Review: Miss Hokusai

Es hat wohl jeder schon einmal das Bild Die große Welle vor Kanagawa gesehen. Der Farbholzschnitt, der zwischen 1830 und 1832 entstand, zeigt wie eine riesige Welle Boote vor der Küste Kanagawas bedroht und im Hintergrund ist der Berg Fuji zu erkennen. Es ist das berühmteste Werk des japanischen Künstlers Hokusai. Was aber kaum jemand weiß, ist dass Hokusai eine ebenso talentierte Tochter namens O-Ei hatte, die ihm bei seiner Arbeit half. Keiichi Hara hat mit Miss Hokusai (OT: Sarusuberi) O-Ei einen Film gewidmet, der zwei Mal auf der diesjährigen Nippon Connection in Frankfurt zu sehen sein wird.

© 2014-2015 Hinako Sugiura•MS.HS / Sarusuberi Film Partners All Rights Reserved

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Edo, das heutige Tokio, zur Tokugawa-Zeit: Die Künstlerin O-Ei geht bei ihrem Vater, dem berühmten Maler Hokusai, in die Lehre. Der führt ein eigenbrötlerisches Leben, aber O-Ei nimmt alles in Kauf und opfert ein normales Leben für die Kunst. Im Unterschied zu ihm, kümmert sie sich jedoch auch liebevoll um ihre jüngere blinde Schwester und sie versucht sogar ihren Vater dazu zu bringen, seine Tochter wenigstens zu besuchen.

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Miss Hokusai ist ein wunderschön und kunstvoll animierter Film für Erwachsene. Auch wenn es ein Animationsfilm ist, muss man einfach betonen, dass er sich für kleine Kinder wirklich nicht eignet – die FSK 12 ist kein Tippfehler! Miss Hokusai basiert auf dem Manga Sarusuberi der 2005 verstorbenen, preisgekrönten Manga-Künstlerin Hinako Sugiura. Wie Sugiuras Werk will auch der Film keine akkurate, weil schlecht möglich, Biografie sein. Es geht vielmehr darum, einen Einblick in eine Zeit und Kunst zu geben. Natürlich auch, wie eine Künstlerin dies empfunden und erlebt haben muss. Das gelingt Hara ausgesprochen gut, ohne dabei die Geschichte zu “verkünsteln”. Allerdings hat die Geschichte keinen starken Handlungsbogen, so dass es sich gelegentlich doch etwas ziellos anfühlt. Etwas schräg ist auch die Musikwahl am Anfang und Ende des Films, andererseits gibt es, zusammen mit der letzten Einstellung, dem Ganzen einen interessanten Rahmen.

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Fazit

Miss Hokusai ist ein prachtvoll animierter Film über eine bekannte Kunstform und eine unbekannte Künstlerin. Es ist keine klassische Biografie, sondern vermittelt eher einen Einblick und eine Stimmung. Dabei ist er sehr zugänglich fernab von verkünsteltem Geschwurbel. Allerdings fühlt er sich mitunter etwas ziellos an. Trotzdem ein absolutes Animationshighlight.

Miss Hokusai läuft zwei Mal auf der Nippon Connection: am Freitag, 27. Mai, um 19:30 Uhr im Mousonturm, Frankfurt und am Samstag, 28. Mai, um 14:00 Uhr im Mal Seh’N Kino, Frankfurt. Er wird im Originalton mit englischen Untertiteln gezeigt und hat die FSK 12 erhalten. Mehr Infos zum Film, einen Trailer und Link zum Ticketverkauf gibt es hier.

8
Kunstvoll

Pros

  • Wunderschön animiert
  • Einfühlsam
  • Liefert guten Eindruck

Kontras

  • Bizarre Musikauswahl
  • Bisschen ziellos

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
9