Review: Ich – Einfach Unverbesserlich 3

Ab 6. Juli heißt es wieder Bananaaa! in den Kinos, denn natürlich dürfen die Minions in Ich – Einfach Unverbesserlich 3 nicht fehlen. Wieviel (die Frage nach dem ob wäre rein rhetorisch) Spaß das neue Abenteuer von Gru, seinen Adoptivtöchtern und den kleinen gelben Chaoten macht und warum man seinen Kinobesuch gut timen sollte, hier unser Review.

Aus dem ehemaligen Kinderstar Balthazar Bratt ist ein Superschurke geworden – komplett mit Vokuhila, großen Schulterpolstern und Kaugummi. Er ist der Grund, warum Gru und Lucy von der AVL (Anti Verbrecher Liga) gefeuert wurden. Der Weg steht also offen für eine Rückkehr zur Schurkerei, aber zur großen Enttäuschung der Minions will Gru auf dem rechten Weg bleiben. Als er erfährt, dass er einen Zwillingsbruder hat: Dru – mit vollem Haupthaar und ausgerechnet einem Wunsch: auch mal ein großes Ding abzuziehen! – sieht Gru eine Chance, sich Balthazar noch einmal vorzuknöpfen.

Ich – Einfach Unverbesserlich 3 sind 90 Minuten, die kaum bunter und vollgepackter sein könnten. Wie in den beiden vorherigen Filmen bekommt Gru ein neues Familienmitglied, es gibt Musik von Pharrell Williams (Happy) und einen größenwahnsinnigen Superschurken. Dazu sind die Kinder wie gehabt goldig, Grus Mutter unmöglich, und die Minions chaotisch. Wo Ich – Einfach Unverbesserlich draufsteht, ist auch genau das drin. Für alles war Platz – nur für Überraschungen nicht.

Das absolute Highlight des Films ist eindeutig Balthazar Bratt. Alles an und um diese Figur ist herrlich 80s. Mit welcher Liebe das Team von Illumination Entertainment diese Figur ausgearbeitet hat, ist eine Freude für den Zuschauer. Vom Soundtrack (a-ha, Dire Straits, Van Halen, u.vm.) über die Schulterpolster bis zum Stoffbezug des Sessels. Im Vergleich zu Bratt ist Dru eine überraschend schwache Figur aus der schnell die Luft raus ist. Das ist extrem schade, denn da steckt Potential drin – aber die Filmemacher zeigten sich diesmal einfach nicht risikobreit. Das gilt auch für den Humor, der diesmal extrem direkt ist. Mal abgesehen von einem ziemlich heftigen visuellen Findet Nemo Gag am Anfang, den man bei der FSK Vergabe von ab 0 Jahren wohl übersehen hat.

Die Altersfreigabe bedeutet auch, dass die Kinos vermutlich voller Kleinkinder sein werden. Womit wir beim eingangs angekündigten timen sind. Ja, Ich – Unverbesserlich 3 ist süss, hat Herz und einen mitunter einfachen Humor, aber viele unter 6-jährige können kaum eine Stunde lang ruhig sitzen, erst recht nicht bei dieser Flut von Eindrücken. Ganz zu schweigen davon, dass mit fortlaufender Zeit das Bedürfnis, selbige zu besprechen lauter wird. Selbst jemand mit potentiellem Heiligenstatus wird an seine Grenze kommen, wenn man deswegen die meisten Anspielungen verpasst – denn die toppen die Handlung. Abendvorstellungen oder warten auf die Home Entertainment Ausgabe sind in Fällen von schwächerem Nervenkostüm nicht die schlechtesten Ideen.

Fehlen noch die Minions. Diese haben einen eigenen Handlungsstrang, der sie u.a. ins Gefängnis führt, von dem sie vor allem einen herrlichen Running Gag mitnehmen. Wer alle Trailer und Featurettes vorab gesehen hat, wird den Eindruck bekommen, schon so gut wie alle Szenen zu kennen. Das stimmt zwar nicht ganz, aber ist schon etwas doof. Trotzdem, die Nummer beim Gesangswettbewerb kommt auf großer Leinwand noch grandioser. Natürlich mischen sie auch im großen Showdown mit. Der übrigens etwas an die ausufernden Showdowns der neueren Comic-Verfilmungen erinnert.

Fazit

 

Ich – Einfach Unverbesserlich 3 hat alles, was die Fans der Reihe lieben und natürlich macht er viel Spaß. Der grandiose Superschurke Balthazar Bratt, die Minions und die ganzen 80s Referenzen täuschen aber darüber hinweg, dass es diesmal an Substanz und Risikobereitschaft seitens der Filmemacher fehlt. Für die Fortsetzung müssen neue Ideen her, bis dahin kann man ja einfach mal auch nur so Spaß haben.

 

 

 

7
Unterhaltsam

Pros

  • Guter Superschurke
  • Die Minions
  • Das 80s Motiv

Kontras

  • Zu direkter Humor
  • Unüberraschend
  • Potential verschwendet

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8