Review: Den Sternen so nah

Am 9. Februar kommt mit Den Sternen so nah (OT: The Space Between Us) der nächste Film mit Mars (Planet, nicht Schokoriegel) in die Kinos. Diesmal in Form eines Teenager-Liebesfilms und mit Asa Butterfield (Die Insel der besonderen Kinder) statt Matt Damon (Der Marsianer) in der Hauptrolle. Ein Teenie-Film für alle?

Gardner (Butterfield) und Tulsa (Britt Robertson) haben sich im Chatroom kennengelernt. Er ist ein Technikfreak, sie eine Rebellin – aber beide sind ziemlich allein. Aber so nah die beiden Teenager sich auch fühlen, weiter voneinander entfernt könnten sie fast nicht sein. Tulsa lebt bei ihrem versoffenen Pflegevater in Colorado und Gardner … auf dem Mars. Aber wenn Gardner sich erstmal etwas vornimmt, dann zieht er es auch durch, und ganz oben auf seiner To-Do-Liste steht zwei Dinge: Tulsa zu treffen und seinen Vater zu finden. Was Gardner nicht ahnt, ist das sein größtes Problem nicht die Reise zur Erde wird, sondern, dass sein Körper der Erdatmosphäre nicht gewachsen ist.

Den Sternen so nah ist ein Genre-Mix aus Romanze, Action und Drama – gemacht für (weibliche) Teenager, denen die Protagonisten in den letzten Sparks-Verfilmungen zu alt waren. Die Grundidee der Story gibt eigentlich schon was her und schließlich fühle sich als Teenager, so Regisseur Peter Chelsom (Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück) jeder mal wie ein Außerirdischer. Idee gut – aber dieses Drehbuch! In einer Liebesgeschichte muss nun wirklich nicht alles Sinn machen, man muss es auch nicht mit dem Realismus übertreiben, es darf Zufälle geben, und natürlich kann man auch Action & Drama einbauen – aber kann man sich nicht ein bisschen mehr Mühe geben? Und muss einfach jedes kitschige Elemente mit in die 120 Minuten Laufzeit rein?

In den USA floppte Den Sternen so nah an den Kinokassen, aber einen brutalen Verriß verdient der Film trotz all dem Schmalz, der Vorhersehbarkeit und dem löchrigen Drehbuch nicht. Denn dank Asa Butterfield funktioniert er sogar (fast). Der 19-jährige Engländer wirkt hier wirklich ein bisschen wie von einem anderen Stern (na gut, Planeten), wenn er mit den hellen blauen Augen, die von innen zu leuchten scheinen, staunend um sich sieht. Auch wie er die Auswirkung der Anziehungskraft (Erde, nicht Tulsa) körperlich ausdrückt, ist super. Man mag gar nicht darüber nachdenken, was Butterfield aus einem anständigen Drehbuch rausgeholt hätte. Dazu ist Britt Robertson wie schon in Kein Ort ohne Dich süss. Aber wie zum Ausgleich, dass sie entgegen aller Hollywood Gesetze eine viel jüngere Rolle spielen darf (fast 10 Jahre!), ist die Rolle brutal von Klischees durchzogen – die Rebellin, die ein Propellorflugzeug fliegen kann, heimlich Songs schreibt, Motorrad fährt, aber als sie sich neue Klamotten kaufen kann, zum braven, niedlichen Kleid greift.

Man könnte einen ewig langen Review über alles schreiben, was an Den Sternen so nah nicht stimmt oder was zumindest diskussionswürdig ist. Mal ganz davon abgesehenen, dass jemand, der Gary Oldman hier zum ersten Mal sieht, sich wundern wird, warum er als guter Schauspieler gilt. Aber wenn man mal von all dem absieht, dann ist der Film dank seiner zwei Hauptdarsteller ganz niedlich. Ein bisschen wie so Teenie-Sommerlektüre für ins Schwimmbad, wenn auch das Hirn Sommerferien hat. Er mag albern und doof sein, kitschig-romantisch, aber wenigstens ist es nicht langweilig.

Fazit

Hirn aus, Gefühl an – Den Sternen so nah punktet mit einem tollen Asa Butterfield und einer süßen Britt Robertson. Der Rest ist eine an sich niedliche, aber von Klischees vollgestopfte Liebesschnulze à la Nicholas Sparks für Teenager. Da wäre zwar mehr drin gewesen, aber wenn die Schule, der Freund und die Welt nerven, dann passt das schon.

5
Teen-Sparks

Pros

  • Asa Butterfield
  • Ganz niedlich
  • Nicht langweilig

Kontras

  • Löchriges Drehbuch
  • Kitsch & Klischees
  • Gary Oldman

Unser Fazit


Handlung
5
Präsentation
5