Never_Ending_Man_Hayao_Miyazaki

Review: Never-Ending Man: Hayao Miyazaki

Als Hayao Miyazaki 2013 seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft verkündete, war der Kummer bei den Fans groß. Nie mehr ein Film von dem Mann, der uns u.a. Mein Nachbar Totoro, Das wandelnde Schloss, Prinzessin Mononoke und Chihiros Reise ins Zauberland schenkte? Aber kann jemand so kreatives wie Miyazaki überhaupt einfach aufhören? NHK World TV präsentiert drei Dokumentationen auf der Nippon Connection in Frankfurt am Main. Eine davon ist Never-Ending Man: Hayao Miyazaki. Eine Doku über Miyazaki in Rente. Oder das, was er darunter versteht.

Kaku Arakawas Dokumentation begleitet Hayao Miyazaki, den Mitbegründer des weltberühmten Studio Ghibli, in der unmittelbaren Zeit nach dessen Rückzug aus dem Filmgeschäft. Sie zeigt einen Mann, der noch voller Ideen steckt, aber der sich dessen bewusst ist, dass er (*1941) vielleicht nicht mehr die Zeit hat, sie umzusetzen. Es geht um Kreativität, Verantwortung, Alter, eine kleine, haarige Raupe und … CGI! Arakawa weiß, dass sein Subjekt faszinierend genug ist und verzichtet darauf, die Doku mit einem komplexen narrativen Aufbau zu belasten. Stattdessen ist sie gradlinig und konzentriert sich auf einen Aspekt, aber genau dadurch wird Miyazakis Auseinandersetzung mit dem Alter und der Idee, die umgesetzt werden will (und wie), sehr eindringlich.

Eine der bekanntesten Szenen aus “Mein Nachbar Totoro” (1988)

Fazit

Wer Hayao Miyazaki schätzt, für den ist Never-ending Man: Hayao Miyazaki Pflichtprogramm. Die ruhige, nachdenkliche Dokumentation erlaubt einen  Blick auf einen beeindruckenden Mann, für den die Kapitel Animation und Kreativität noch lange nicht abgeschlossen sind. Abgesehen von der gelegentlich nervigen musikalischen Untermalung ist die Doku zudem auch für ein Publikum interessant, dass sich bisher noch nicht mit dem Animationsgroßmeister befasst hat. Nur Kinder sollte man nicht hinschleppen, für die dürfte das doch etwas langweilig sein.

Never-Ending Man: Hayao Miyazaki wird als Weltpremiere am Freitag, 26. Mai, um 12:30 Uhr im Mousonturm, Studio 1, Frankfurt gezeigt. Die Doku geht ca 70. Minuten und wird im Original mit Untertiteln gezeigt. Der Eintritt ist frei!

Tipp: Wer am Freitag für die Miyazaki Doku zur Nippon Connection geht, der sollte einen Blick in das Tagesprogramm werfen – vielleicht findet sich ja noch die ein oder andere interessante Veranstaltung.

8
Doku-Muss

Pros

  • Interessant & nachdenklich
  • Miyazaki kommt viel zu Wort
  • Klare Struktur

Kontras

  • Hintergrundmusik stört gelegentlich
  • Für Kinder zu langweilig

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
8