Review: Kubo – Der tapfere Samurai (3D)

Nach Coraline, ParaNorman und Die Boxtrolls ist wohl jedem klar, dass das Animationsstudio LAIKA Filme macht, die ein bisschen anders sind. Auf den ersten Blick Kinderfilme, sind sie es nicht wirklich. Dazu kommt ein ganz eigener Look und Protagonisten, die nicht gerade gesellschaftlich bevorzugten Normen entsprechen. Die ersten Bilder und Trailer zu LAIKAs neuestem Film versprachen gewohnt ungewöhnliches Design und Protagonisten, allerdings auf einem ganz neuen Qualitätslevel. Waren die bisherigen Produktionen nicht massenkompatibel, kam der Eindruck auf, dass Kubo – Der tapfere Samurai ein Film sein würde, den man gesehen haben muss. Also, muss man ab 27. Oktober ins Kino?

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Japan vor unserer Zeit: Kubo, ein Geschichtenerzähler, der als Baby ein Auge und seinen Vater verlor, lebt in einer Stadt am Meer und kümmert sich um seine Mutter. Es ist ein bescheidenes, ruhiges Dasein, das ein jähes Ende findet, als Kubo ausnahmsweise nach Anbruch der Dämmerung nicht zuhause ist. Denn im Licht des Mondscheins finden ihn seine beiden Tanten, die es auf sein Auge abgesehen haben. Kubo bleibt nichts anderes übrig als zu flüchten und nach der Samurai-Rüstung seines Vaters zu suchen. Aber er ist nicht allein, mit ins Abenteuer stürzen sich Monkey und Beetle.

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Es gibt Filme, die visuell so schön sind, dass man sprachlos im Kino sitzt. Gut, den Mund halten sollte man sowieso, aber hier ist eher die Sprachlosigkeit gemeint, die einen angesichts überwältigend schöner Bilder überkommt. Was nicht heißt, dass man 101 Minuten in Ehrfurcht erstarrt. Denn Kubo – Der tapfere Samurai bringt mehr mit als nur tolle Bilder. Die Geschichte mag manchem etwas einfach erzählt erscheinen, aber gerade dadurch erhält sie einen authentischen Charakter. Kubo ist ein Geschichtenerzähler aus einer längst vergangenen Zeit und wie Sagen, die auf mündlicher Überlieferung basieren, ist auch seine Geschichte nicht vollgestopft mit Twists. Das aber liefert eine solide Basis für die spektakuläre Umsetzung, die sowohl einfühlsam, spannend und humorvoll ist.

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Die Animation ist eine wahre Freude – allein schon Monkey besitzt mehr Ausdruckskraft als so mancher Hollywood A-Lister. Dazu kommt, dass gerade die Origami-Elemente in 3D toll aussehen. Natürlich ist das Design der Figuren Geschmacksache – ähnlich wie mit Figuren aus Tim Burton Filmen – aber man muss schon sehr dem Mainstream verhaftet sein, wenn man sich ihrem ganz eigenen Charme entziehen kann. Für ganz kleine Kinder können allerdings Figuren wie Kubos Tanten etwas zu gruselig sein, andererseits sind sie sicherlich auch nicht das Zielpublikum. Die volle Punktzahl verdient Kubo auf jeden Fall für sein Art Design, das stimmungsvoll und mit ausgesucht schöner Farbigkeit ein mythisches Japan in Szene setzt.

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Gibt es überhaupt etwas an Kubo – Der tapfere Samurai auszusetzen? Nun, mal abgesehen davon, dass die Figuren für einige zu schräg sein können, wird es sicherlich manche geben, die finden, dass der finale Bosskampf zu einfach ausgefallen ist. Allerdings muss man hier auf die anfangs erwähnte narrative Form hinweisen, innerhalb derer die Darstellung des Kampfes einfach konsequent und schlüssig ist. Eigentlich gibt es nur eine einzige Sache an diesem Film, die wirklich mies ist: Kubos Synchronstimme. Das mag jetzt kleinlich erscheinen, aber bei einem Film, in dem so viel Liebe und Aufmerksamkeit in den Details steckt, kann es enorm nerven, wenn die Aussprache des Protagonisten zwar geschult klingt, er aber nicht in der Lage ist, das Wort “nicht” inklusive des t auszusprechen.

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Fazit

Kubo – Der tapfere Samurai ist LAIKAs Meisterwerk und einer der schönsten Filme des Jahres. Die Geschichte ist einfach, aber sie wird in wunderschönen Bildern umgesetzt. Dazu kommen gelungenes 3D, Liebe zum Detail, Humor, Spannung und die Animation ist vom Allerfeinsten.

 

9.5
Besonders

Pros

  • Visuell atemberaubend
  • Tolle Ideen & 3D
  • Animation top
  • Perfekte Umsetzung

Kontras

  • Kubos Synchronstimme
  • Story für manche zu einfach

Unser Fazit


Handlung
9
Präsentation
10