Review: Justice League

Am 16. November ist es für Fans der DC Comics Helden endlich soweit: Justice League kommt in die Kinos. Außerdem ist der Film, in dem sich Batman, Wonder Woman, Aquaman, The Flash und Cyborg zusammenschließen, statt der angedrohten drei Stunden nur 120 Minuten lang. Aller guten Nachrichten sind drei?

Angetrieben durch sein wiederhergestelltes Vertrauen in die Menschheit und inspiriert durch Supermans selbstloses Handeln, holt Bruce Wayne die Hilfe seiner neu entdeckten Verbündeten Diana Prince ein, um einem noch stärkeren Gegner gegenüberzutreten. Gemeinsam machen sich Batman und Wonder Woman an die Arbeit, ein Team von Metamenschen zu finden, zu rekrutieren und sich der neu erwachten Gefahr zu stellen.

Ein übermächtiger, uralter Außerirdischer namens Steppenwolf (Ciarán Hinds) hat eine wahnsinnig originelle Idee: er will mit Hilfe seiner geflügelten Armee der Erde und der Menschheit den Garaus machen. Zeit einen Zitat-Klassiker auszupacken: Nein! – Doch! – Ohh! (Hasch mich, ich bin der Mörder, 1971). Wegen der Story braucht also kaum einer ins Kino rennen. Dazu kommt, dass Steppenwolf und so mancher Effekt rund um seine Taten (um es mal spoilerfrei vage zu halten) nicht gerade Schmuckstücke der VFX-Kunst sind. Wenn man dazu noch den Vergleich der Logik mit Schweizer Käse bringt und so manche Szene von einem leichteren Händchen profitiert hätte, darf man schon fragen: Warum ist dieser Review dann kein Verriss?

Justice League ist viel, aber nicht langweilig. Das liegt u.a. am guten Tempo und dem wirklich tollen Cast. Gal Gadot ist wieder ganz wonderbar als Wonder Woman, Jason Momoa macht als Aquaman optisch mächtig was her, und Ezra Miller ist als Flash das Highlight von Justice League. Unnötig erschien sein Casting angesichts der Tatsache, dass Grant Gustin als TV’s The Flash ziemlich perfekt ist. Aber die bewusste Entscheidung TV- und Kinostorylines zu trennen machte es erforderlich. Miller bringt einen ansteckenden Enthusiasmus mit und das Drehbuch verpasste ihm dazu einige der besten Sprüche und Szenen. Ray Fisher als Cyborg kommt cool rüber, muss aber mit weniger starkem Material arbeiten, genauso wie Jeremy Irons als Alfred und Amy Adams als Lois Lane. Und Batfleck?

Ben Affleck ist wieder ein besserer Bruce Wayne als Batman, aber egal in welchem Anzug er steckt: Sowohl Wayne als auch Batman sind sichtlich angeschlagen vom Tod Supermans (siehe Batman vs Superman). Genauso wie der Rest der Welt, wie das Intro des Films zu Leonard Cohens “Everybody Knows”, gesungen von Sigrid, zeigt. Die Musik zum Films stammt diesmal übrigens von Danny Elfman, der sehr effektiv die klassischen Themen einsetzt. Batman wäre natürlich nicht Batman ohne Batmobil, das Bat-Signal und den Batarang. Letzter wird in einer Szene mit Barry Allen geworfen. Weil das Drehbuch den enthusiastischen Allen Bruce Wayne anhängt, rutscht der Film nicht in ein trübes Jammertal ab. Da bräuchte es nicht einmal eine “überraschende” Entwicklung, die hier nicht gespoilert werden soll – die aber jeder schon ahnt, der einen Blick auf Trailer / Poster geworfen hat.

Justice League befand sich bereits in der Post-Production Phase, als Regisseur Zack Snyders Tochter Selbstmord beging. Snyder übergab daraufhin den Film an Joss Whedon, der sich auch für die Nachdrehs verantwortlich zeigte. Das merkt man natürlich, aber nicht unbedingt zum Nachteil, wenn man sich mit Batman v Superman schwer getan hat. Es gibt viel Action (Slow-Motion wird beim Flash ähnlich wie bei X-Mens Quicksilver verwendet), nicht immer genial, aber meistens unterhaltsam, und das Tempo ist durchgehend flott. Natürlich kann man bemängeln, dass der Film zu viel will und nichts davon richtig ausgearbeitet ist (oder dem Schnitt zum Opfer fiel). Justice League spielt halt nicht in derselben Liga wie Wonder Woman, aber immerhin ist er unterhaltsam.

Fazit

Die Story kann man vergessen, den Bösewicht braucht keiner und Lobgesänge auf die VFX-Abteilung kann man sich größtenteils auch sparen. Weil Justice League aber eine ordentliche Portion Humor und coole Superhelden mitbringt, sich bei den Slow-Motion Aufnahmen relativ zurückhält und ordentlich Action bietet, sind es zwei unterhaltsame Kinostunden (inkl. 2 Post-Credits Szenen) geworden. Kann man sich ansehen und egal ob man Spaß hat oder nur rumnörgelt – langweilig ist er wenigstens nicht.

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7
Unterhaltsam

Pros

  • The Flash & Wonder Woman
  • Humorvoll & selbstironisch
  • Unterhaltsam, kurzweilig

Kontras

  • Story
  • Bösewicht
  • Teils schwache Special Effects

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8