Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Am 15. Februar läuft Guillermo del Toros (Pans Labyrinth, Hellboy) neuester Film Shape of Water – Das Flüstern des Wassers in den deutschen Kinos an. Mit im Gepäck: 13 Oscar-Nominierungen, zwei Golden Globes (Regie & Musik), vier Critic’s Choice Awards, den Goldenen Löwen als Bester Film bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig (2017) und begeisterte Kritiken. Für uns war Markus, der uns bereits bei ES ausgeholfen hat und großer del Toro-Fan, im Kino. Seine Eindrücke, meine Worte: hier der Review.

Es ist Anfang der 60er Jahre und Amerika befindet sich im Kalten Krieg. In einem versteckten Hochsicherheitslabor der Regierung arbeitet Elisa (Sally Hawkins) als Reinigungskraft, gefangen in einem Leben der Stille und Isolation, denn sie ist stumm. Ihr einsames Leben ändert sich für immer, als sie und ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer) ein als geheim eingestuftes Experiment entdecken: eine amphibische Kreatur (Doug Jones).

Angesichts der vielen begeisterten Soundbites der Sorte magisch und wunderschön, sollte man vor dem Gang ins Kino wissen, dass dank der plötzlichen und drastischen Gewaltausbrüche (FSK: ab 16 Jahren) Shape of Water eher Grimm-meets-Amélie als Disney Märchen ist. Wer keine abgetrennten Finger, Folter und vor allem eine Katzen-fressende-Kreatur ertragen kann, dem könnte das mit dem magisch abgehen. Ebenso ist Elisa keine Disney Prinzessin. Cinderella musste zwar auch im Kittel putzen, aber frühmorgendliche Masturbationsszenen im Bad gab es bei ihr nicht. Wer aber Guillermo del Toros Filme wie Pans Labyrinth liebt und ein Faible für altmodische Horrorfilme wie Der Schrecken vom Amazonas (Creature from the Black Lagoon, 1954) hat, der kann sich schon einmal freuen.

Der Film ist ein Fest für Auge und Ohr. Die Ausstattung erschafft bis ins kleinste Detail eine romantisierte Version der Sechziger, die zusammen mit dem wunderschönen Soundtrack von Alexandre Desplat, den Zuschauer in diese Welt eintauchen lässt. Dass die darin eingebettete und etwas andere Boy-meets-Girl Geschichte so gut funktioniert, liegt vor allem an den einfühlsamen und überzeugenden Darstellungen von Sally Hawkins und Doug Jones. Hawkins Ausdrucksstärke, die gar keinen gesprochenen Text benötigt, wird zurecht gefeiert und Doug Jones lässt vergessen,  dass es sich bei der Kreatur um einen Schauspieler im Kostüm handelt.

Die Nebenrollen sind ebenfalls großartig besetzt. Die wie immer wunderbare Octavia Spencer als Elisas geschwätzige Kollegin Zelda und Richard Jenkins als der gescheiterte Künstler Giles wachsen einem ans Herz. Und dann gibt es da noch Michael Shannon, der als Sicherheitschef Strickland überzeugt, auch wenn die Rolle schon fast ein wenig überzogen angelegt ist. Neben Strickland wirkt Hauptmann Vidal aus Pans Labyrinth fast schon harmlos, so bösartig ist er und so abscheulich sind seine Taten. Der Film ist 123 Minuten lang, trotzdem möchte man keinen Handlungsstrang missen. Es sind nicht zuletzt die kleineren Geschichten im Film, die dafür sorgen, dass man ihn immer wieder sehen und Neues entdecken kann.

Fazit

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers ist ein wunderschön ausgestattetes, wundervoll vertontes und ebenso fantasievoll wie ergreifend erzähltes Horror-Märchen von einer unkonventionellen Liebe zwischen einer stummen Frau und einer Mensch-Amphibien-Kreatur. Man muss die Geschichte gesehen haben, um ihren Zauber zu verstehen. Auf dem Papier klingt sie schräg, im Kino berührt sie das Herz. Aller Romantik zum Trotz sollte man sich der plötzlichen und drastischen Gewaltausbrüche bewusst sein.

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9
Romantik-Horror

Pros

  • Die Ausstattung
  • Die Darsteller
  • Die Musik
  • Poetisch verfilmt

Kontras

  • Gewalt plötzlich und heftig

Unser Fazit


Handlung
9
Präsentation
9