Review. The Jungle Book

Mit The Jungle Book schwingt sich am 14. April 2016 die Live-Action Verfilmung des Disney Zeichentrickfilms “Das Dschungelbuch” in die deutschen Kinos. Nachdem sich das “House of Mouse” scheinbar das Ziel gesetzt hat, sämtliche Animationsklassiker in die reale Welt zu holen, wurde Regisseur Jon Favreau (“Iron Man”, “Chef”) engagiert um sich dem Dschungel anzunehmen. Wir konnten uns den Film bereits ansehen und dürfen euch nun verraten, ob dieser Versuch gelungen ist.

©2015 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

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So wird’s gemacht!

Für den Menschenjungen Mogli (Neel Sethi) ist der Dschungel sein Zuhause. Nach dem er als Kleinkind von der Wölfin Raksha (Lupita Nyong’o) aufgenommen und ein Teil des Rudels wurde, war sein einziges Problem sich den ungewöhnlichen Umständen anzupassen. Doch eines Tages taucht der furchteinflößende Tiger Shir Khan (Idris Elba) und will Mogli zur Strecke bringen, um den Dschungel vor der Bedrohung durch die Menschen zu schützen. Zusammen mit seinem Mentor, dem Panther Baghira (Ben Kingsley), macht sich Mogli auf um den Dschungel zu verlassen und Zuflucht bei Seinesgleichen zu suchen. Doch der Weg dorthin ist voller Gefahren und so kommt es, dass Mogli auf weitere zwielichtige Gestalten wie die Schlange Kaa (Scarlett Johansson) und den hinterlistigen Affenkönig King Louie (Christopher Walken) trifft. Neue Stärke auf seiner Reise findet er schließlich in dem liebenswerten Bären Balu (Bill Murray) und trifft er eine folgenschwere Entscheidung …

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Mit über 27 Millionen Zuschauern allein in Deutschland ist das Dschungelbuch nicht nur ein absoluter Animationsklassiker, sondern auch ein echter Kassenschlager. Dementsprechend hoch waren auch die Erwartungen an diesen Film, der sich eigentlich nur noch entfernt als Realfilm bezeichnen lässt. Um die geliebte Geschichte des jungen Mogli möglichst authentisch zu erzählen, entschied sich Disney für eine fast komplett digitale Umsetzung des Films. Abgesehen von den menschlichen Darstellern und einigen Set-Elementen ist fast alles in The Jungle Book computergeneriert und bei den beiden VFX-Giganten MPC und Weta Digital entstanden.

Während uns letztere schon vor zwei Jahren mit ihrer atemberaubenden Arbeit an Planet der Affen: Revolution aus dem Sessel gehauen haben, sind die visuellen Effekte in The Jungle Book nicht minder beeindruckend. Das müssen sie auch sein, denn abgesehen von Neel Sethi als Mogli entspringt praktisch jeder Charakter dem Computer. Besonders beeindrucken konnten uns die Umsetzung des Wolfsrudel, King Louie und natürlich der mächtige Shir Khan (Idris Elba). Die Animationen der Tiere sind erstklassig und täuschend echt, wäre da nicht der Umstand, dass die Tiere allesamt sprechen können. Durch die fotorealistischen  Qualität des Films mag dies Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein, doch funktioniert das Ganze im Endeffekt jedoch sehr gut. Habe ich erwähnt, dass digitale Lebewesen auf der Kinoleinwand wohl noch nie so flauschig-echt aussahen? Großartige Arbeit.

©2015 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

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Abseits der Effekte macht Jon Favreau auch fast nichts falsch. Kenner des Originals werden von der Story nur wenig überrascht, da der Film dem Original sehr treu bleibt. Die Umsetzung der Geschichte ist dabei jedoch erfrischend anders und etwas näher an der Realität des Dschungels. Favreau tauscht hier den eher fröhlich-lockeren Ton des Zeichentrick-Films gegen eine spannendere, düstere Erzählweise ein. Das soll jedoch nicht heißen, dass Dschungelbuch-Anhänger hier ein gänzlich anderes Filmerlebnis erwartet, denn für eine gehörige Portion Nostalgie sorgen Auftritte von Fan-Lieblingen wie Balu und King Louie. Diese stimmen auch hier wieder ihre weltbekannten Gute Laune-Lieder an und dürften damit auch diesmal wieder ein Lächeln auf die Gesichter der Kinogänger zaubern.

Etwas enttäuscht waren wir von dem kurzen Auftritt der Schlange Kaa, welche in der englischen Originalfassung von Scarlett Johansson synchronisiert wird und einfach nicht so recht überzeugen kann. Schade. Auch an anderer Stelle fühlt sich der Film gelegentlich etwas kurz an, was aber auch ein Zeichen dafür sein kann, dass ich einfach gerne noch etwas mehr als die 105 Minuten Dschungelabenteuer gesehen hätte. Wer einen Familienausflug plant, sollte sich jedoch im Klaren sein, dass der Film für kleine Kinder aufgrund seiner doch sehr realitätsnahen Repräsentation durchaus beängstigend wirken kann. Gerade Shir Khan ist zumindest im englischen Original schon ein sehr ungemütlicher Zeitgenosse.

©2015 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

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Fazit

Wer hätte es gedacht: Disney und Favreau landen mit The Jungle Book einen Volltreffer. Dank einem soliden Drehbuch, sehr guter Regiearbeit und erstklassiger Computergrafik konnte uns die “Realverfilmung” des Animationsklassikers vollends überzeugen. Die etwas düstere Neuinterpretation hat zwar auch ein paar schwächere Momente, doch das Gesampaket stimmt und macht definitiv Lust auf mehr. Ein großartiger Film für den nächsten Familienausflug ins Kino und bisher zweifellos einer der besten Streifen des Jahres!

9
Sehr Gut

Pros

  • Beste Disney Realverfilmung bisher
  • Sehr beeindruckende Effekte
  • Erfrischend düster

Kontras

  • Johansson als Kaa überzeugt nicht
  • Hätte etwas länger sein dürfen

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
10