Review: Fast & Furious 8

Als Paul Walker 2013 viel zu früh verstarb, kam natürlich die Frage auf: was tun mit dem Fast & Furious Franchise? Man beendete die Dreharbeiten an Fast & Furious 7 mit Hilfe von Walkers Brüdern und der Film spielte eine Milliarde US Dollar ein. Manche Fragen beantworten sich von selbst. Am 12. April kommt Fast & Furious 8 (OT: The Fate of the Furious) in die Kinos.

Es könnte alles so friedlich sein. Dom (Vin Diesel) und Letty (Michelle Rodriguez) genießen ihre Flitterwochen, die übrigen Crewmitglieder wurden freigesprochen und Hobbs (Dwayne Johnson) coacht die Fußballmannschaft seiner Tochter. Dann passiert das Unvorstellbare: Dom verrät seine Familie und setzt sich mit der mysteriösen Cipher (Charlize Theron) ab. Zusammen machen sie sich auf die Jagd nach einer Waffe, die den Weltfrieden bedrohen könnte. Mr. Nobody (Kurt Russell), der Bundesagent mit den etwas unorthodoxen Methoden, engagiert Hobbs, Letty, Roman (Tyrese Gibson), Tej (Chris “Ludacris” Bridges) und Ramsey (Nathalie Emmanuel), denn sie sind die einzigen, die Dom aufspüren und stoppen können. Naja, fast die einzigen. Nobody besteht darauf, dass sie mit Deckard Shaw (Jason Statham) zusammenarbeiten.

Wo Fast & Furious draufsteht muss auch Fast & Furious drin stecken – die Erwartungshaltung ist hoch, denn das Franchise schaffte es mit den letzten Filmen immer noch einen in Sachen Action draufzusetzen. Und dann gibt es noch das Problem, dass man Walker nicht einfach mal so mir nichts dir nichts ersetzen kann. Zum Glück wird letzteres hier erst gar nicht versucht. Was aber die Action angeht, gilt für Regisseur F. Gary Gray (Straight Outta Compton) mehr ist mehr! Der Film startet mit einem eher old-school (in Sachen Autos ist das old wortwörtlich zu nehmen) Autorennen auf Kuba. Diese Auftaktsequenz ist gleichzeitig amüsant und unfassbar Klischee. Es folgen Rasereien in verschiedenen Vehikeln in Berlin, New York und im eisigen Sibirien. Die Qualität variiert. Berlin hat eine für die Handlung wichtige Szene, ist aber ansonsten irgendwie überflüssig. New York ist originell, unterhaltsam, aber ein bisschen des Guten zu viel, und Sibirien ist einfach mal völlig abgefahren und bescheuert (Stichwort: U-Boot).

Kein Mensch sieht sich einen Fast & Furious Film an, weil er intellektuell herausgefordert werden möchte.  Die Regeln der Physik, Logik, Sinn, all das hat hier seinen festen Platz auf dem Rücksitz oder gar dem Kofferraum. Denn was das Franchise steuert ist Spektakel: spektakuläre Autos, krasse Verfolgungsjagden, laute Explosionen. Dazu ein paar flotte Sprüche und bedeutungsschwangeres Gefasel von Familie. So funktioniert das auch im achten Film. Zwar sitzt nicht jeder Spruch und man hätte die Action etwas straffen können, aber unterhaltsam ist das trotzdem. Dwayne Johnson liefert übrigens einige der besten Sprüche ab, die so grandios bescheuert sind, dass wir sie direkt in unser Repertoire aufgenommen haben.

Was Fast & Furious nicht so gut kann ist das Cyberthriller-Element. Laptops sollten in diesem Franchise lieber dazu verwendet werden, jemandem eins überzubraten. Was übrigens etwas ist, was Jason Statham wunderbar kann. Statham mit ins Team zu bringen, war eine richtig gute Idee. Denn die Momente zwischen den großen Auto-Action Szenen in denen nur geredet wird, die sind hier meistens nicht so der Burner. Statham hingegen verliert weniger Worte und prügelt sich durch das Action-Intermezzo. Kann man so machen. Eine richtig gute Idee waren auch die Neuzugänge Helen Mirren, die zwar nur einen Kurzauftritt hat, aber Mirren lohnt sich bekanntlich immer, und Scott Eastwood als ‘Little Nobody’. Gibt es für die Jungs im Kino die Popo-Close-Ups auf Cuba, gibts Eastwood für die Mädels (und Jungs), wenn auch ohne Detail-Close-Ups (Film 9?). Kurt Russell, der alte Haudegen, ist im übrigen eine Freude für jedermann.

Bleibt der Bad Guy des Films: Charlize Theron. Zwar kein Mann, aber böse und ambitioniert für zwei. Eigentlich hat sie was von einem old-school James Bond Bösewicht, denn sie ist nicht nur auf Geld aus, sondern auf viel mehr. Aber es soll ja nicht gespoilert werden, also sagen wir es mal so: würde sie den Minions über den Weg laufen, die hätten ihren neuen Big Boss gefunden. Theron recycelt hier bisschen ihre herzenskalte Ravenna (aus The Hunsman & The Ice Queen), aber das passt schon – im Gegensatz zu ihrer Frisur.

Fazit

Wer das Hirn mit ins Kino nimmt, sollte es an der Garderobe abgeben. Dann steht 136 Minuten Unterhaltung nichts im Wege. Kommt das Hirn in Form der Begleitung mit, ist das aber auch kein Problem: so doof Fast & Furious 8 ist, so unterhaltsam ist er.

7
Fast & Fun

Pros

  • Unterhaltsam
  • Statham, Russell, Mirren
  • Die Action

Kontras

  • Cyberthriller-Elemente sind albern
  • Die Berlin Sequenz
  • Nebenfiguren sind nebensächlich

Unser Fazit


Handlung
4
Präsentation
8
Action
9