Review: Die versunkene Stadt Z

Am 30. März kommt mit Die versunkene Stadt Z ein Abenteuerfilm in die Kinos, der auf einer wahren Geschichte basiert. Wenn man den Kritikern von der Insel glauben darf, dann handelt es sich bei dem Film um einen zukünftigen Klassiker, ein elegantes Abenteuerepos in den Fußstapfen Indys. Wirklich?

Percy Fawcett (Charlie Hunman) wird von der Royal Society auf eine Expedition zur Landvermessung in Bolivien gesandt. Im Regenwald des Amazonas findet er immer wieder Spuren von vergangenen Zivilisationen. Sein Forscherdrang ist erwacht und er ist überzeugt von der Existenz einer versunkenen Stadt, die er Z nennt. Zurück in London will die Royal Society jedoch von dieser Idee nichts wissen. Getrieben von dem Drang, endlich seine mysteriöse Stadt zu finden, begibt Fawcett zusammen mit seinem Sohn (Tom Holland) erneut auf eine letzte gefährliche und verhängnisvolle Reise zum Amazonas.

Major Percy Fawcett, der “David Livingstone des Amazonas”, war einer der letzten großen britischen Entdecker und Abenteurer. 40 Millionen Zeitungsleser verfolgten sein letztes Abenteuer, als er mit seinem Sohn zum Amazonas reiste, um die versunkene Stadt Z, der Beweis für eine frühere Zivilisation, zu finden.  Heute ist die Welt kleiner geworden, aber Fawcetts Abenteuer, sein Mut und sein ehrenhaftes Verhalten vermögen immer noch zu faszinieren. Vielleicht ist letzteres, in einer Welt von Dschungelcamps, auch ein Grund für die begeisterte Rezeption des Films in Großbritannien. Dazu kommen gelungenes Zeitkolorit, schönes Produktionsdesign, einige beeindruckende Szenen und eine tolle Performance von Robert Pattinson (unkenntlich dank Gesichtsgestrüpp). Überraschenderweise aber auch: gähnende Langeweile.

Die versunkene Stadt Z ist mit 140 Minuten einfach mal viel zu lang. Dazu ist die Grenze bei Charlie Hunnams Darstellung zwischen stiff upper lip und Stück Tropenholz sehr verschwommen. Das trägt alles nicht gerade dazu bei, dass man gefesselt auf die Leinwand blickt. Dabei gibt es viele tolle Szenen, aber irgendwie sind es die falschen – eine der besten Momente ist der, als Fawcett sich im 1. Weltkrieg an der Front in Frankreich befindet. Es gab in letzter Zeit viele Verfilmungen wahrer Geschichten, die wirklich toll und spannend umgesetzt waren – auch wenn man wusste, wie sie ausgingen. Das Problem hier ist, dass man sich gar nicht fragt, was als nächstes passiert – oder das es einen ganz einfach nicht interessiert. Es kann helfen (muss aber nicht), wenn man sich für die Zeit interessiert, denn der Film, dass muss man ihm zugute halten, zeigt mehr als nur Abenteuer.

Fazit

Die versunkene Stadt Z ist die Verfilmung einer wahren und faszinierenden Geschichte. Leider könnte das Z hier allerdings auch für “zäh” stehen. Ohne Zweifel ambitioniert und mit schönem Produktionsdesign, aber auch zu lang, zu gemächlich und mit einem zu hölzernen Hauptdarsteller. Viel hängt davon ab, ob Hunnam und der Erzählstil einen packen können – wenn ja, dann wird man mit einem Abenteuer-Kostümfilm belohnt, wenn nicht, dann setzt das große Gähnen ein.

6
Z wie Zäh

Pros

  • Produktionsdesign / Zeitkolorit
  • Pattinson & Miller
  • Die Kriegssequenz

Kontras

  • Hunman spielt hölzern
  • Zu lang
  • Zu unspannend

Unser Fazit


Handung
7
Präsentation
5