Review: SING

Am 8. Dezember kommt mit SING der zweite Film von Illumination Entertainment und Universal Pictures in diesem Jahr in die Kinos. Gab es im Sommerblockbuster Pets noch Menschen, ist die Welt in SING eine rein von Tieren bevölkerte. Tiere wie du und ich, mit ganz normalen Problemen und Hoffnungen. Illumination brachte uns aber auch die Minions. Die Frage jetzt: wie Banana ist dieser Film?

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Buster Moon ist Koala, Optimist und Besitzer eines Theaters, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Die Bank sitzt Moon im Nacken, aber in der Kasse herrscht Ebbe. Buster beschließt alles auf eine Karte zu setzen und ruft einen Gesangswettbewerb aus. Eine Casting-Show kann schließlich nur ein Erfolg werden, da ist er sich sicher. Aber selbst Buster ist erstaunt über den großen Andrang – nichtsahnend, dass sich ein Druckfehler auf dem Plakat eingeschlichen hat und dem Singer 100.000 Dollar Preisgeld verspricht. Doch es geht nicht allen Teilnehmern nur um das Geld, für manche von ihnen ist es die Chance, ihr Leben endlich zu verändern – für den jungen Gangster-Gorilla genauso wie für das schüchterne Elefanten-Mädchen oder die gestresste Schweine-Hausfrau.

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Die Grundidee von SING ist nicht verkehrt, denn auch wenn einem auf bald jedem Fernsehsender eine Talentshow um die Ohren gehauen wird, ist die Kombination aus Tieren in menschlichen Rollen und Musik eine, der die meisten nicht widerstehen können. Aber der Film ist kein Selbstläufer, dafür fehlt ihm mehr als nur das je-ne-sais-quoi. SING ist süss, witzig, spannend und unterhaltsam … für Kinder. Begleitpersonen müssen auch nicht leiden, denn es ist wirklich ein netter Film, aber halt auch völlig harmlos und vorhersehbarer als die Abfolge von Wochentagen. Der Humor funktioniert großteils auf genau einem (sehr einfachen) Level, was mindestens ein Metalevel zu wenig ist, um mit einem Film wie Zoomania mithalten zu können. Dasselbe gilt für die Story und die emotionale Einbindung. Für Kinder völlig okay, aber für so manchen Erwachsenen wird SING hier nicht einmal mit Pixars Kurzfilm Piper mithalten können.

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Die Figuren sind süss, aber bleiben irgendwie blass und eindimensional. Das liegt zum Teil auch an den Synchronstimmen, die fast ausnahmslos unbeschwert von jeglicher Form von Persönlichkeit sind. In dieser Hinsicht könnte SING auch eine durchschnittliche Fernsehproduktion sein. So wird man u.a. nur sehr schwer warm mit Buster Moon – in der OV wird dieser immerhin von Matthew McConaughey gesprochen, was gleich völlig anders wirkt. Große Ausnahme ist Miss Crawly, die grandios schräge alte Echsendame, die wunderbar von Katharina Thalbach gesprochen wird. Neben Miss Crawly ist der running gag in Form einer japanischen Girlband der größte Brüller. Toll charakterisiert sind vor allem die Gorillas, deren Handlungsstrang zwar affig vorhersehbar ist, aber diese Körpersprache und diese Typen!

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Bleibt noch die Musik: SING steckt voller Musik, über 65 Hits aus verschiedenen Jahrzehnten. Alle mal kurz angespielt. Bei Nicki Minajs Anaconda kann man das zwar wohlwollend als kindgerechte Zensur sehen, aber beim Rest nervt es gelegentlich etwas. Dazu kommt, dass die Mischung einfach völlig willkürlich ist. Falls ein Plan dahintersteckt, ist es zumindest kein Masterplan. Was auch fehlt, ist ein musikalischer Überraschungsmoment wie z.B. ein Hit, den man seit Ewigkeiten nicht gehört hat oder den man so nicht erwartet.

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Fazit

SING ist ein schöner, harmloser Film für Kinder und recht nett für den Rest. Leider ist er so gar nicht Banana, dafür ist er zu vorhersehbar und unoriginell. Die Synchronisation nimmt dazu viel vom Charme.

6
Harmlos

Pros

  • Kindgerecht
  • Miss Crawley
  • Der running Gag (jap. Girlband)

Kontras

  • Extrem vorhersehbar
  • Funktioniert nur auf einer Ebene
  • Synchronisation
  • Musikauswahl etwas willkürlich

Unser Fazit


Handlung
5
Präsentation
7