Review: The First Avenger: Civil War

Am 28. April kommt mit The First Avenger: Civil War das dritte Abenteuer von Captain America in die Kinos. Genauer gesagt von Captain America und einer Menge anderer Marvel Superhelden wie Iron Man, Black Widow, Vision, War Machine, Scarlet Witch, Falcon, Ant-Man, Hawkeye, Spider-Man … die Liste ist lang. Wirklich lang. Das hatten wir doch alles schon mal, ist Civil War also ein Age of Ultron 2.0? Nein. Aber nein gut oder nein schlecht?

© Marvel 2016

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Es fängt alles mit einem schiefgegangenen Einsatz an, bei dem es wieder zu Kollateralschaden kommt. Plötzlich sehen sich die Avengers mit dem Beschluss der Regierungen der Welt konfrontiert, in Zukunft von einer Regierungsbehörde kontrolliert zu werden, die ihnen auch vorschreiben wird, was sie wann und wie zu tun haben. Während Tony Stark (Robert Downey Jr.), verunsichert durch das Ultron Desaster, bereit ist die Vereinbarung zu unterschreiben, weigert sich Steve Rogers (Chris Evans). Die Situation verschärft sich, als auch noch Bucky (Sebastian Stan) im Winter Soldier Modus auftaucht. Als Rogers, überzeugt davon, dass etwas nicht stimmt, seinen alten Kumpel vor der Festnahme bewahren will, eskaliert die Situation.

© Marvel 2016

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Wenn ein Film eine Laufzeit von 2 Stunden 20 Minuten hat und man die nicht merkt, dann wurde einiges richtig gemacht. Im Fall von The First Avenger: Civil War wurde sogar so viel richtig gemacht, dass man fast nicht weiß, wo man anfangen soll. Da ist zum einen das Drehbuch von Christopher Markus und Stephen McFeely. Sie haben es geschafft eine Balance zwischen flotten Sprüchen, Action-Sequenzen und Charakterentwicklung zu finden. Außerdem sind es zwar selbst für diese Laufzeit sehr viele Figuren, aber hier werden keine Szenen mit Superhelden in rein dekorativer Funktion verschwendet. Das Beste aber ist, wie die Thematik und der Bösewicht angelegt sind. Es ist nämlich alles gar nicht so einfach, denn so wie die Guten in bester Absicht gewaltigen Schaden anrichten, so ist auch die Motivation von Baron Zemo (Daniel Brühl) irgendwie nachvollziehbar. Ein bisschen blass bleibt er zwar, aber das muss er auch, denn der wirklich große Konflikt ist hier der zwischen Iron Man und Captain America. Denn dass sich ausgerechnet der Saubermann unter den Superhelden weigert, irgendwem Rechenschaft zu stehen, macht die Sache auch nicht einfacher. Aber nicht nur die Fragestellung ist komplex, auch die Geschichte ist es. So wird der Film z.B. mit einer Szene eingeleitet, deren volle Bedeutung sich erst gegen Ende enthüllt.

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Das Civil War so unterhaltsam und spannend ist, liegt auch an der Inszenierung der Russo-Brüder Anthony und Joe, die nach dem massiven Erfolg von The Return of the First Avenger (2014) erneut Regie führen. Das Timing stimmt von vorne bis hinten. Weder sind die Action Szenen zu lang noch die emotionalen Momente gehetzt. Weil die Handlung weltumspannend und flott ist, werden sinnvollerweise die Namen der Orte fett eingeblendet. Die Action Sequenzen sind einfallsreich, knackig und machen wirklich Spaß. Egal ob es die Akrobatik von Black Widow oder der Flügeleinsatz des Falcon ist, es wird so ziemlich das Beste aus allem rausgeholt. Dazu wurde der Spezialeffekte Bombast, der doch vielen auf den Zeiger ging, mächtig runtergeschraubt. Stattdessen fliegen diesmal ordentlich die Fäuste – eine überaus unterhaltsame, alles andere als ermüdende und somit willkommene Abwechslung. Die Stunts gehören natürlich der Kategorie “nicht zu Hause nachmachen” an, aber sie sind nicht übertrieben ausgewalzt. Die Qualität zeigt sich auch in kleinen Details wie z.B. die katzenhafte Lautlosigkeit von Black Panther. Wirklich albern hingegen ist der große Auftritt von Caps Bizeps.

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Story, Drehbuch, Regie, fehlen noch die Schauspieler. Das Downey Jr. einfach Tony Stark / Iron Man ist, versteht sich inzwischen von selbst. Das er aber auch mit weniger flotten Sprüchen und größerer seelischer Last vollkommen überzeugt, darf man ruhig erwähnen. Chris Evans hat sich ebenso die Rolle des Captain America zu eigen gemacht. Seine moralische Standfestigkeit wirkt nie nervig eindimensional und es gibt einige starke Momente in denen er dem Zuschauer einen kurzen Einblick in Steve Rogers Seelenleben erlaubt. Sebastian Stan, Don Cheadle, Elizabeth Olsen, Paul Bettany, Scarlett Johansson – alle überzeugen und man hat das Gefühl, dass sich jede Figur in diesem Film ein bisschen weiterentwickelt. Paul Rudd beweist, dass man ihn zu Recht schon in Ant-Man gefeiert hat und spielt hier eine im wahrsten Sinn des Wortes große Rolle. Sehr erfreulich ist Neuzugang Tom Holland als Spider-Man (diesmal ohne Origin Story, hurrah!). Nicht nur, dass die Drehbuchautoren sich bei ihm und Rudd ausgetobt haben, er setzt es auch noch perfekt um. Bei dem anderen Neuzugang Chadwick Boseman muss man ein bisschen differenzieren: als Black Panther ist er sehr cool, als T’Challa ist er ein bisschen unsubtil. Auch William Hurt als General Ross könnte etwas weniger Klischee sein. Ebenfalls neu dabei ist Martin Freeman, der als Everett Ross als einer der wenigen in diesem Film etwas zu kurz kommt.

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Fazit

The First Avenger: Civil War macht alles richtig, was Batman vs Superman falsch gemacht hat. Er ist komplex, aber unterhaltsam, walzt weder emotionale Momente noch die Action aus, und bringt die beachtliche Anzahl an Avengern und Neuzugängen richtig gut zur Geltung. Die Action ist eine Nummer kleiner als in Age of Ultron, aber dafür um Nummern unterhaltsamer. The First Avenger: Civil War macht einfach Spaß und ist einer der bisher besten Marvel Filme.

 

9
Top

Pros

  • Gute Story
  • Unterhaltsame Action
  • Genug Raum für Figuren
  • Die Neuzugänge

Kontras

  • Verwirrend viele Locations
  • T'Challa ist vorhersehbare Figur

Unser Fazit


Handlung
9
Präsentation
9