Review: Ghostbusters

Who you gonna call? Auf diese Frage kann es eigentlich nur eine Antwort geben: Ghostbusters! Nach den absolut überwältigend negativen Reaktionen auf Casting und Trailer, will es jetzt wieder keiner gewesen sein, aber irgendwer hat gerufen, denn am 4. August kommen die Ghostbusters wieder ins Kino. Ob es sich lohnt, sich weiterhin aufzuregen und warum so mancher in Zukunft auch mit Kevin! antworten könnte – unser Review gibt Antworten.

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Wer glaubt schon an Geister? Dass sie das einmal getan hat, ist Physikerin Erin (Kristen Wiig) peinlich und sie schweigt sich gern darüber aus, besonders als es um eine seriöse Stelle an der Uni geht. Ausgerechnet jetzt stellt ihre ehemalige beste Freundin und Expertin für das Paranormale Abby (Melissa McCarthy) das gemeinsame Buch über Geister online zum Verkauf. Als wäre das nicht schlimm genug, kommt es auch noch zu Geisteraktivitäten in der Stadt. Der Bürgermeister würde das gerne unter den Teppich kehren, aber bei diesen Geistern hilft kein PR-Besen, hier sind echte Geisterjäger gefragt und bevor sie sich versieht ist Erin mittendrin – zusammen mit Abby, der verrückten, aber brillanten Ingenieurin Holtzmann (Kate McKinnon), Patty (Leslie Jones), die New York wie ihre Westentasche kennt, und dem strunzdummen Sekretär Kevin (Chris Hemsworth).

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Ghostbusters ist seit 30 Jahren Kult, da kann man einfach nicht erwarten, dass die Fanbase bei Ankündigung von drastischen Änderungen in Jubelstürme ausbricht. Der Hass, der allerdings der weiblichen Ghostbusters Besetzung entgegenschlug, erinnerte an mittelalterlichen Pöbel, der seinen Unmut mit Mistgabeln und Fackeln zum Ausdruck brachte. Anstatt dies gepflegt zu ignorieren, abzuwarten und den Film für sich sprechen zu lassen, nutzen die Filmemacher und Schauspieler die Vorlage, um schon vorab jegliche Kritik als Sexismus zu entwerten. Blöd nur, dass es den Film weder schlechter noch besser macht, dass die Geisterjäger jetzt weiblich sind, dafür Regisseur Paul Feig und seine Co-Drehbuchautorin Katie Dippold aber genügend Material für unsexistische Kritik liefern.

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Es wäre so viel einfacher den Daumen hoch zu heben, hätte Paul Feig nicht angekündigt einen eigenständigen Film zu drehen. Ghostbusters ist aber eher wie eine Vergnügungspark Attraktion bei der man ein Best Of abfährt, das gilt für die Geister, Gadgets und Cameos. Es macht Spaß, originell geht aber anders. Was im übrigen auch für den Furz-Gag am Anfang gilt – den hätte sich Feig besser mal .. verkniffen. Ob er dazu dienen sollte die Erwartungshaltung zu senken (gelungen) oder ob Feig einfach nicht anders kann sei dahingestellt. Man hätte einiges besser machen können, angefangen beim ziemlich schwachen Drehbuch. Der platte Humor, die überzeichneten Figuren, der schwache Bösewicht und die vorhersehbare Handlung schreien geradezu nach einem Rotstift. Dazu schwankt der Look des Films zwischen Hommage und niedrigem Budget. Mit Feig (Brautalarm) hat man auch nicht gerade den besten Regisseur für das Material erwischt, trotz seines Rufs ein Regisseur für starke Komödiantinnen zu sein.

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Die weiblichen Ghostbusters machen Spaß, allen voran Melissa McCarthy, die hier angenehm überrascht. Lediglich Kate McKinnon nervt, denn Holtzmann ist einfach nur verrückt angelegt ohne einen Hauch von etwas anderem. Hier muss man aber die Schuld wieder Feig geben, der ihr weder im Drehbuch noch in der Darstellung die Möglichkeit gibt, etwas anderes als überzogen verrückt zu sein. Das Highlight des Films sind aber weder die Ghostbusters noch die Cameos der original Schauspieler, sondern Chris Hemsworth als Kevin. Auch Kevin ist in seiner bodenlosen Dummheit überzeichnet, aber was Hemsworth daraus macht ist einfach der Brüller. Jede seiner Szenen ist ein Highlight und er spielt alles und jeden an die Wand. Bevor jetzt wieder jemand Sexismus schreit: ja, Hemsworth sieht unverschämt gut aus, aber vor allem ist er wirklich witzig. Sein komödiantisches Timing ist makellos und weil der Rest des Films das eben nicht ist, fällt es umso mehr auf.

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Mitglieder des Ghostbusters Fan Club hatten viel Spaß beim Film ©BluGadgets

Fazit

Ghostbusters ist 117 Minuten nichts eigenes, sondern eine bunte Hommage an das Original. Die Besetzung ist das Beste am Film, allen voran Chris Hemsworth, der als dummer, aber heißer Sekretär komplett die Show stiehlt. Für Fans gibt es Cameos, Geister und viele Wiedererkennungswerte, für Neulinge eine unterhaltsame, wenn auch schwache, Komödie. FSK ab 12

6
Kevin!

Pros

  • Hemsworth als Kevin
  • Cameos
  • Die weiblichen Ghostbusters
  • Die Geister

Kontras

  • Nichts eigenes
  • Überzogene Figuren
  • Schwacher Bösewicht
  • Platter Humor

Unser Fazit


Handlung
5
Präsentation
7