Review: Jason Bourne

Als wäre nie was gewesen, schon gar nicht Das Bourne Vermächtnis (2012) mit Jeremy Renner, kommt fast zehn Jahre nach dem Ende der Bourne-Trilogie Matt Damon als Jason Bourne am 11. August wieder in die Kinos. Dass übrigens zusammen mit Regisseur Paul Greengrass (Die Bourne Verschwörung, Das Bourne Ultimatum). Eine gute Idee?

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Jason Bourne (Matt Damon) ist seit Jahren von der Bildfläche verschwunden. Aber als seine alte Verbündete Nicky Parsons (Julia Stiles) ihn im Nirgendwo an der griechisch-albanischen Grenze bei illegalen Faustkämpfen aufspürt, gerät er wieder in das Visier der CIA. Nicky, die als Whistleblower geheime Programme der CIA veröffentlichen will, ist auf Informationen zu Bournes Vergangenheit gestoßen. CIA Direktor Dewey (Tommy Lee Jones) setzt einen Spezialagenten (Vincent Cassel) auf Nicky an, aber was Bourne angeht ist man sich beim CIA nicht sicher, ob man ihn zurück ins Programm holen oder doch lieber liquidieren soll. Die ehrgeizige Cyber-Spezialistin Heather Lee (Alicia Vikander) ist davon überzeugt, dass Bourne wieder bereit ist, für sie zu arbeiten. Aber kann Bourne ihr trauen?

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Die Welt hat sich seit seinem letzten Abenteuer 2007 verändert und zwar auf eine Weise, die Bourne nicht ignorieren kann, als er aus dem Untergrund wieder auftaucht. Er findet sich nicht nur im Visier von zahllosen Überwachungskameras wieder, sondern es geht auch um das Sammeln von Daten und Whistleblowing. Die Drehbuchautoren Greengrass und Christopher Rouse haben sich also viel Mühe gegeben, Bourne in das Hier und Jetzt zu bringen. Umso bedauerlicher ist es, das die Dialoge eher uninspiriert daherkommen und oft wie reines Stichworte einwerfen klingen. Zum Glück mussten sich Matt Damon und Vincent Cassel recht wenig Text merken und können so unbeschwert aufspielen. Ja, Jason Bourne hat spektakuläre Verfolgungsjagden, aber man kann es nicht deutlich genug sagen: ohne Matt Damon wäre das ein Film, den man erst gar nicht hätte drehen brauchen. Neben Damon ist das zweite wortkarge Highlight an dem Film Cassel, denn endlich gibt es mal wieder einen guten Antagonisten.

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Natürlich bietet der neue Bourne auch wieder spektakuläre Verfolgungszenen an Schauplätzen wie der Athener Innenstadt oder Las Vegas. Hier bekommt man was fürs Geld. Sind sie übertrieben? Selbstverständlich. Sind sie zu lang? Ein bisschen. Wird man gut unterhalten? Definitiv. Greengrass weiß einfach, wie man spektakuläre Action-Sequenzen drehen muss. Wer mit schnellen Schnitten und Wackelkamera allerdings so seine Probleme in der Vergangenheit hatte, der wird hier vermutlich an seine Grenzen kommen. Das liegt aber vor allem daran, dass Greengrass permanent künstliche Hektik in völlig unnötigen Momenten erzeugt. Es ist fast so, als ob er dem Zuschauer nicht zutraut zu verstehen, dass es auch außerhalb von Verfolgungsjagden um die Wurst geht. Ungewollter Nebeneffekt: es kann durchaus ermüden.

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Wer noch keinen Bourne Film gesehen hat, kann bei Jason Bourne ohne Probleme einsteigen. Greengrass nimmt darauf Rücksicht, dass manche entweder eine Einführung oder eine kleine Auffrischung der Erinnerung benötigen. Für Fans ist es außerdem schön, dass mit Julia Stiles ein weiterer Bezugspunkt zur Originalserie dabei ist. Neuzugang Alicia Vikander bleibt leider unter ihren Möglichkeiten. Es ist schwer zu sagen, ob sie einfach zu subtil agiert oder ob es ein Fall von ein-Gesichtsausdruck-der-zu-allem-passt ist. Zumindest für Freunde von Agenten-Thrillern birgt ihre Figur null Überraschungen, aber andere werden sie vielleicht interessanter finden. Eine wirkliche Überraschung ist leider, dass dieser Film keine interessante Weiterentwicklung bietet. Dass man mit dem Gefühl, dass die Geschichte einen relevanten Schritt nach vorne gemacht hat, aus dem Kino kommt, ist eher unwahrscheinlich.

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Fazit

Bourne is back! Spektakuläre Verfolgungsjagden, (zu viel) Wackelkamera, schnelle Schnitte – es ist alles dabei, was zu Bourne gehört und trotzdem wäre das alles nichts ohne Matt Damon, der hier frei nach dem Highlander beweist, dass es nur einen Bourne geben kann. Dazu gibt es mit Vincent Cassel einen der wenigen guten Antagonisten des bisherigen Jahres. Zusammen toppen sie die schwachen Dialoge und eine Geschichte, die zwar aktuell ist, aber die Serie nur bedingt bereichert.

7
Bourne is back

Pros

  • Matt Damon
  • Verfolgungsjagden in Vegas & Athen
  • Vincent Cassel
  • Einsteigerfreundlich

Kontras

  • Dialoge
  • Zu viel Gewackel
  • Musik
  • Bringt die Reihe nicht vorwärts

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8