Review: Die Mumie

Am 8. Juni steht sie erneut im Kino auf: Die Mumie. Nach Boris Karloff (1932) und Arnold Vosloo (1999) wird sie diesmal von Sofia Boutella (Star Trek: Beyond) gespielt. Ob ihr der Bandagen-Look steht? Und was macht Tom Cruise in diesem Film – ganz zu schweigen von Dr. Jekyll (Russell Crowe)? Lohnen die Antworten den Gang ins Kino des Vertrauens?

Die Archäologin Jenny Halsey hält Nick Morton (Cruise) für einen Grabräuber, der zieht es allerdings vor, sich als Befreier von Antiquitäten zu bezeichnen. Leider befreit er auch Prinzessin Ahmanet (Boutella). Diese wurde einst lebendig begraben und ihr Liebhaber getötet, weil sie einen Bund mit dem Bösen geschlossen hatte. Aber wie so viele Frauen ist sie auch nach Jahrtausenden noch nachtragend und sinnt auf Rache. Und während Jenny sauer auf Nick ist, findet Ahmanet Gefallen an seiner irdischen Hülle und will ihn um jeden Preis.

Die neueste Reinkarnation der Mumie ist gleichzeitig der Auftakt der Dark Universe Reihe von Universal Pictures. Was Die Mumie nicht ist, ist die Version 2.0 der beliebten Mumien-Filme mit Brendan Fraser oder gar des Klassikers von 1932. Das ist legitim und das muss man sich vorher einfach klar machen, damit man nicht mit falschen Erwartungen ins Kino geht. Wäre es eine TV-Produktion würde man es wohl eine Pilotfolge nennen und bei denen hapert es ja gern mal. Genau das tut es hier auch.

In die 110 Minuten Laufzeit packt Regisseur Alex Kurtzman alles, was das Publikum gerne sieht und auch nur ansatzweise zu einer unleidlichen Mumie passen könnte: Abenteuer, Horror, Comedy, Action und Spannung. Das Problem ist dabei nicht die wandelnde Mullbinde, es ist das Versäumnis von Kurtzman das alles optimal zu kombinieren. Dabei fängt es so gut an (nachdem man das Origins-Intro mit der unsäglichen Synchronstimme von Crowe überstanden hat) mit Tom Cruise Action-Szenen, die einem genau das geben, was man von Popcorn-Blockbuster-Kino erwartet (inklusive der ersten Logiklöcher). Das erste Highlight lässt auch nicht lange auf sich warten: der Absturz des Frachtflugzeugs – nicht am Computer erschaffen, sondern in echter Schwerelosigkeit in 64 Parabelflügen gedreht. Mega!

Die Probleme fangen mit den Zombies an. Sorgen sie am Anfang noch für kurze Schreckmomente und überaus unterhaltsame Prügeleien mit Nick, nehmen sie irgendwann Überhand und fangen an, einen anzuöden. Das ist suboptimal. Dann wird auch noch Prodigium, die Geheimorganisation der Dr. Jekyll vorsteht, eingeführt und sie vermag nicht zu begeistern. Dr. Jekyll zeigt seine andere Seite. Gähn. Zum Glück gibt es noch mehr Action (unter Wasser, über Wasser, Tom Cruise rennt) und ein paar flotte Sprüche. Logikfehler gehören quasi zum Genre, also was solls, und man erwartet auch keine genialen Dialoge, aber so ein Film darf einfach keine Momente haben, in denen man ohne Probleme mal eine Toilettenpause einlegen würde. Die Mumie ist aber was für schwache Bläschen.

Viele Kritiker fanden den Schuldigen in Tom Cruise, er könne keine Comedy und außerdem sehe er einfach unnatürlich jugendlich aus. Ersteres stimmt nicht, er liefert hier einige der besseren Humor-Highlights ab, und was das andere betrifft: wer was altes, zerfurchtes sehen will soll zu den Rolling Stones gehen. Tom Cruise steht natürlich für coole Action und die gibt es hier. Zum Ende hin wiederholt sie sich aber etwas und dieses permanente Gerenne kann man schon fast als Hommage an das Duracell Häschen bezeichnen. Apropos Ende: das ist mal ganz schwach. Hätte man sich hier etwas getraut, hätte es vermutlich große Lust auf das Dark Universe gemacht.

Fazit

Die Mumie ist ein bisschen wie eine Packung M&Ms in der zu viele mit der falschen Farbe drin sind. Eigentlich eine gute Sache, aber halt nicht optimal gemischt. Sofia Boutella ist toll, Tom Cruise ist halt Tom Cruise und liefert coole Stunts ab, und man bekommt ordentliche Popcorn-Kino Schauwerte. Fängt sehr unterhaltsam an, aber im Gegensatz zu Cruise geht dem Film irgendwann die Luft aus. Da wäre mehr drin gewesen – oder besser gesagt: weniger wäre hier mehr gewesen.

FSK: ab 12 Jahren

5.5
Geht so

Pros

  • Sofia Boutella
  • Die Flugzeug Szene
  • Coole Schauwerte
  • Einige echt witzige Momente

Kontras

  • Zu viele Zombies
  • Unausgegorener Genre Mix
  • Prodigium & Jekyll öden an
  • 3D Geld nicht wert

Unser Fazit


Handlung
4
Präsentation
7