Review: Bastille Day

Warum Bastille Day am 23. Juni und nicht am 14. Juli, dem Französischen Nationalfeiertag, der an die Erstürmung der Bastille 1789 erinnert, anläuft, ist eine gute Frage. Vielleicht, weil es hier eh keinen interessiert? Oder schlimmer: ist er etwa dessen nicht würdig?

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Michael Mason (Richard Madden) ist ein Amerikaner in Paris, aber anders als Gene Kelly im gleichnamigen Musical von 1951, ist er lediglich ein Dieb. Als er die Tasche der verzweifelten Zoe (Charlotte Le Bon) klaut, watscht ihn das Karma ordentlich ab: in der Tasche ist eine Bombe. Als diese hochgeht, findet sich Mason plötzlich im Visier der Geheimdienste, der Terroristen und  des CIA-Agenten Sean Briar (Idris Elba) wieder. Als er letzterem in die Finger gerät, scheint er nur vom Regen in die Traufe zu kommen, denn Briar will mit seiner Hilfe Jagd auf die Hintermänner des Anschlages machen. Dazu kommt, dass das ungleiche Duo nur 24 Stunden Zeit hat, um den nächsten Anschlag zu verhindern.

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Nun, diesem Film wird sicherlich niemand zu Ehren einen Nationalfeiertag ausrufen. Drehbuchautor Andrew Baldwins Vision war eine Art Bourne mit starken Figuren und Regisseur James Watkins fühlte sich inspiriert von Hitchcock. Das Ergebnis ist keins von beiden. Bastille Day ist rasante, relativ harte (FSK: ab 16 Jahren) Action mit einem unterhaltsamen Duo und völlig hirnbefreiter Handlung. Eine Verfolgungsjagd über die Dächer von Paris ist top, aber Bourne spielt eben in einer anderen Liga. Auch der Wille war da, einen Thriller mit politischem Plot und kritischen Untertönen zu liefern, aber das Drehbuch ist so plump, dass es nicht zwei linken Hände, sondern schon zwei linke Hufe waren, die auf die Tastatur losgelassen wurden. Wer sich hier darüber aufregt, dass man ausgerechnet Paris als Ort für Anschläge ausgesucht hat, den kann man nur dazu beglückwünschen, dass er anscheinend in der Lage war, einen goldenen Mercedes als unauffälliges Vehikel und Sätze wie “Release the hashtag!” (Lass den Hashtag frei!) ernst zu nehmen.

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Das Bastille Day unterhaltsam ist, liegt vor allem an dem ungleichen Duo Elba und Madden. Das ist ein bisschen so wie mit Bud Spencer und Terrence Hill: die Handlung war nie so wichtig, wie das Geplänkel der beiden und die Prügel, die verteilt wurde. Bastille Day ist aber keine Buddy-Comedy in der ein Witz den anderen jagt. Ob sich Elba allerdings einen Gefallen in Sachen Bewerbung für die Rolle des Geheimagenten ihrer Majestät getan hat, ist zweifelhaft. Sein Briar fällt in die Kategorie der Statham-Willis-Grobmotoriker. Aber wie Madden, der zeigt, dass er auch in normalen Klamotten (nach Game of Thrones und Cinderella) eine gute Figur macht, macht Elba das Beste daraus.

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Fazit

Bastille Day ist reine Popcorn-Unterhaltung für den Sommer. Den Rest des Jahres könnte er aber im Fernsehen laufen. Die Kombination Elba und Madden ist unterhaltsam, aber die Handlung ist ein Fall von gut gemeint, aber nicht gekonnt.

5
Popcorn

Pros

  • Verfolgungsjagd auf den Dächern
  • Gutes Duo
  • Kurzweilig

Kontras

  • Teils wie TV Produktion
  • Vorhersehbar
  • Schwachsinnig

Unser Fazit


Handlung
4
Präsentation
6