Review: Greatest Showman

Am 4. Januar läutet Hugh Jackman als Greatest Showman das Kinojahr 2018 ein. Das Jackman dem Titel als größter Showman der Welt gerecht werden kann, steht wohl außer Frage – wem in engen goldenen Glanzhosen der Broadway zu Füßen liegt (in The Boy from Oz), der kann auch die Uniform eines Zirkusdirektors rocken – aber kann auch der Film begeistern?

Er ist eine Waise ohne Geld, aber dafür mit viel Fantasie und Träumen: P.T. Barnum. Das Leben ist hart für einen Träumer wie ihn und manchmal bleibt ihm nichts anderes übrig, als zu stehlen, so hungrig ist er. Eines Tages erfährt er jedoch Güte – ausgerechnet von einer Frau, die wie er am Rand der Gesellschaft lebt. Nur ist sie nicht nur arm, sondern auch mißgestaltet. Ein prägendes Erlebnis, auch wenn es noch einige Jahre dauert, bis P.T. Barnum die Idee hat: ein Kuriosenkabinett!

Greatest Showman ist ein mitreißendes, buntes Feelgood-Spektakel mit einem wunderbaren Hugh Jackman. Der Film ist allerdings auch völlig substanzlos, anachronistisch in seiner Musik, und nimmt es mit der wahren Geschichte des P.T. Barnum nicht so genau. Im Grunde ist Greatest Showman also ein Musical-Film, wie Hollywood sie so gerne zu seiner Glanzzeit produzierte. Die Geschichte dient als Vorwand für Entertainment durch Spektakel – bunte Kostüme, schmissige Gesangsnummern mit Tanzeinlagen und schöne Schauspieler. Wichtig ist, dass der Film unterhält. Das hier ist Showbusiness und keine Geschichtsstunde. Moderne Musik? Und wenn schon, Hauptsache die Füße wippen dazu.

Solange man im Kino sitzt macht der Film, der aus unerfindlichen Gründen das The im Titel auf dem Weg von Hollywood nach Deutschland verloren hat, wirklich Spaß. Aber wenn die 105 Minuten rum sind und man in bester Laune das Kino verlässt, fragt man sich schon: warum eigentlich? Nun, die meisten Songs gehen ins Ohr und werden mit gehörig Enthusiasmus präsentiert, der einfach ansteckend ist. Und dann gibt es da Hugh Jackman. Er transformiert die Leinwand in seinen Auftritten zur Broadway-Bühne. Für wen das Musik in den Ohren ist, für den ist auch der Film etwas.

Jackman ist natürlich das Herz von Greatest Showman, aber auch der Rest der Besetzung unterhält bestens. Zac Efron und Zendaya, als Autor aus gutem Hause und Trapezkünstlerin, sind hübsch und charismatisch. Keala Settle gibt als Frau mit Bart ein tolles Filmdebüt und Rebecca Ferguson sorgt mit “Never Enough” für Gänsehaut. Das Drehbuch aber kann mit anderen Musicals, wie z.B. La La Land, nicht mithalten. Die Message, am Traum festzuhalten, wird einem eingehämmert, dass es die Klingel von Hau den Lukas auslösen könnte. Genauso wenig elegant wird mit gesellschaftlichen Problemen umgegangen, aber die Schauspieler spielen über die meisten Schwächen charmant hinweg. Dazu wird das Ganze mit tollem Set-Design schön in Szene gesetzt.

Fazit

Greatest Showman ist ein mitreißendes Feelgood-Musical mit einem großartigen Hugh Jackman, tollen Gesangsnummern und wenig Substanz. Er ist kein echtes Biopic, sondern ein Showbusiness-Spektakel. Wer einfach nur Entertainment will, der kann sich hier von der Atmosphäre einfangen und vom Enthusiasmus anstecken lassen – nur darüber nachdenken sollte man nicht zu viel.

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6.7
Feelgood

Pros

  • Hugh Jackman
  • Ansteckende gute Laune
  • Die Gesangsnummern

Kontras

  • Substanzlos
  • Anachronistisch
  • Fern eines 'echten' Biopics

Unser Fazit


Handlung
5
Präsentation
7
Musik
8