieht. Auch beim Soundtrack hat man einen eigenen Weg gewählt, der sehr gut funktioniert. Trotzdem ist Black Panther mit 145min zu lang. Die Geschichte ist solide, funktioniert auch gut als Origins-Story, aber es gibt leider einige Durchhänger. Das gilt nicht für die Action, die mit ein paar richtig coolen Szenen aufwarten kann. Was nervt, ist dass am Schluss mal wieder von Frieden bringen gefaselt wird – ehrlich jetzt? Ohne zynisch klingen zu wollen, aber man weiß ja, wie sowas ausgeht. Am Ende gibt es noch zwei Post-Credits Szenen, von denen nur eine in Bezug auf Infinity War relevant ist.

Vielleicht ist mancher neugierig auf Black Panther, aber eine Comic-Verfilmung? Für diesen Fall hält der Film auch eine Metaebene bereit. Wer will, kann ihn als popkulturell verpackte Diskussion um globale Verantwortung sehen und somit den Gang ins Kino rechtfertigen. Ist Wakandas Isolation und wenig begeisterte Aufnahme von Flüchtlingen für einen modernen Monarchen und eine solch fortschrittliche Gesellschaft zu rechtfertigen? Was sagt uns das, dass ausgerechnet Killmonger das Wissen und den Reichtum teilen will? Und darf man überhaupt Kritik anmerken, denn die Protagonisten sowie Regisseur und Drehbuchautoren sind doch schwarz? Wer für Unfrieden im politisch korrekten Umfeld sorgen möchte, der sollte definitiv eine Runde Kino spendieren. Falls es wieder Erwarten friedlich bleibt, kann man noch die Frage in die Runde werfen, ob die Aussage des Films, dass hochentwickelte Technik die Menschen zu Frieden führen kann, haltbar ist.

Fazit

Black Panther ist ein solider Marvel-Film, der Spaß macht, aber er wird dem mega Hype nicht ganz gerecht, weil die Story Durchhänger hat und der Big Bad nicht der Interessanteste ist. Chadwick Boseman ist aber absoluter ein Gewinn für das Marvel-Universum, genauso wie Danai Gurira, von der man hoffentlich in Infinity War noch mehr zu sehen bekommt. Richtig cool sind der Titelheld, die Gadgets, Andy Serkis und die weiblichen Figuren. Außerdem gibt es eine super Verfolgungsjagd und der Soundtrack haut dazu rein.

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7.5
Unterhaltsam

Pros

  • Die Frauen
  • Die Gadgets
  • Boseman, Serkis & Freeman
  • Die Action-Sequenz in Korea

Kontras

  • Die männlichen Figuren außer BP
  • Kleine Durchhänger
  • Schwaches Ende

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
8