Review: Your Name

Makoto Shinkais Coming-of-Age-Geschichte Your Name: Gestern, heute und für immer ist der erfolgreichste Anime Film aller Zeiten und kommt am 11. und 14. Januar auch hier in die Kinos. Anime ist was nur für Japaner und Teenager? Von wegen, auch in den USA brach der Film Kassenrekorde und im vergangenen September kündigte niemand geringerer als J.J. Abrams (Star Wars: Das Erwachen der Macht) an, die Body-Switch-Geschichte als Live-Action-Remake zu adaptieren. Warum man nicht bis dahin warten sollte, hier unser Review:

Mitsuha lebt in einer ländlichen Kleinstadt Japans, wünscht sich aber ein aufregendes Leben in der Großstadt. Taki würde sich freuen, so beschaulich aufzuwachsen, denn er wohnt in der Millionen-Metropole Tokio, verbringt viel Zeit mit seinen Freunden und jobbt neben der Schule in einem italienischen Restaurant. Eines Tages scheint Mitsuha einen Traum zu haben, in dem sie sich als Junge in Tokio wiederfindet. Parallel macht Taki eine ähnliche Erfahrung: Er findet sich als Mädchen in einer Kleinstadt in den Bergen wieder, wo er noch nie zuvor war. Doch das ist erst der Anfang einer unglaublichen Geschichte.

Beim Versuch Your Name zu definieren, wird schnell klar, dass es ein ganz eigener Film ist. Er ist eine Body-Switch-Komödie, aber auch eine Teenie-Romanze, ein Zeitreise-Drama, Fantasy und noch mehr. Was sich auf dem Papier wie ein wilder Mix anhört, ist im Kino ein faszinierendes Erlebnis. Es fängt als unterhaltsame Body-Switch-Geschichte an, aber so wie das wiederkehrende Motiv des traditionellen Flechtens, verflechtet Regisseur Shinkai verschiedene Themen im Lauf der 112 Minuten und am Ende ist es ein ganz anderer Film. Der Weg dahin ist dabei ziemlich spannend.

Makoto Shinkai wird inzwischen gerne mit dem großen Altmeister Hayao Miyazaki (Oscar für Chihiros Reise ins Zauberland) von Studio Ghibli verglichen. Das Auge für Details haben sie beide gemeinsam, aber weiter soll hier kein Vergleich gezogen werden, um nicht von der Eigenständigkeit von Your Name abzulenken. Der Film erzählt nicht nur eine tolle Story, er ist auch in seinen Details und in den großen Bildern atemberaubend schön und von beindruckender Qualität. Wie bei den verschiedenen Story-Elementen, passt auch hier alles zusammen: Anime-Figuren und fotorealistische Umgebungen, ländliches, traditionelles und modernes Japan, und das alles in leuchtenden, lebendigen Farben. Your Name ist ein Fest fürs Auge.

Was vielleicht nicht für jedermann ist, ist die musikalische Untermalung durch die japanische Band Radwimp, die von einem englischen Kritiker mit einem Auftritt von Fall Out Boy bei der Apokalypse verglichen wurde. Das hätten wir jetzt vielleicht nicht so formuliert, aber egal ob sie einem gefällt oder nicht, auch die Musik trägt positiv zur Stimmung bei. Ebenfalls Geschmacksache ist die Synchrostimme von Mitsuha. Ihr wurde eine Kleinmädchenstimme verpasst, die gerade anfangs irritiert. Davon abgesehen ist sie ein sympathischer Charakter, genauso wie Taki, und man ist emotional sehr schnell mit ihnen verbunden.

Fazit

Wer sich auf Your Name einlässt, bekommt einen der fantasievollsten und visuell schönsten Filme des Jahres zu sehen. Regisseur Makoto Shinkai verknüpft geschickt verschiedene Genre und Motive zu einem spannenden Film, der unterhält und berührt.

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9.5
Top

Pros

  • Visuell umwerfend
  • Spannend
  • Unterhaltsam

Kontras

  • Dt. Synchro Stimme von Mitsuha

Unser Fazit


Handlung
9
Präsentation
10