BD Review: Independence Day Jubiläums-Edition

Nach dem gestrigen Independence Day ist vor Independence Day 2, der am 14. Juli in die Kinos kommt. Was tun bis dahin? EM ist ja auch nicht mehr jeden Abend. Nun, wie wäre es mit … Independence Day? Aber nicht die Videokassette aus der Kiste mit den anderen Relikten einer vergangenen Zeit rauskramen, denn Twentieth Century Fox hat dem Film eine Schönheitsbehandlung spendiert und eine Jubiläums-Edition, basierend auf einem neuen 4K Master, herausgebracht.

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Film

Am 2. Juli, zwei Tage vor dem Independence Day in den USA, tauchen sie auf: Aliens auf dem Weg zur Erde. Gewaltige Raumschiffe positionieren sich über den wichtigsten Zentren der Welt und während der amerikanische Präsident Thomas J. Whitmore (Bill Pullman), sein Beratungsstab und die Bevölkerung sich noch fragen, ob die Außerirdischen in Frieden gekommen sind, entschlüsselt David Levinson (Jeff Goldblum), der bei einem Fernsehsender arbeitet, die Signale der Außerirdischen. Er schafft es gerade noch rechtzeitig, den Präsidenten zu warnen, bevor die Aliens angreifen. Als der Independence Day dämmert, liegt das Schicksal der Menschheit in den Händen der wenigen Überlebenden, die sich für den alles entscheidenden Kampf gegen die Invasoren bereit machen.

Vor zwanzig Jahren zeigte Roland Emmerich der Welt, wo in Sachen Blockbuster-Kino der Hammer hängt und brachte einen Mix aus 50er Jahre Alien-Invasion und 70er Jahre Katastrophenfilm in die Kinos. In einem von patriotischen Reden und Gesten gespicktem Film, jagte er das Weiße Haus in die Luft. Er servierte Helden, Explosionen, Aliens, Spannung und flotte Sprüche und das Publikum liebte es. Der Film war gemacht fürs Kino und Auge, aber nicht unbedingt fürs Gehirn. Legendär die Palme, die das Feuer der Aliens überstand – im Gegensatz zum Rest von Los Angeles! Emmerich und sein Team packten an Special Effects rein, was nur ging. Dazu hatte er mit Jeff Goldblum, Will Smith, Brent Spiner, Bill Pullmann, Randy Quaid, Judd Hirsch und Mary McDonnell eine ideale Besetzung gefunden. Das Ergebnis war reinste Popcorn-Unterhaltung, die auch heute noch Spaß macht. Der Pathos ist zwar unsäglich, aber das gleicht der inzwischen nostalgische Charme einigermaßen aus.

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Bild & Ton

Wer Independence Day noch auf VHS gesehen hat, den wird die Bild- und Tonqualität der Jubiläums-Edition Blu-ray in Verzückung versetzen. Selbst zur bisher erhältlichen DVD ist die Verbesserung deutlich erkennbar. Das Bild ist scharf mit natürlichen und strahlenden Farben. Der Schwarzwert ist verbessert, die Kontraste ebenso und wenn man ganz genau hinsieht, dann kann man im Vergleich zu den alten Versionen viel mehr Details erkennen – nicht unbedingt wichtige, aber es macht den Gesamteindruck doch viel besser. Mit der verbesserten Bildqualität fällt es allerdings bei den Special Effects, besonders mit CGI, schon mal auf, dass der Film halt vor 20 Jahren gedreht wurde. Erwähnen sollte man auch, dass kleine Fehler aus der Originalversion nicht bereinigt wurden. Das Bildformat liegt in 16:9 (2.39:1 Letterbox) vor.

Die Tonspur der Blu-ray liegt in Deutsch 5.1 DTS und Englisch 5.1 DTS-HD Master Audio, sowie in Französisch 5.1 DTS u.a. vor. Auch der Ton hat den Transfer und die Bearbeitung verbessert überstanden. Der Ton ist klar und gut ausbalanciert, die Explosionen machen was her, die Räumlichkeit kommt rüber und vor allem: man muss nicht permanent zur Fernbedienung greifen, um die Musik leiser oder die Reden lauter zu stellen (oder umgekehrt, je nach Geschmack). Nicht ganz so toll ist der Ton allerdings in den neuen Szenen der Extended Version, was einen ungeschmeidigen Eindruck hinterlässt. Trotzdem ist es angesichts der kaum zehn Minuten wirklich verkraftbar.

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Extras

Die Blu-ray kommt mit zwei Discs, zwei Filmversionen und vielen Extras. Man kann zwischen der Kinofassung (ca. 145 Minuten) und dem Extended Cut (ca. 154 Minuten) wählen. Letzterer ist nicht die Offenbarung, aber man kann ihn mal mitnehmen. Tontechnisch sind die zusätzlichen Szenen auch nicht ganz optimal eingebunden. Als Audiokommentare hat man wieder die von Emmerich und Produzent Dean Devlin sowie VFX-Supervisor Volker Engel und Doug Smith mit auf die Blu-ray gepackt. Ebenso wie die Extras der bisherigen Veröffentlichungen, u.a. Monitor Earth Broadcasts, eine Kollektion von Nachrichtensendungen, die für den Film gedreht wurden; ein von Jeff Goldblum moderiertes und unterhaltsames Making-Of; und das ziemlich interessante Creating Reality, in dem es um die visuellen Effekte geht. Neu ist die Doku (in HD) Independence Day: A Legacy Surging Forward in der die Schauspielern auf den Film zurückblicken.

Fazit

Selten erstrahlte antikes Popcorn-Kino schöner. An den inneren Werten hat auch die Jubiläums-Edition nichts verändert, aber wer unsäglichen Pathos zugunsten spektakulärem Ka-Boom ertragen und sich an sinnfreien Momenten erfreuen kann, anstatt einen intellektuellen Zusammenbruch zu erleiden, für den lohnt sich die Anschaffung der Jubiläums-Edition definitiv. Auch wer Independence Day begeistert im Kino sah und dann auf VHS und im TV seinen Film nicht mehr wiedererkannte, wird hier endlich fündig.


Independence Day - Extended Cut [Blu-ray] Studio: 20th Century Fox Erscheinungsdatum: 15. June 2016 Laufzeit: 145 Minuten EUR 8,99 bei Amazon.de (Partnerlink)


8.3
Blockbuster

Pros

  • Popcorn-Klassiker
  • Bild-&Tonqualität
  • Unterhaltsame Action

Kontras

  • Dieser Pathos
  • Dieser Patriotismus

Unser Fazit


Film
8
Technik
9
Extras
8