Review: Arrival

Am 10. November kommt mit Arrival der neue Film von Regisseur Denis Villeneuve in die Kinos. Nach seinen harten, aber exzellenten Filmen Sicario und Prisoners ist man geneigt, ihm einfach blind zu vertrauen. Zumindest, wenn man diese mochte. Nun ist Science-Fiction noch mal ein ganz eigenes Genre – kann Villeneuve einen lasst-uns-doch-erstmal-reden Ansatz wirklich spannend inszenieren?

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Zwölf mysteriöse Raumschiffe landen gleichzeitig in unterschiedlichen Regionen der Welt und … tun nichts. Ihre Besatzung und deren Intention – ein Rätsel. Rund um den Globus versucht man Kontakt mit den Außerirdischen herzustellen. In den USA versucht dies ein Elite-Team um die Linguistin Louise Banks (Amy Adams) und den Mathematiker Ian Donnelly (Jeremy Renner)  im Auftrag des Militärs. Doch das unermüdliche Streben nach Antworten gerät bald zum Rennen gegen die Zeit.

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Ob Villeneuve Sci-Fi kann? Nachdem die 116 Filmminuten vorbei sind, kommt einem diese Frage töricht vor. Wie bei Sicario und Prisoners zuvor nimmt er sich eines Genres an, bei dem man keine großen Überraschungen mehr erwartet, und liefert dann einen unerwarteten Film ab. Arrival beeindruckt visuell (die still schwebenden Raumschiffe, die Kommunikation mit den Aliens), berührt (Banks Erinnerungen), aber vor allem beansprucht er das Gehirn. Es geht um Kommunikation, Zeit und Verlust, verpackt in kleinen, verzahnten Puzzleteilchen, die erst gegen Ende des Films das große Bild preisgeben. Wer laute Action, todesmutige Helden mit flotten Sprüchen und fies bezahnte Aliens sucht, wird hier nicht fündig.

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Im Fokus des Films steht die Linguistin Banks, die aufgrund eines persönlichen Verlustes zu labil für diesen Auftrag erscheint. Amy Adams brilliert in ihrer Rolle, schafft es Nähe und Distanz gleichzeitig zu schaffen. Sie trägt wesentlich dazu bei, dass sich am Ende des Films, als man begreift, was man da eigentlich die ganze Zeit gesehen hat, die Hirnwindungen nicht in ein großes Fragezeichen verknoten, so wie z.B. bei Interstellar. Wir erleben das alles mit ihr, wenn sie auf die Aliens trifft, dann sehen auch wir diese zum ersten Mal. Jeremy Renner verkommt neben ihr fast schon zum schmückenden Beiwerk. Fast, denn seine Rolle ist zwar ungleich kleiner, aber sie hat ihren Sinn und Zweck. Zudem stimmt die Chemie zwischen den Schauspielern.

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Arrival ist einer dieser Filme, bei denen man wirklich Spoiler meiden sollte, um das Filmerlebnis nicht zu beeinträchtigen. Wer Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977) gesehen hat, der glaubt vielleicht ahnen zu können, was einen in Sachen Kommunikation mit Aliens erwartet. Weit gefehlt, denn kein durchlittener Linguistik-Kurs an der Uni bereitet einen auf das hier vor. Sowohl die Aliens wie auch ihre Sprache gehören zu den besten what the fuck? Momenten seit längerem. Dazu ist der Film wirklich spannend. Nicht zuletzt dank der ausgezeichneten musikalischen Untermalung von Komponist Jóhann Jóhansson (Sicario). Aber vor allem, weil Villeneuve zu inszenieren weiß. Als Banks und Donnelly das erste Mal in das Raumschiff gehen, dann ist einem, genau wie den Figuren, mulmig zumute.

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Ganz perfekt ist Arrival aber nicht. Alle Figuren außer Adams sind wenig komplex, wobei das bei den Militärs nicht gerade überrascht. Außerdem macht die Kommunikation mit den Aliens einen gewaltigen Sprung und man kann sich für einen Moment fragen, ob man da was verpasst hat (Antwort: nein). Das Ende ist dazu je nach Geschmack perfekt oder ein paar Minuten zu lang. Aber das sind Beschwerden auf hohem Niveau.

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Fazit

Arrival ist Sci-Fi fürs Hirn vom Feinsten. Das spannend präsentierte Konzept von Kommunikation und Zeit verlangt jedoch Konzentration. Aber dank der Bilder, der Aliens, der tollen Amy Adams, der Musik und der spannenden Inszenierung sollte das kein Problem sein.

9
Cerebral Sci-Fi

Pros

  • Intelligent & interessant
  • Spannend
  • Tolle Aufnahmen
  • Amy Adams

Kontras

  • Blasse Nebenfiguren
  • Nichts für reine Action Fans

Unser Fazit


Handlung
9
Präsentation
9