Review: Flying Colors

Am 26. Mai feiert Flying Colors (OT: Biri Gyaru) seine Deutschlandpremiere auf dem Nippon Connection Film Festival in Frankfurt am Main. Der Film um eine Schülerin, deren Allgemeinwissen sich mehr oder weniger auf modische Rocklängen beschränkt, die sich aber an die Aufnahmeprüfung einer Elite Uni wagt,  war 2015 ein großer Publikumshit in Japan.

Sayako (Kasumi Arimura) geht zur High School, interessiert sich aber mehr für Mode und Parties als fürs Lernen. Allgemeinwissen? Fehlanzeige. Als sie mit Zigaretten erwischt wird und sich weigert ihre Mitschülerinnen zu verpetzen, droht sie von der Schule zu fliegen. Ihre Mutter (Yo Yoshida) kann das gerade noch verhindern, in dem sie verspricht, dass Sayako in Zukunft eine gute Schülerin sein wird, und meldet sie in einer Nachhilfeschule an. Dort trifft Sayako in Nachhilfelehrer Tsubota (Atsushi Ito) ihren Meister. Tsubota erkennt ihr Potential und fängt an, sie auf die härteste Aufnahmeprüfung vorzubereiten: die zur Zulassung der Elite Universität Keio. Eine vermeintlich absurde Idee, denn Sayako kann nicht einmal Keio richtig schreiben!

© 2015 "Flying Colors" Film Partners

© 2015 “Flying Colors” Film Partners

Dramedy ist vielleicht kein schönes Wort, aber es ist praktisch, um Filme wie diesen zu beschreiben. Hier darf viel geschmunzelt und laut gelacht werden, aber es gibt auch nachdenkliche Momente. Flying Colors, der auf dem Bestseller von Nobutaka Tsubota basiert, setzt sich zwar mit dem knallharten japanischen Schulsystem auseinander, aber die Geschichte funktioniert auch auf einer universelleren Ebene. Es geht zum einen um den Glauben an sich selbst und darum, an jemand anderen zu glauben. Zum anderen geht es um Träume, die eigenen, die der anderen und das man manchmal daran festhalten – aber auch davon loslassen muss. Es gelingt Regisseur Nobuhiro Doi diese Aspekte ohne allzu übertrieben rührselige Sentimentalitäten, wie man sie aus so manch amerikanischer Produktion kennt, feinfühlig herauszuarbeiten.

Er ist zwar mit 117 Minuten etwas zu lang, aber man fiebert und leidet doch gespannt den ganzen Film über mit Sayako und Tsubota mit. Sogar die Nebenfiguren sind interessant – wenn auch einige etwas zu kurz kommen. Wer nah am Wasser gebaut hat, sollte zudem für so manche Szene vorsichtshalber ein Taschentuch einpacken, denn der Film ist nicht nur humorvoll, sondern auch sehr berührend. Das liegt vor allem an den großartigen Schauspielern, die aus dem Mainstream Film etwas wirklich besonderes und unterhaltsames machen.

Fazit

Mit viel Humor, Feingefühl und berührenden Momenten erzählt Flying Colors die Geschichte einer Schülerin, die über sich hinauswächst. Es ist ein Film, der sich zwar mit dem japanischen Schulsystem auseinandersetzt, aber eine universelle Note hat. Nicht zuletzt dank der tollen Schauspieler macht der Film großen Spaß und entlässt einen mit einem guten Gefühl aus dem Kino. Sehenswert!

Flying Colors läuft am Donnerstag, 26. Mai, um 14:15 Uhr im Mousonturm, Frankfurt. Er wird im Originalton mit englischen Untertiteln gezeigt und hat die FSK 12 erhalten. Mehr Infos zum Film, einen Trailer und Link zum Ticketverkauf gibt es hier.

8
Feelgood

Pros

  • Tolle Darsteller
  • Humorvoll
  • Sensibel

Kontras

  • Bisschen zu lang
  • Die jüngere Schwester ist nur Staffage

Unser Fazit


Handlung
9
Präsentation
7