Review: Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

Am 25. Mai ist es zum fünften Mal soweit, denn dann kehrt Johnny Depp als Pirat mit versoffener Schale und weichem Kern in Pirates of the Caribbean: Salazars Rache (OT: Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales)  in die Kinos zurück. Nach den ersten Screenings korrigierten Kritiker in den USA ihre spontane oh-nein-nicht-noch-einer Reaktion in wie-unterhaltsam-ist-der-denn! Tun wir es ihnen nach?

Einmal mehr hat sich der Schicksalswind für Captain Jack Sparrow (Depp) gedreht. Mordlustige Geister-Matrosen, die dem berüchtigten „Teufels-Dreieck“ entkommen sind, jagen alle Piraten auf hoher See – und wer steht ganz oben auf ihrer Liste? Natürlich Jack! Denn niemand geringerer als sein alter Erzfeind, Captain Salazar (Javier Bardem), führt die Geister-Matrosen an. Jacks einzige Überlebenschance besteht darin, den legendären „Dreizack des Poseidon“ zu finden, ein mächtiges Artefakt, das seinem Besitzer völlige Kontrolle über die Meere verleiht. Die Jagd nach dem Dreizack zwingt Jack dazu, sich mit der Mathematikerin und Astronomin Carina Smyth (Kaya Scodelario) und dem jungen Royal Navy Matrosen Henry (Brenton Thwaites) zusammenzutun. Wenn er wenigstens seine geliebte Black Pearl steuern könnte, wäre alles halb so schlimm, aber er kann nicht wählerisch sein und so stürzt er sich am Steuer der Dying Gull (“sterbende Möwe”) auf in den Kampf auf See.

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache ist richtig unterhaltsam und die 128 Minuten fühlen sich trotz leichter Durchhänger gar nicht so lang an. Dieser Film macht Spaß und dass obwohl die Handlung mit jeder Minute einfach unsinniger wird. Wer versuchen will dieser zu folgen, bitte, aber mehr Spaß hat man wohl, wenn man keinerlei Ambitionen in dieser Hinsicht hegt. Denn das Drehbuch beschwört nicht nur Geister in Form von Piraten und Haien auf, sondern auch den viel zitierten löchrigen Schweizer Käse.

Hirn aus, Film an gibts ja öfter, aber was macht Pirates diesmal so unterhaltsam? Zum einen wäre da natürlich Johnny Depp, der sich als Captain Jack Sparrow wieder austoben darf, allerdings ohne den Film in die Johnny-Depp-Show zu verwandeln. Geoffrey Rush als sich der Dekadenz hingebender Captain Barbossa stiehlt ihm sogar fast die Show. Dazu tut Javier Bardem, was er so gut kann: rachsüchtig und etwas gestört den Bösewicht geben. Dazu noch als Geist animiert. Doch ja, das macht Spaß – und die lieben Kleinen werden sich vermutlich angenehm gruseln. Bleiben die Neulinge: Kaya Scodelario ist okay, aber halt leider keine Keira Knightley und Brenton Thwaites ist hauptsächlich hübsch. Letzteres ist keine Beschwerde.

Was man von Piratenfilmen in Sachen Unterhaltung erwartet sind Säbelduelle (leider Mangelware) und Seeschlachten. Letztere bieten in Salazars Rache einige wirklich coole Bilder. Hier sollte man direkt mal anmerken, dass der CGI & 3D Einsatz gut und zum Großteil wirklich gelungen ist. Das absolute Highlight in Sachen Blockbuster-Popcorn-Entertainment ist allerdings direkt die erste große Action-Sequenz komplett mit Guillotine und Bankraub – total bescheuert, aber bescheuert gut. Der finale Kampf um den Dreizack ist jedoch etwas zu viel des Guten. Mal was anderes sind die bisschen ekligen Geister-Haie (FSK: ab 12), aber trotzdem ist dies ein Film für die ganze Familie.

Apropos Familie, die Eltern von Henry – Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley) – kehren ebenfalls mit Kurzauftritten zurück. Unsere Reaktionen darauf waren jedoch so unterschiedlich, dass wir hier einfach beide erwähnen. Die Geschichte beginnt mit Henry, der seinen Vater von seinem Schicksal auf der Flying Dutchman befreien will. Die Reunion von Vater und Sohn wurde einerseits begeistert begrüßt angesichts der Tatsache, dass Bloom auch Muschelverkrustet noch extrem ansehnlich ist, andererseits bemängelt hinsichtlich Blooms Interaktion mit Sohnemann – kalter Fisch-style. Das Ende tropft dann auch vor glückseligem Kitsch und Klischee, was gequältes Stöhnen auf einer Seite und gerührtes Aaawww auf der anderen hervorbrachte.

Fazit

Salazars Rache ist trotz lausig ausgearbeiteter Story der unterhaltsamste Pirates of the Caribbean Film seit dem ersten. Geister-Piraten, -Haie und -Schiff, Captain Barbosa, Will Turner, der schrägste Bankraub seit langem und natürlich Captain Jack Sparrow liefern Unterhaltung für die ganze Familie ab. Genial und originell sieht zwar anders aus, aber der Film liefert genügend Schauwerte, Humor und Action für anständiges Popcorn-Kino. Trotzdem: nach oben ist noch Luft.

7
Unterhaltsam

Pros

  • Tolle Anfangssequenz
  • Unterhaltsam
  • CGI & 3D sehr schön
  • Für die ganze Familie

Kontras

  • Handlung wird progressiv unsinniger
  • Hat kleine Durchhänger
  • Ende kitschig

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8