Review: Swiss Army Man

Am 13. Oktober 2016 startet der Indie-Streifen Swiss Army Man in den deutschen Kinos und verspricht ein unvergleichbares Filmerlebnis mit Paul Dano („Looper“, Prisoners“) und Daniel Radcliffe („Harry Potter“, „Now You See Me 2“) in den Hauptrollen. Der Buddyfilm mit der extra Portion Skurril hat eine einzigartig-absurde Prämisse, die entweder komplett aufgehen oder furchtbar schiefgehen könnte. Wir haben den Film bereits sehen können und für euch herausgefunden, ob sich das furzgeladene Abenteuer lohnt.

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Frischer Wind im Kino

Hank (Paul Dano) ist in einer aussichtslosen Lage. Gestrandet auf einer einsamen Insel will der verzweifelte Introvertierte sich das Leben nehmen, um sein Leid zu beenden. Doch kurz vor dem Ende sieht er eine Person, angespült von den Wellen des Meeres. Wie sich herausstellt stimmt jedoch etwas mit dieser Person nicht. Weder lebendig noch tot sieht Hank in dem furzenden Körper seine Rettung. Die magische Leiche ist sein Ticket zurück in die Zivilisation und gibt ihm neue Hoffnung. Egal ob als furzbetriebener Jet-Ski oder spuckener Trinkwasserspender – seine neue Begleitung hilft Hank immer weiter. Als die Person dann auch noch zu plötzlich sprechen beginnt, tauft Hank ihn „Manny“, ahnungslos das dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ist.

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Ich muss gestehen, Swiss Army Man zu besprechen ist nicht ganz leicht. Der Film bewegt sich teilweise in solchen Extremen, dass man eine Empfehlung schwer verallgemeinern kann. Was man definitiv festhalten kann, ist die Tatsache, dass ihr so einen Film garantiert noch nicht im Kino gesehen habt. Damit wären wir auch direkt schon bei einem ganz großen Pluspunkt des Films: er bringt frischen Wind ins Kino. Gerade in den Tagen wo das Mainstream-Kino immer mehr nach bestimmten Schemas produziert wird, ist es toll, dass es auch noch Filme wie Swiss Army Man gibt, die sämtliche Konventionen aus dem Fenster werfen. Das der Film frischen Wind in die Kinolandschaft trifft auf mehreren Ebenen zu, denn mit all seinen „After Effects“, ist der Streifen alles andere als typisch niveaugetränktes Indie-Material. Die Gesamtsituation in Swiss Army Man ist jedoch so surreal und absurd, dass man sich auf die besonderen Umstände schnell einlässt und köstlich amüsiert – sofern der eigene Humor passt.

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Nicht jeder kann darüber lachen wenn Daniel Radcliffe eine Gehhilfe in den Hals gehämmert bekommt, nur um sie kurz darauf als Enterhaken in die Höhe zu katapultieren und Hank aus der Patsche zu helfen. Ich schon. Wir haben auch fast Tränen geweint als Radcliffe als furzender Jet-Ski über das Meer braust und sein halbtotes Mundwerk als Maschinengewehr missbraucht wird, um Tiere zu erlegen. Paul Dano und Daniel Radcliffe gehen in ihren Rollen voll auf und leisten erstklassige Darbietungen – insbesondere Radcliffe, dessen sprechende Leiche jede Erinnerung an Harry Potter tilgt. Hinzu kommt die tolle Dynamik zwischen den Beiden, die für zahlreiche geniale Momente und Dialoge sorgt. Allgemein ist der Streifen viel philosphischer als man auf den ersten Blick vermutet. Zwischen all die absurden Momenten finden sich die Beiden immer wieder auf der Suche nach dem eigenen Glück. Insbesondere Radcliffes „Manny“, der sich nicht an sein Leben erinnern kann, träumt von einem Leben in der Zivilisation und seiner vermeintlich verlorenen Liebe. Auch wenn diese Sequenzen nicht immer so gut funktionieren und sich teilweise etwas ziehen, schafft der Film es dennoch ein Gefühl der Lebensfreude an den Zuschauer zu vermitteln. Am Ende verlässt man den Kinosaal mit einem Lächeln.

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Fazit

Swiss Army Man ist ein Film wie ihr in noch nie gesehen habt. Der neuste Streifen mit Ex-Potter Daniel Radcliffe bewegt sich irgendwo zwischen humorvoll, unterhaltsam, bekloppt und gefühlvoll. Manchmal schießt der Film dabei am Ziel vorbei, doch das Gesamtergebnis ist zweifelsfrei unterhaltsam – sofern man sich auf die bizarre Natur der Geschichte und den teils sehr furz-geladenen Humor einlassen kann. Nehmt ein paar Freunde mit ins Kino und macht euch bereit für den wohl schrägsten und kreativsten Buddy-Film der letzten Jahre.

7.5
Frischer Wind

Pros

  • Frisch und kreativ
  • Tolle Darsteller
  • Unterhaltsam

Kontras

  • Zu viele Furzwitze
  • Langatmige Szenen

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
8