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Holocafé Aachen: die Virtual Reality Spielhalle ausprobiert

Noch ist der Verbreitungsgrad von Virtual Reality gering – die Technologie ist vergleichsweise teuer, das Spielangebot nur langsam wachsend. Kurzum: Nur absolute Enthusiasten gaben ein VR-fähiges System zuhause. Die unter dem Namen Holocafé laufenden Virtual-Reality-Spielhallen wollen das Mittendrin-Spielgefühl für Jedermann bringen. Wir waren in der Filiale in Aachen und haben es einmal ausprobiert.

Donnerstag, 19.30 Uhr in der Aachener Innenstadt. In Wurfreichweite des Theaters hat in der westlichsten Großstadt Deutschlands das Holocafé eröffnet – eine Spielhalle für Virtual Reality mit Spielen für Einzelpersonen und Gruppen. Maximal vier Personen können pro Raum spielen, sagt die Internetseite, und so bringe ich drei Freunde mit. Während zwei bereits VR-Erfahrung haben, sind zwei noch absolute Laien in der virtuellen Welt. Perfekte Ausgangssituation für einen Test aufs Exempel.

Holocafé: Technik aus dem Wohnzimmer

Bei der Technik setzt das Holocafé auf die bewährte HTC Vive, die auch normale Kunden kaufen können. Diese kabelgebundene VR-Brille ist mit Raumtracking und zwei Touch-sensiblen Controllern ausgestattet und gilt neben der Oculus Rift als eine der besten Consumer-VR-Lösungen auf dem Markt. Eine kurze Einweisung durch das Personal später und wir befanden uns in der virtuellen Lobby, in der wir spielerisch den Umgang mit der HTC Vive lernten.

Die Software und Singleplayer-Spiele hinter dem VR-Erlebnis basieren auf Steam, die drei Multiplayer-Spiele sind jedoch Eigenentwicklungen und auf das Holocafé zugeschnitten. Neben einem obligatorischen (und viel zu schweren) wellenbasierten Shooter (Holo Arena) und einem beschaulichen Puzzler (Carpe Lucem) auf Farbbasis gibt es noch die Raumstation-Simulation Chaos Commando. Und OMG trifft dieser Name das Geschehen gut! Nicht umsonst lautet der Untertitel des Spiel “Shouting Simulator”.

 

Als Crew einer besonders anfälligen Raumstation mussten wir Anweisungen brüllen, Schalter umlegen, vor Panik die Hände in die Luft werden oder uns vor Meteoriten ducken. Pro Spielrunde nehmen Anzahl der Anweisungen und die Möglichkeiten zur Umsetzung zu. Chaotisch wurde es schnell, aber wir konnten uns bis Runde 10 durcharbeiten, bevor es “Game Over” hieß. Chaos Commando ist auf jeden Fall das Multiplayer-Highlight des Holocafés und besitzt eine sehr gute Mischung aus Bewegung, Knobeln und Herumschreien von Befehlen. Wer schon immer einmal eine Ausrede gesucht hat “Warpgeschwindigkeit auf 8” zu brüllen, findet sie hier.

VR-Spielhalle mit Lounge-Charakter

Wer sich bei dem Holocafé jetzt eine dunkle und rauchige Arcade aus einem Hollywood-Streifen vorstellt, ist auf dem Holzweg: Helle Farben und futuristische LED-Beleuchtung und bequeme Retro-Ledersessel erzeugen eher Lounge-Charakter. Bequem ist es auf jeden Fall.

 

Insgesamt bietet die VR-Spielhalle mehrere Spielräume, von denen drei online buchbar sind. Die restlichen können bei Spontanbesuchen genutzt werden. Ende September gab es dazu ein Kennenlernangebot für 5 Euro pro Person für Einzelsessions und 12 Euro pro Person für Multiplayer-Sessions, das auch aktuell noch gilt.

Leerlaufzeiten zwischen Sessions können Besucher in der Filiale mit verschiedenen Kaltgetränken im Wartebereich vertreiben und gleichzeitig auf einer Leinwand die aktuelle VR-Session in Holosuite 1 beobachten. Bei unserem Besuch versperrte leider eine Fehlermeldung die Sicht auf das Geschehen. Grundsätzlich merkt man der Technik noch einige Kinderkrankheiten an: Ein VR-Headset und der dazugehörige PC mussten neugestartet werden, bevor die Teilnahme am Multiplayerspiel möglich waren. Nach kurzer Wartezeite klappte aber alles, nur ab und an konnte man eine Steam-Warnmeldung aufploppen hören. Unser Spiel wurde dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.

Weitere Infos und Buchung

Neben einer Filiale in Aachen bietet Holocafé auch eine Location in Troisdorf, die mit der gleichen Ausstattung aufwarten kann. Der Popup Store, mit dem Holocafé Ende 2016 sein Konzept in Düsseldorf startet, zieht derzeit um und wird voraussichtlich ab November 2017 wieder öffnen. Die Buchung einzelner Spielflächen kann entweder online im Voraus oder vor Ort erfolgen. Vorteil bei der Onlinebuchung: Man sieht sofort, welche Räume ausgebucht sind und vermeidet so Wartezeiten. Die Sessions dauern 30 Minuten, von denen 10 Minuten für die Einweisung vorgesehen sind. Folgesessions können ohne Einweisung starten, sodass mehr Zeit in der virtuellen Welt bleibt.

Unser Fazit: Nach 50 Minuten im VR-Bereich waren wir absolut kaputt, aber hatten eine Menge Spaß. Gleichzeitig meldeten die Muskeln – die ständige intensive Bewegung forderten ihren Tribut. Am Ende stand fest: Gerne mehr! Das überaus freundliche Personal, das auch thematisch auf dem neusten Stand ist, macht das Holocafé Aachen zu einem idealen Ausflugsziel für Studenten und Technikinteressierte.

[Notiz: Der Autor bedankt herzlich sich bei Holocafé Aachen für die unkomplizierte und schnelle Bereitstellung von Bildern für diesen Artikel.]