Review: John Wick – Kapitel 2

Eigentlich will er ja nur mal Ruhe und Frieden haben, aber am 16. Februar kommt John Wick (Keanu Reeves) in John Wick: Kapitel 2 erneut aus dem Vorruhestand zurück in die Kinos. Nicht freiwillig. Nach dem Überraschungserfolg von 2015 muss man aber vermutlich niemanden zwingen, sich ein Ticket für die Fortsetzung zu kaufen. Eine Kritik gibts trotzdem von uns.

Einmal Auftragskiller, immer Auftragskiller – oder zumindest, bis auch der letzte Blutschwur eingelöst wurde. Santino D’Antonio (Ricardo Scamarcio) hat einen dieser Marker von John und kommt ihn einlösen. Als dieser ihm freundlich, aber bestimmt mitteilt, dass er sich im Ruhestand befindet, drückt D’Antonio seinen Unmut dadurch aus, dass er sein Haus in die Luft jagt. John wendet sich an Winston (Ian McShane), den Manager des Continentals (dem Hotel für Assassinen aus dem ersten Film), der ihm den Ratschlag gibt, D’Antonios Auftrag besser anzunehmen. Ein Auftrag, der John nach Rom führt, wo er sich mit einigen der besten Auftragskillern der Welt messen muss.

Der erste Film brachte uns Gun Fu (Mix aus Martial Arts & Waffen), der zweite fängt gleich mit einer gloriosen Car Fu Szene an. Nachmachen nicht empfohlen. Aber sollte man diesbezüglich Zweifel gehegt haben (warum?), kann man sich direkt entspannen: John Wick: Kapitel 2 ist wieder brutal ohne Ende (FSK ab 18). Egal ob mit Hilfe eines Autos, Bleistifts, Glock oder seinen Händen – wer ihm vor den Abzugsfinger kommt, steht nicht mehr auf. Wer auf non-stop ultra-stylishes Kugelballett – oder wie ein Kritiker vom Guardian schreib “Waffenporn” steht, vielleicht auch noch in schicken Kulissen, der wird hier voll bedient. Wick mordet sich einen Body Count zusammen (Wick trifft natürlich nie einen, der es nicht verdient), der fürs Karma nicht gut sein kann.

Der große Unterschied zwischen den beiden Filmen ist, dass der erste einen zu unterhalten vermochte, auch wenn man eigentlich mit dieser Form von Gewalt nicht viel anfangen kann. Das zweite Kapitel ist für solche Zuschauer allerdings eher ermüdend. Da setzt sich dann bei Kopfschüssen der Pyramiden-Effekt aus dem Urlaub ein – hast eine gesehen, haste alle gesehen. Hinzu kommt, dass John Wick: Kapitel 2 etwas an Frische missen lässt. Dabei hat er viele wirklich coole Momente, die Szenen mit dem Hund und dem Concierge (Lance Reddick) sind großartig, ebenso wie ein Kampf, bei dem es wie in einem Cartoon die Treppen runter geht, oder ein Shoot-Out in der U-Bahn Roms. Außerdem ist der Humor schön trocken und Keanu Reeves ist ohnehin eine coole Socke. Ruby Rose ist zudem eine gute Wahl als stummer Bodyguard des schmierigen D’Antonio. Überhaupt, es gibt vielleicht wenig Frauen in dem Film, aber wenn, sind es keine Püppchen.

Von der Story her ist der Film jetzt nicht der Burner, außerdem beantwortet er so viele Fragen, die man irgendwie noch gar nicht beantwortet hätte haben müssen. Allerdings dient das auch als Vorbereitung, denn das Ende des Films könnte nicht unsubtiler auf einen dritten Film hinweisen, würde noch ein himmlischer Engelschor samt Posaunen auftauchen und das Startdatum besingen. Weil die Ausgangslage am Schluss für John Wick aber eine völlig andere ist, würde man am liebsten das dritte Kapitel direkt anfangen. Der Umweg über Rom hätte aber kürzer als die 123 Minuten ausfallen können.

Fazit

Magere Story, aber fetter Bodycount: John Wick: Kapitel 2 ist kompromissloses Action-Kino mit einem coolen Keanu Reeves. Der Humor ist trocken, das Ende ist cool, aber der Film ist etwas zu lang und nicht so unterhaltsam wie Teil 1. Wer bei steigender Anzahl an Kopfschüssen allerdings den persönlichen Unterhaltungsmehrwert sinken sieht, der sollte sich den Gang ins Kino gut überlegen.

7
Gun Fu 2

Pros

  • Gun Fu & Car Fu
  • Keanu Reeves
  • Trockener Humor

Kontras

  • Zu lang
  • Headshots auf Dauer ermüdend
  • Magere Story

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8