Review: ES

190 Millionen Klicks in den ersten 24 Stunden: das Interesse an der Neuverfilmung von Stephen Kings populärem Roman ES ist riesengroß. 27 Jahre nach der berühmten Fernsehumsetzung kommt der wohl böseste aller Clowns am 28. September in die Kinos. Vermag Pennywise auch heute noch Angst und Schrecken zu Verbreiten? Für unseren Review hat sich Markus ins Kino getraut.

Oktober 1988. Die Kleinstadt Derry hat mit starken Regenfällen und Überschwemmungen zu kämpfen. Der kleine Georgie (Jackson Robert Scott) macht das Beste daraus und lässt sein Papierboot im Rinnstein fahren, welches ihm sein großer Bruder Bill (Jaeden Lieberher) gebastelt hat. Dabei entdeckt er Pennywise, den tanzenden Clown, in einem Gully und wird von diesem brutal ermordet. Georgie soll nicht sein letztes Opfer bleiben. Ein Jahr später, in den Sommerferien, versucht Bill immer noch herauszufinden, was geschehen ist und kommt zusammen mit seinen Freunden, dem Club der Verlierer, einem uralten Grauen auf die Spur, das Derry alle 27 Jahre heimsucht und es vor allem auf Kinder abgesehen hat.

ES ist nach Mama der zweite abendfüllende Film von Regisseur Andy Muschietti und was soll man sagen: es ist eine der gelungensten Stephen-King-Verfilmungen. Wichtig für alle Leser des Horror-Klassikers: dieser Film deckt nur den Handlungsstrang um die Kinder ab, während ein zweiter Film 2019 die Protagonisten bei ihrem Kampf gegen ES als Erwachsene begleiten soll. Eine gute Entscheidung, denn der Film funktioniert eigenständig und zeichnet sich durch eine Atmosphäre aus, die stark an Stand by me, E.T. oder ganz aktuell Stranger Things erinnert. Die Coming of Age Geschichte wurde zudem aus den 50er in die 80er Jahre verlegt. Das Zeitkolorit ist dabei wirklich schön geworden dank einer detailverliebten Umsetzung.

Ein Grund warum ES so gut funktioniert ist die sehr gute Besetzung auf jeder Position. Vor allem die Kinderdarsteller machen das richtig gut und sind sehr überzeugend. Aber natürlich steht und fällt dieser Film mit Pennywise und mit Bill Skarsgard hat man den Hauptgewinn gezogen. Nichts gegen Tim Curry (1990), aber Skarsgard ist noch fieser, ekelhafter und gruseliger. Seine Performance wird dazu optimal unterstützt durch das Design und Make-Up.

Die Horror-Sequenzen in denen Pennywise auftritt, sind sehr klassisch gehalten, teils auch sehr brutal. Es gibt Jump-Scares, dunkle Korridore, ein Spukhaus und einige Ekeleinlagen. In solchen Momenten ist die Musik, die insgesamt sehr atmosphärisch ist, ein wenig zu aufdringlich. Auch wenn nicht jeder erschrocken aus dem Sitz springen wird, funktioniert der Horror dennoch ganz gut. Nicht zuletzt wegen der Kamerarbeit, die den gesamten Film wunderbar einfängt, egal ob es die Konfrontationen mit dem Clown oder ganz alltägliche Szenen einer Kleinstadt sind. Apropos Kleinstadt, in dieser gibt es ein paar Einwohner, die einem wesentlich mehr Angst einjagen können als Pennywise. Hier zeigt sich wieder einmal, dass es  die Monster aus dem echten Leben sind, die in uns echtes Unbehagen auslösen.

ES ist ein Film über Freundschaft, das Erwachsenwerden, den Umgang mit Verlusten und einen Clown, der sich von der Angst von Kindern ernährt. Der Film versprüht einen angenehmen Retro-Charme und wer Freude an Stranger Things hatte, kann auch mal reinschauen. Es ist eben nicht nur ein reiner Metzel-Horror, allerdings muss man sich im Klaren sein, dass der Film durchaus seine Gewaltspitzen hat (FSK: ab 16 Jahren) und Blut sollte man auch sehen können. Für manche sind natürlich Abweichungen von der Vorlage der blanke Horror, aber selbige sind hier eher zum Vorteil oder schlichtweg notwendig gewesen.

Fazit

ES ist eine wirklich schöne und atmosphärische Umsetzung des Stephen King Romans, der die in die Jahre gekommene Fernsehverfilmung von 1990 würdig ablöst. Der Horror an sich kommt klassisch und etwas vorhersehbar daher, funktioniert aber dennoch gut. Bill Skarsgard ist wunderbar gruselig. Neben seinem Pennywise ist der Club der Verlierer das Highlight.

Ein Dank an Markus, der keine Angst hatte, für uns ins Kino zu gehen. Mit seiner Hilfe konnte ich diese Kritik schreiben. Warum ich nicht selber ins Kino bin? Weil ich null Ahnung von Horror habe und somit keine würdige Rezensentin für so eine Klassiker-Adaption bin.

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8.3
ES lohnt sich

Pros

  • Klassisch gruselig & Werktreu
  • Bill Skarsgard
  • Tolle Atmosphäre
  • Club der Verlierer

Kontras

  • Horror-Elemente etwas vorhersehbar

Unser Fazit


Handlung
9
Präsentation
9
Horror
7