Review: Rogue One – A Star Wars Story

Ein Jahr nach der großen Rückkehr des Star Wars Franchise in die Kinowelt, versüßt Lucasfilm das eher enttäuschende 2016 kurz vor Jahresende mit einem besonderen Star Wars Film. Rogue One: A Star Wars Story startet am 15. Dezember 2016 in den deutschen Kinos und markiert die Veröffentlichung des ersten Star Wars Spin-Off Films. Allein aus diesem Grund sind einige Fans noch eher skeptisch und wissen nicht so recht, was sie von Gareth Edwards neustem Werk erwarten dürfen. Wir hatten das große Glück uns Rogue One schon vorab ansehen zu dürfen und berichten spoilerfrei, wie sich das neuste Abenteuer in der weit, weit entfernen Galaxis schlägt.

Rogue One: A Star Wars Story. © 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story. © 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Um möglichst wenig vorab zu verraten, fasse ich mich beim Inhalt des Films diesmal wirklich kurz. Der Film selbst spielt direkt vor den Geschehnissen des ersten Star Wars Abenteuers Episode IV – Eine neue Hoffnung: Die Rebellenallianz erfährt, dass das Imperium eine neuartige Massenvernichtungswaffe entwickelt, welche die Kraft besitzt, gesamte Planeten zu zerstören. Eine Gruppe Rebellen unter der Führung der jungen Jyn Erso (Felicity Jones) versuchen die Pläne für den sogenannten „Todesstern“ zu stehlen, um der Allianz eine Chance gegen diese neue Bedrohung zu bieten.

Wem Episode VII im vergangenen Jahr etwas viele bereits bekannte Storyelemente geboten hat, dem wird die Handlung von Rogue One vermutlich deutlich besser gefallen. Das erste Spin-off bewegt sich abseits des typischen Star Wars Schema, verzichtet auf viele traditionelle Elemente der Reihe und fasst Fuß in anderen Filmgenres. Ich würde den Film zwar nicht direkt als experimentell bezeichnen, doch zeichnet sich der Kriegsfilmcharakter des Streifens deutlich in seiner action-geladenen Handlung und Inszenierung ab. Ich persönlich war selbst etwas erstaunt wie großartig das Gesamtpaket von Regisseur Gareth Edwards doch funktioniert. Trotz der gänzlich neuen Charaktere und einer Handlung abseits der Skywalker-Familie, schaffte es Rogue One praktisch mühelos mich als eingefleischten Fan vollends zu begeistern. Den anderen Anwesenden erging es ähnlich, obwohl diese teilweise noch deutliche Skepsis vor dem Screening äußerten.

Rogue One: A Star Wars Story. © 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story. © 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Vor allem visuell hat mich Rogue One komplett aus dem Kinosessel gehauen. Gareth Edwards inszeniert jeden Moment des Films mit einem meisterhaften Händchen für Bildkomposition und gewaltige Bilder, sodass praktisch jedes Standbild einen atemberaubenden Wallpaper geben würde. Dieses Talent stellte Edwards schon 2014 mit Godzilla unter Beweis, dessen Halo Jump Szene ein sehr gutes Beispiel für Edwards Kompetenz als Regisseur ist. Insbesondere die weitwinkligen Landschafts-Shots mit der omnipräsenten imperialen Kampfmaschinerie sorgten bei mir für kontinuierliches Staunen. Wer bereits einen Rogue One Trailer gesehen hat, weiß wovon ich rede!

Doch ein cinematographisch beeindruckender Film ist noch nicht zwangsläufig ein guter Film. Zum Glück ist die Macht auch mit praktisch allen anderen Aspekten des Films. Dramaturgisch braucht der Film ein paar Minuten bis der Zuschauer sich akklimatisiert hat und sich mit den Charakteren fühlt. Rogue One nimmt sich dabei die notwendige Zeit um der Hauptcharakterin Jyn Erso die notwendige Tiefe zu verleihen, die der Film im späteren Verlauf benötigt. Viele der anderen Charaktere werden oberflächlicher behandelt, was aber in Anbretracht der eigenständigen Natur des Films zu verzeihen ist. Dennoch schaffen es insbesondere Nebencharaktere wie der zynische Droide K-2S0 (Alan Tudyk) und der blinde Martial-Arts Kämpfer Chirrut Îmwe (Donnie Yen), einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer zu hinterlassen und den ernsten Unterton etwas aufzulockern.

Rogue One: A Star Wars Story. © 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story. © 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Schauspielerisch gibt es auch nur wenig zu meckern. Zwar kann Felicity Jones in ihrer Rolle als Jyn nicht immer vollends überzeugen, doch dafür glänzen ihre Schauspieler-Kollegen dafür umso mehr. Gerade Mads Mikkelsen, Ben Mendelsohn und Diego Luna machen ihren Job großartig. Unter den Besuchern etwas umstritten waren zwei menschliche CG-Charaktere, die komplett digital nachgestellt wurden, um ihr unverkennbares Aussehen zu Zeiten der Originaltrilogie (80er-Jahre) nachzustellen. Die digitalen Menschen sehen zwar alles andere als schlecht aus, doch sind auch die modernsten Effekte noch nicht perfekt, sodass man gelegentlich merkt, dass etwas nicht ganz stimmt. Mich persönlich hat diese Entscheidung weniger gestört, auch wenn ich die Kritik nachvollziehen kann.

Ebenfalls etwas Eingewöhnung seitens des Zuschauers benötigt der Soundtrack von Michael Giacchino. Dieser hatte die schwierige Aufgabe in die Fußstapfen von Altmeister John Williams zu treten, der erst für Episode VIII wieder komponiert. Das Ergebnis ist durchaus gelungen, hinterließ jedoch bei mir nach dem ersten Screening noch keinen bleibenden Eindruck. Vielleicht ändert sich meine Meinung hierzu aber noch, wenn der Soundtrack in der nächsten Woche auf CD erscheint.

Rogue One: A Star Wars Story. © 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story. © 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Fazit

Rogue One: A Star Wars Story ist der beste Beweis, dass ein guter Star Wars Film auch ohne einen Skywalker im Mittelpunkt existieren kann. Gareth Edwards liefert ein gewaltiges Action-Spektakel, dass frischen Wind in das Franchise bringt, zeitgleich aber auch das einzigartige Feeling erhält, dass Fans von einem Star Wars Streifen erwarten. Der Film zeigt die dunkleren Tage und bisher unbekannten Helden der Rebellion und weiß insbesondere mit seiner atemberaubenden Inszenierung zu begeistern. Gerade Fans die sich eine etwas düstere Geschichte abseits des üblichen Star Wars Schema wünschen, werden Rogue One lieben. Alle anderen auch!

9.5
Fantastisch

Pros

  • Visuell atemberaubend
  • Spannend und action-geladen
  • Tolle neue Charaktere

Kontras

  • Durchschnittlicher Soundtrack

Unser Fazit


Handlung
9
Präsentation
10