Review: The Birth of Saké

Am 26. Mai wird die preisgekrönte Dokumentation The Birth of Saké auf dem Nippon Connection Film Festival in Frankfurt am Main gezeigt. Der Film von Erik Shirai wurde bereits 2015 auf dem Tribeca Film Festival gefeiert. Frankfurt setzt jetzt einen drauf und zeigt ihn stilvoll ihm Rahmen des Nippon Filmdinner, bei dem natürlich auch japanischer Reiswein kredenzt wird.

Die Yoshida-Sakebrauerei im Norden Japans kann auf eine 144-jährige Geschichte zurückblicken. Hier wird Saké noch traditionell von Hand hergestellt. Es ist eine Arbeitsweise, die von den Brauereimitarbeitern große persönliche Opfer erfordert, und es ist eine Tradition, die im Begriff ist, langsam von der japanischen Landkarte zu verschwinden. Nicht zuletzt, weil es kaum noch junge Männer gibt, die bereit sind ihr Leben der Saké Herstellung zu widmen. Aber auch, weil sich die Klientel verändert.

Tedorigawa Brewery. Photo by Erik Shirai

Tedorigawa Brewery. Photo by Erik Shirai

Eines ist von Anfang an klar: The Birth of Saké ist nicht einfach nur eine Wir-erklären-dann-mal-Saké Doku. So wie die Herstellung des Reisweins viel Zeit, Fingerspitzengefühl und Geduld erfordert, muss man auch als Zuschauer Geduld mitbringen, denn das Tempo der Doku ist extrem entschleunigt. Shirai erzählt in ausgesprochen schönen, poetischen Bildern von der Herstellung des Reisweins und gibt sehr persönliche Einblicke in das Leben der Männer – aber hält sich angenehm respektvoll zurück, als es zu einem tragischen Vorfall kommt. Es ist auch ein interessantes Generationenportrait, das durchaus zum Nachdenken anregt. Unterlegt ist alles von einem minimalistischen, meditativ angehauchten Soundtrack. Letzteres, genau wie das gemächliche Tempo, muss man unbedingt mögen, um die Doku genießen zu können.

Koji. Tedorigawa Brewery. Photo by Erik Shirai

Koji. Tedorigawa Brewery. Photo by Erik Shirai

Fazit

The Birth of Saké ist eine sehr atmosphärische, poetisch angehauchte Dokumentation, die in eleganten Bildern und gemächlichem Tempo die harte Arbeit der Brauereimitarbeiter und den Saké würdigt. Keine Doku zum mal fix Ex und Hopp wegsehen. Sehr empfehlenswert für Freunde von Kultur, Kunst und natürlich Saké.

The Birth of Saké läuft am Donnerstag, 26. Mai, um 19:30 Uhr im Rahmen des Nippon Film Dinner (Dauer ca. 2,5 Stunden) im Theater Die KäsFrankfurt. Er wird im Originalton mit englischen Untertiteln gezeigt. Mehr Infos zum Film, einen Trailer und Link zum Ticketverkauf gibt es hier.

 

7
Kultur

Pros

  • Schöne Bilder
  • Interessant
  • Respektvoll

Kontras

  • Fast zu tiefenentspannt
  • Teils sehr "Kunst"
  • Hintergrundmusik nervt mitunter

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
7