Review: Das Leben ist ein Fest

Einen Review, den wir nachreichen wollen, ist zu: Das Leben ist ein Fest (OT: Le Sens de la Fête), der bereits am 1. Februar in den Kinos angelaufen ist. Warum sich die Mühe machen? Weil ein Film, bei dem einen die Tränen vor Lachen runterlaufen, einen Review und eine Empfehlung wirklich verdient hat. Voilà hier ist er:

Seit Jahrzehnten richtet Max (Jean-Pierre Bacri) luxuriöse Hochzeiten aus, aber ausgerechnet sein aktuelles Projekt, eine Traumhochzeit in einem herrschaftlichen Landschloss vor den Toren Paris, droht zum Vollfiasko zu werden. Die Hochzeitsgesellschaft steht im Stau, die Band fällt aus, der Fotograf vergreift sich an den Häppchen statt Fotos zu machen, die neue Aushilfe ist doof wie Stroh, die eigene Frau will die Scheidung und der Schwager erkennt in der Braut die große Liebe seines Lebens – doch das ist noch nicht alles. Getreu dem Motto “Schlimmer geht immer” schreitet der Abend voran. Schmeisst Max das Handtuch oder kann das Brautpaar doch glücklich in die Flitterwochen verabschiedet werden?

Mit Hochzeitskomödien ist das so eine Sache – es gibt sie in allen möglichen Formen von sehr stilvoll (Die Nacht vor der Hochzeit, 1940) bis weniger stilvoll (Brautalarm). Eine Menge darf man getrost als unsäglich bezeichnen (wir verkneifen uns die Beispiele), während andere fanatisch geliebt werden – vor einer Gruppe Frauen zu erklären, man hätte Vier Hochzeiten und ein Todesfall genau einmal gesehen und das hätte auch gereicht, darf durchaus als Mutprobe gelten. Keine Mutprobe ist es allerdings für Das Leben ist ein Fest ins Kino zu gehen, denn der neue Film des Regie-Duos Olivier Nakache und Eric Toledano dazu (Ziemlich beste Freunde) ist ein ganz großer Spaß, bissig, albern und vor allem erfrischend unschmalzig.

Eines gleich vorweg: Das Leben ist ein Fest ist zwar von den selben Filmemachern, aber er hat nicht die emotionale Tiefe von Ziemlich beste Freunde. Das muss einem vor dem Gang ins Kino bewusst sein, damit sich erst gar keine Erwartungshaltung in diese Richtung aufbaut. Zur Hochzeitskomödie wurden außerdem Anspruch und Bedeutung gar nicht erst eingeladen, aber sie fehlen einem kein bisschen, den Charme, bissiger Humor, Situationskomik und Albernheit sind alle dabei. Dazu kommt eine wirklich wundervolle Besetzung, welche die Figuren mit Leben erfüllt. Gut, vieles bleibt oberflächlich und auf die Frage, was das Brautpaar aneinander findet, gibt es auch keine Antwort, aber weil der Film genug Herz für seine Figuren hat, fällt das nicht ins Gewicht.

Diese Hochzeitskomödie ist ohne Altersbeschränkung freigegeben, aber am meisten Spaß werden sicherlich die haben, die ihre Teeniejahre und einige Hochzeiten hinter sich gebracht haben. Aber man muss auf keiner Hochzeit gewesen sein, um hier herzhaft lachen zu können. Natürlich sind manche Situationen überspitzt und manche Figuren überzeichnet, aber das ist ja auch keine Doku, allerdings nicht so sehr, wie man vielleicht gerne denken würde. Ja, so Fotografen gibt es wirklich. Wenn man dem Film etwas vorwerfen kann, dann dass er beim großen Finale einfach nicht zum Ende kommen will und das er dann doch noch einen etwas arg gefühlsduseligen Moment bringt. Zum Glück hat sich das dann fix und er endet auf einer wirklich witzigen Note.

Fazit

Nicht nur Das Leben ist ein Fest, dieser Film ist es auch. Eine ganz wunderbare, leichte Komödie, die einen zwar nicht so berührt, aber dafür richtig zum Lachen bringt. Gelegentlich ein bisschen albern, aber dafür nicht vulgär, mit marginalem Tiefgang, aber wunderbar scharfem Blick auf die Menschen, ist diese Komödie eine absolute Empfehlung.

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8.7
Très witzig

Pros

  • Sehr, sehr witzig
  • Tolle Schauspieler
  • Sehr gute Synchro
  • Bissiger Humor

Kontras

  • Finale einen Tick zu lang
  • Am Ende kurz etwas gefühlsduselig

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
8
Humor
10