Review: Eine bretonische Liebe

Bereits am 21. Dezember ist die französische Komödie Eine bretonische Liebe (OT: Ôtez-moi d’un doute) in den Kinos angelaufen. Für wen der Film etwas ist und ob es sich lohnt, dafür auch mal ein kleineres art house Kino zu besuchen, hier unser Review:

Erwan (François Damien) ist Minenentschärfer in der Bretagne. Mit der dafür benötigten Ruhe ist es vorbei, als er erfährt, dass seine Tochter Juliette (Alice de Lencquesaing) schwanger ist und ihm nicht verraten will, wer der Vater der Kindes ist. Außerdem gibt es da noch einen hoffnungslos unfähigen Mitarbeiter (Esteban), der ihm jeden Nerv raubt. Dann erfährt er durch einen Zufall, dass sein Vater Bastien (Guy Marchand) gar nicht sein leiblicher Vater ist. Der ohnehin schon am Rand eines Nervenzusammenbruchs stehende Erwan macht sich heimlich auf die Suche nach seinem leiblichen Vater und findet dabei den spitzbübischen 70-jährigen Joseph (André Wilms) und trifft auf die Tierärztin Anna (Cécile de France), in die er sich verliebt – nichtsahnend, wer sie ist.

Kein Spektakel, keine aufwendigen Action-Sets, keine Weltraumritter, keine vulgären Sprüche – dafür eine echte Alternative für alle, die das Blockbusterkinoprogramm seit den Feiertagen ernsthaft erwägen lässt, eine gute alte VHS-Kassette aus dem Schrank zu kramen. Vorausgesetzt natürlich, man ist romantischen Komödien nicht abgeneigt. Denn Regisseurin Carine Tardieu, von der auch die Idee zu dem Film stammt, liefert einen sehr entspannten, humorvollen und charmanten Film ab. Hier gibt es keine hektischen Schnitte und keine billigen Witze. Selbst wenn der Film vermutlich nur in den kleinen art house Kinos läuft, ist er nicht verkünstelt und übertreibt es auch nicht mit dem Tiefgang.

Die Handlung ist zwar ziemlich vorhersehbar und fordert einen nicht gerade, aber die Schauspieler machen das mehr als wett. François Damien als Erwan sieht zwar nicht aus, als könne er sich ein Zubrot als Männermodel verdienen, aber er gibt hier einen ganz wunderbaren und romantischen Protagonisten ab. Die Chemie zwischen den Schauspielern funktioniert auf allen Ebenen und so macht es wirklich Spaß ihnen 100min lang zuzusehen. Die Figuren sind erwachen und der Humor ist es auch, meistens warmherzig, manchmal albern, aber nie unter der Gürtellinie. Dazu die Bretagne als Hintergrund und voilà ein Film fürs Herz und fürs Auge – aber fernab von TV-Schmonzetten, denn er ist nie kitschig oder schmalzig.

Fazit

Eine bretonische Liebe ist ein rundum liebenswerter Film, der einen mit einem schönen Gefühl aus dem Kino entlässt. Liebenswert, charmant, romantisch, intelligent und perfekt für ein etwas älteres Publikum mit einem Faible für romantische Komödien. Dank der tollen Schauspieler fällt es auch nicht sehr ins Gewicht, dass die Handlung manchmal arg vorhersehbar ist.

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7
Charmant

Pros

  • Liebenswert & charmant
  • Humorvoll & intelligent
  • Tolle Schauspieler
  • Nie billig

Kontras

  • Etwas vorhersehbar
  • Etwas konstruiert

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
7