Review: Alien: Covenant

Den 18. Mai 2017 haben sich bereits viele Fans des Sci-Fi Horror Genre dick im Kalender angestrichen. An diesem Tag startet Ridley Scotts Alien: Covenant in den deutschen Kinos! Die Trailer versprachen schon vorab eine Menge nervenaufreibender Momente und atmosphärische Bilder, für welche die Alien Reihe bekannt ist. Ich hatte die Chance den neusten Film bereits vor Kinostart anzuschauen und darf euch nun verraten, ob Scott mit Covenant erneut einen Treffer landen kann.

Backstory mit Nebenwirkungen

Das Kolonieschiff Covenant und ihre Besatzung ist auf eine jahrelangen Mission unterwegs um einen fernen Planeten als potenzielle neue Heimat für die Menschheit zu bevölkern. Doch auf dem Weg dorthin empfangen sie ein mysteriöses Signal und landen auf einem unbekannten Planeten um dem Sender auf die Spur zu kommen. Der Planet scheint merkwürdig verlassen, bis die Crew der Covenent von einem grausamen Wesen attackiert wird. Der Androide David, letzter Überlebender der Prometheus Mission, rettet die Besatzung und weiht sie in die düsteren Geheimnisse des Planeten ein.

Bereits mit Prometheus (2012) fing Regisseur Ridley Scott an die düsteren Sci-Fi Filme der Alien Reihe etwas umzugestalten. Die beklemmenden, paranoia-auslösenden Momente die das Franchise groß gemacht haben, wurden etwas mehr in den Hintergrund gestellt. Stattdessen fokussierte sich Scott mit Promotheus zunehmend auf die Hintergrundgeschichte und die Mystik seiner Welt: Wer hat die Menschen erschaffen? Auch in Covenant spielen solche Themen wieder eine große Rolle, denn der Film beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Xenomorph Alien genauer als je zuvor.

Scott beantwortet damit jedoch nicht nur ein paar brennende Fragen eingefleischter Fans, sondern nimmt seinem Universum zeitgleich auch etwas Reiz. So ist die Handlung zwar größtenteils zufriedenstellend und unterhaltsam, doch ist es oftmals ein Übermaß an Hintergrundgeschichte und fehlende Mysterien, die dem Film zeitweise den Wind aus den Segeln nehmen. Leider ist die Story zeitweise außerdem etwas zu voraussehbar und so dürften einige Enthüllungen für den einen oder anderen Zuschauer keine richtigen Überraschungen darstellen.

Ich persönlich hatte mir einen etwas klassischeren Alien Film erhofft und war letztendlich dann doch etwas enttäuscht, dass ich mich während des Screenings nie wirklich gefürchtet oder beklemmt gefühlt habe. Das soll jedoch nicht heißen, dass Alien: Covenant so gar keine Grusel- und Schockmomente abliefert, denn wenn die Action schlussendlich in Fahrt kommt, gibt es ein paar wirklich schaurige Bilder zu bestaunen. Ein paar dieser Szenen sind wirklich extrem brutal und eklig (im besten Sinne!) geworden, was die moderate FSK16-Einstufung umso erstaunlicher macht.

Die Bildsprache ist weitestgehend gleich zu vorherigen Filmen der Reihe. Auch Covenant zeichnet sich durch seine düstere, farbarme Bildgestaltung aus, welche maßgeblich zur schaurigen Atmosphäre beiträgt. Das Szenenbild ist bis auf einige wenige Ausnahmen sehr schön geworden und profitiert von den stets beeindruckenden Panoramen des Drehorts Neuseeland. Der Soundtrack passt sehr gut zur düsteren Stimmung des Films, obwohl keines der Stücke wirklich im Gedächtnis bleibt. Schauspielerisch sticht vor allem Michael Fassbender hervor, der erneut den Android David verkörpert. Auch der Rest des Casts ist durchaus solide, obwohl viele Charaktere wirklich zu kurz kommen und dem Zuschauer kaum im Gedächtnis bleiben.

Fazit

Mit Alien: Covenant gelingt es Ridley Scott sein düsteres Sci-Fi Universum um eine weitere solide Geschichte zu erweitern. Obwohl der erneute Fokus auf die Enthüllung der Mysterien dieser Welt deutlich zu Lasten der Horror-Elemente geht, kann sich das Endergebnis dennoch sehen lassen. Sowohl Prometheus Verteidiger als auch Fans der Klassiker bekommen gute Unterhaltung für ihre Geld geboten, obwohl vermutlich niemand vollkommen zufrieden mit dem Gesamtpaket sein wird. Kinobesucher sollten in jedem Fall einen starken Magen mitbringen, denn wenn Covenant erst einmal in Fahrt kommt, geht es mächtig zur Sache.

6.5
Solide

Pros

  • Stimmig, düstere Bilder
  • Tolles Set-Design
  • Gute Schock-Ekel Balance

Kontras

  • Wenig Horror-Atmosphäre
  • Zu viel Backstory
  • Voraussehbare Handlung

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
7