Review: Ballerina

Am 12. Januar kommt mit Ballerina ein Animationsfilm in die Kinos, bei dem ein Blick auf Titel und Plakat reicht, um zu wissen, wer die Zielgruppe ist. Wer sich da nicht angesprochen fühlt, der braucht auch keinen Review. Wer aber kleine Mädchen hat, die fragen, ob sie ins Kino dürfen – für die ist der Review gemacht. Selbiges gilt für die Punktevergabe.

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Die 12-jährige Félicie träumt von nichts anderem als Tänzerin zu werden. Doch in dem Waisenhaus, in dem sie aufwächst, hält man ihren tollpatschigen Bewegungsdrang für Unfug. Einzig der gleichaltrige Victor, dessen Traum ein berühmter Erfinder zu werden ebenfalls belächelt wird, glaubt an die zukünftige Ballerina. Natürlich hat Victor auch schon einen genialen Fluchtplan entwickelt, der die beiden auf turbulente Weise direkt in die Stadt katapultiert, in der ihren Träumen nichts mehr im Weg stehen soll: Paris – die Stadt der Lichter und Entstehungsort einer futuristischen Stahlkonstruktion namens Eiffelturm. Kaum angekommen werden die beiden schon bald getrennt und Félicie, allein auf sich gestellt, macht sich auf die Suche nach dem Pariser Opernhaus. Doch einen Platz in der elitären Ausbildungsstätte zu ergattern ist für ein Waisenmädchen vom Lande eine schier unüberwindbare Hürde. Aber Félicie gibt ihren Traum nicht so leicht auf.

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Mädchen wollen Ballettschuhe und Jungs Werkzeug, na wundervoll – oder sollte man eher très cliché sagen? Die Figuren sehen auch eher nach durchschnittlicher Animationsware aus. Aber vielleicht sollte man sich einfach mal entspannen. Viele Mädchen mögen nunmal Ballett und nicht jeder Character Artist kann sich berechtigte Hoffnungen auf einen Job bei Disney/Pixar machen. Die Frage ist halt, was man daraus macht. Die Regisseure Eric Summer und Éric Warin zumindest machen daraus einen sehr süßen Film, der alles beinhaltet, was seine Zielgruppe sich wünscht (Ballett! Romantik! Popsongs! Spannung & Humor!) und zwar mit einer starken Heldin, die immerhin ohne tierischen Sidekick ihren Traum verfolgt.

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Für Erwachsene ist die Geschichte natürlich nicht gerade wahnsinnig originell, aber sie hat das Herz am rechten Fleck und die Mischung aus Humor, Romantik und Drama funktioniert gerade für das jüngere Publikum sehr gut. Zudem kann man sein Kind bedenkenlos in den Film schicken, denn hier gibt es keine verstörenden Szenen (selbst der Showdown und die fiese Mutter sollten für zarte Seelen machbar sein) und Félicie ist weder oberflächlich, noch engagiert sie sich in Zickenkrieg mit ihren Mitstreiterinnen. Sie zeigt auch, dass man weder einem Mädchen-Klischee entsprechen (sie ist doch eher die Tomboy Sorte), noch das man alles schon perfekt können muss, sondern das man seinen Traum durchaus mit harter Arbeit und gutem Herz erfüllen kann.

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In den 89 Minuten wird viel getanzt, inklusive eines unterhaltsamen Dance-Offs, aber es gibt auch Action-Szenen, die Spaß machen, und ruhigere Momente. Die Musikauswahl, eine ziemlich brutale Mischung aus Klassik und Popsongs, wird Erwachsene schaudern lassen, aber den Kids wird’s gefallen. Auch die Action ist auf das Zielpublikum ausgerichtet, wobei sie sogar für Erwachsene recht unterhaltsam ist. Man kann es auch so sagen: als Begleitperson könnte man sich wirklich viel, viel, viel schlimmere Filme ansehen. Zudem ist es erfreulich, dass Ballerina weder zu süßlich ist, noch davon ausgeht, dass sein Zielpublikum außer Ballet nichts im Hirn hat.

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Fazit

Ballerina ist zwar kein Animationsmeisterwerk, aber es ist ein süsser, harmloser Film, der nur sein Zielpublikum glücklich machen will. Weil er Mädchen mit Ballett-Faible nicht einfach mit ein paar Pas de deux abspeist, sondern noch Action, Humor und Spannung einbaut, und das Ganze mit viel Herz verpackt, kann man ihn besten Gewissens empfehlen. Nur das mit der Musik, also da hätte man einen Erziehungsansatz Richtung guten Geschmacks wählen können.

 

6
En pointe

Pros

  • Zielgruppengerecht
  • Humorvoll & spannend
  • Positive Heldin

Kontras

  • 08/15 Figurendesign
  • Der Musikmix

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
5