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Cooler als Fechten: Lichtschwert-Kampf als Turnier-Sportart

Die Star-Wars-inspirierte Kampfakademie LudoSport hat im Oktober das erste Trainingsareal in den USA eröffnet. Dort werden ab sofort Lichtschwert-Kämpfe in sieben verschiedenen Stilen unterrichtet, mit der Möglichkeit, sich gegenseitig herauszufordern. Warum das zehn Jahre aktive Unternehmen bis dato noch keine Filiale in Deutschland eröffnet hat, ist mir allerdings ein Rätsel.

LudoSport hat den Sprung über den großen Teich geschafft: Die auf Lichtschwertkämpfe spezialisierte Akademie, die 2006 in Mailand gegründet wurde, hat am 15. Oktober den Betrieb des ersten Trainingsraum in San Francisco eröffnet. Dem vorausgegangen war eine erfolgreiche IndieGoGo-Kampagne, die zur Finanzierung der Expansion diente. Weitere Städte sollen nach Wunsch der Gründer bald folgen.

Als vor zehn Jahren LudoSport von ein paar Star Wars Enthusiasten gegründet wurde, hätte wohl niemand an einen weltweiten Erfolg des Lichtschwertfechtens geglaubt. Aus den bisher nur als Showkampf zelebrierten Duellen wurde eine kompetitive Sportart wie das olympische Fechten – nur dank Lichtschwertern viel cooler. In regelmäßigen Turnieren können die LudoSport-Schützlinge jederzeit ihr Können unter Beweis stellen. Die unterrichteten Techniken basieren dabei nicht nur auf der Star Wars Saga, sondern haben auch Einflüsse aus verschiedenen anderen Martial-Arts-Stilen wie Aikido, Judo, Ju-Jitsu, Kempo Karate, Savate und HEMA (“Historical European Martial Arts”).

Diese Kombination verschiedener Stile haben die Trainer in eine Sportart überführt. Statt eine simple Aufteilung der Kampftechniken in Jedi- oder Sith- zu machen, kennt der LudoSport-Kanon genau sieben Stile, die auf der offiziellen Webseite granular nach ihren Vor- und Nachteilen aufgelistet werden. Diese Stile können auch kombiniert werden; entsprechendes Können des Ausführenden ist dabei natürlich nötig, denn neben simplen Angriffs- und Abwehrmanövern sind auch fast akrobatisch anmutende Techniken Teil des LudoSport-Lehrprogramms. Dafür sind jedoch mehrere Jahre Übung notwendig und wie bei jeder Sportart zahlt sich intensives Training am Ende aus.

Auf den Videos des Unternehmens sieht das schon eine Ecke interessanter als das, was uns derzeit bei den olympischen Spielen als Fechten unterbreitet wird. LudoSport ist zwar schon in vielen Ländern aktiv, leider ist gerade Deutschland noch ein weißer Fleck auf der Karte der Akademie. Dabei scheint der Sprung von Mailand nach San Francisco viel größer als einmal kurz über die Alpen. Als Trost gibt es natürlich auch hierzulande Gruppen, die Laserschwert-Techniken schulen, diese beschränken sich jedoch auf die bereits erwähnten Showkämpfe ohne Turnierambitionen.

In Deutschland aktiv ist beispielsweise Saberproject, die auf Ihrem Youtube-Channel Tricks am Lichtschwert zeigen und auf Conventions und Messen wie der GamesCom Ihr Können präsentieren. Ich persönlich durfte beim Sci-Fi Treffen in Speyer diese Gruppe schon live in Aktion erleben und bin sehr begeistert gewesen.

[via io9, LudoSport]