Review: Begabt: Die Gleichung eines Lebens

Sommer. Während die einen sich auf Superhelden-Blockbuster-Action freuen, blicken andere sehnsüchtig aufs Kinoprogramm nach etwas, das mehr ihrem neuen Buch für an den Pool/Strand entspricht. Das Poster für Begabt: Die Gleichung eines Lebens (OT: Gifted), der am 13. Juli in die Kinos kommt, erscheint in dieser Hinsicht vielversprechend.

Der alleinstehende Frank Adler (Chris Evans) hat die Vaterrolle für seine aufgeweckte kleine Nichte Mary (McKenna Grace) übernommen und lebt mit ihr in einem Küstenstädtchen in Florida. Mary ist hochbegabt, doch Frank setzt alles daran, ihr ein normales Leben zu ermöglichen. Dennoch bleibt das mathematische Talent der Siebenjährigen nicht unbemerkt, und so taucht eines Tages Franks herrische Mutter Evelyn (Lindsay Duncan) auf. Die Pläne der wohlhabenden Bostonerin für ihre Enkelin drohen Frank und Mary auseinander zu reißen. Als die familiären Spannungen zunehmen, bekommen Onkel und Nichte jedoch Unterstützung von ihrer resoluten Vermieterin und besten Freundin Roberta (Octavia Spencer) – und von Marys Lehrerin Bonnie (Jenny Slate), die sich in ihrer Fürsorge für ihre hochbegabte Schülerin auch Marys attraktivem Onkel annähert.

Es ist ja nicht so, als wäre Chris Evans auf die Heldenrolle festgelegt, aber diese Woche laufen gleich zwei Filme mit ihm an und was spielt er darin? Richtig, einen Helden. Captain America in Spider-Man: Homecoming und eine etwas alltagskonformere Version in Begabt. Kann natürlich auch Zufall sein. Jedenfalls spielt er sie gut und gerade Begabt profitiert davon. Die Story ist nämlich so wahnsinnig originell jetzt nicht und daher auch relativ vorhersehbar. Es ist gerade Evans, Grace und Spencer zu verdanken, dass zum Ende hin die Augen nicht in einen Dauer-Roll-Modus übergehen. So aber sind die meisten Szenen berührend oder unterhaltsam, selbst wenn sie vorhersehbar oder etwas zu schmalzig sind.

McKenna Grace ist eine tolle Neuentdeckung. Man nimmt der 11-jährigen die außergewöhnliche Begabung für Mathe ab. Außerdem spielen sie und Evans das Nichte-Onkel Team so natürlich, als wäre das nicht ihr erster sondern x-ter Film zusammen. Zu ihnen gesellt sich die wieder einmal wunderbare Octavia Spencer (Hidden Figures), die hier aber viel zu wenig Screentime hat. Etwas zu viel des Guten ist allerdings Lindsay Duncan, die Evelyn Adler so eisig spielt, dass man Eiszapfen-Spontanbildung an den Dächern Floridas erwartet. Jenny Slate als Lehrerin mit den schönen Augen für Frank erfüllt ihren Zweck, aber mehr auch nicht.

Neben den Schauspielern gibt es auch noch eine Katze im Film und wie so oft ist mit Katze gleich alles besser. Eine wieder völlig vorhersehbare Handlungsentwicklung, welche den Kater involviert, liefert Chris Evans die Chance heldenhaft auch noch die Herzen zu erobern, die zuvor statt Cap eher Thor or Tony Stark zugeflogen sind. Denn man muss schon aus Stein sein, wenn einem in dieser Szene nicht warm ums Herz wird und man nach 101 Minuten völlig davon überzeugt aus dem Kino geht, dass Chris Evans/Frank ein Guter ist.

Fazit

Ein Sommerfilm wie leichte Sommerlektüre: Begabt: Die Gleichung eines Lebens ist gefühlvoll, berührend und humorvoll, aber auch ziemlich vorhersehbar und gelegentlich etwas zu schmalzig. Weil er aber das Herz am rechten Fleck hat und Grace, Evans und Spencer überzeugend und sympathisch spielen, wird man den Gang ins Kino nicht bereuen.

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7
Fürs Herz

Pros

  • Toll: Evans, Grace, Spencer
  • Viel Herz
  • 1. Hälfte überzeugend
  • Die Katzen-Story

Kontras

  • Vorhersehbar
  • Hauch zu schmalzig
  • Zu wenig Spencer

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8