Review: Guardians of the Galaxy Vol. 2

Ab 27. April wird in Guardians of the Galaxy Vol. 2 das Universum erneut mit dem coolsten Soundtrack, den die Galaxien hergeben, und den flottesten Sprüchen gerettet. So zumindest die gigantische Erwartungshaltung nach dem massiven Erfolg des ersten Films. Kann das Sequel da weitermachen, wo es 2014 aufhörte? Es vielleicht sogar noch toppen?

Die Guardians ruhen sich nicht lange auf ihrem Erfolg aus, sondern machen ihn direkt zu barer Münze. Ihr nächster Auftrag lautet die Souvereign, eine goldene Spezies, vor einer hässlichen, gewaltigen Kreatur mit Tentakeln zu beschützen. Weil Rocket bei dem Auftrag aber etwas mitgehen lässt, haben die Guardians plötzlich die ziemlich humorlosen Souvereigns am Hals. Aus dem Nichts taucht auch noch Ego (Kurt Russell) auf,  Peters (Chris Pratt) lang verschollener Vater. End gut, alles gut? Vonwegen, jetzt fangen die Probleme erst richtig an.

Der Überraschungseffekt von Guardians of the Galaxy ist, wenn man nicht gerade seit 2014 unter einem Stein gelebt hat, natürlich weg. Das muss man sich vor dem Kinobesuch einfach nochmal klarmachen. Immerhin hat Regisseur James Gunn einige Überraschungen reingepackt, die einfach herrlich komisch sind – vorausgesetzt niemand spoilert sie vorher. Überhaupt ist der Film wieder einfach super unterhaltsam und hat sogar wie Teil eins einen sehr emotionalen Moment – und damit ist nicht die Vater-Sohn-Reunion gemeint. Die neuen Figuren wie Mantis (toll: Pom Klementieff) und Ego fügen sich nahtlos in die irre Truppe ein und natürlich gibt es wieder flotte Sprüche zuhauf, wobei die besten Drax (Dave Bautista) hat. Dessen Feingefühl liegt immer noch irgendwo bei Null – zur Freude der Zuschauer.

Die ca. 135 Minuten sind natürlich auch voller Action. Diese reicht von grandios unterhaltsam bis ein bisschen zu viel des Guten. Letzteres gilt auch für die neuen Welten. Man merkt, dass Gunn ein größeres Budget zur Verfügung hatte und das prompt in CGI Landschaften gesteckt hat. Das Ergebnis ist sehr … bunt. Zwar passen leuchtende Farben zur Welt der Guardians, aber man sieht sich doch recht schnell satt dran. Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie Gunn gerade Egos Geschichte mit weniger Budget umgesetzt hätte. Hier scheitert er ein wenig an seinen Ambitionen. Trotzdem ist das alles ein Spaß, bisschen trippy, aber cool. Bei allem opulenten CGI zeigt sich übrigens wieder, dass das Herz der Guardians eben die Guardians selbst sind. Ihre Interaktionen sind einfach das Beste.

Dass man bei Marvel Filmen auch beim Abspann sitzen bleiben sollte, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Aber so viele Post-Credits-Szenen wie hier gab es noch nicht. Das Beste: alle fünf (!) lohnen sich. Und wenn wir schon bei mehr ist mehr sind: auch Stan Lee bekommt mehr als nur eine Cameo! Wer außerdem Nebula (Karen Gillan), Yondu (Michael Rooker) und Kraglin (Sean Gunn) im ersten Film mochte, darf sich freuen, denn auch sie sind in Vol. 2 mit dabei. Fans von Rocket und Baby Groot dürfen sich sowieso auf den Film freuen, denn gerade Baby Groot ist mal wieder der Brüller.

Bleibt der Soundtrack – auch hier muss Vol. 2 erstmal mit dem Überraschungshit Vol. 1 mithalten können. Fleetwood Macs Chains ist natürlich das Highlight, aber auch der Rest des 70s lastigen Soundtracks kann sich sehen lassen und dürfte eine ganz neue Generation an Größen wie ELO, Sweet, Cheap Trick, Sam Cooke, George Harrison und … David Hasselhoff heranführen. Das ist, trotz des Oberrettungsschwimmers, eine gute Sache. Vor allem weil die Auswahl wieder perfekt passt.

Fazit

Guardians of the Galaxy Vol. 2 fehlt zwar der Überraschungseffekt, aber er ist trotzdem ein großer Spaß. Ein bisschen zu viel CGI und zu bunt an mancher Stelle, aber dafür mit tollen Neuzugängen wie Mantis, flotten Sprüche und auch emotional sitzt er. Mit den Big Bads tut sich Marvel aber weiterhin schwer. Vol 2. ist nicht besser als der erste Film, aber es ist ein rundum unterhaltsamer, abgefahrener und vor allem durchaus würdiger Nachfolger.

FSK: ab 12 Jahren

8.5
Fun

Pros

  • Die Sprüche
  • Baby Groot & Mantis
  • Sehr unterhaltsam & sitzt emotional
  • Der Soundtrack
  • Die Post-Credits-Szenen

Kontras

  • Zu viel CGI Einsatz
  • Egos Welt - irgendwie zu viel

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
9