Review: The Huntsman & The Ice Queen

Es gibt Fortsetzungen, bei denen man sich schon mal fragen darf, wer die eigentlich haben wollte. The Huntsman & The Ice Queen, der am 7. April in die deutschen Kinos kommt, ist so ein Film. Das Prequel-Sequel (ja, sowas gibts) zu Snow White & The Huntsman lockt aber mit mehr von Chris Hemsworths Huntsman (Hurrah!) und Abwesenheit von Snow Whites Kristen Stewart (Hallelujah!). Dazu kehrt die grandiose Charlize Theron zurück, begleitet von den beachtlichen Neuzugängen Emily Blunt und Jessica Chastain. Also doch ein Film, den wir eigentlich wollen?

Die Geschichte beginnt lange bevor die böse Königin Ravenna (Theron) von Snow White in den Magischen Spiegel verbannt wurde und als der Huntsman (Chris Hemsworth) noch ein Kind war. Nach einem schrecklichen Ereignis wird Ravennas Schwester Freya (Blunt) von Kummer überwältigt zur Ice Queen. Sie zieht sich in den Norden des Landes zurück, wo sie ihre winterliche Festung mit Kindern füllt, die sie zu Huntsmen heranzieht. Darunter befinden sich auch Eric (Hemsworth) und Sara (Chastain), die ausgerechnet das wichtigste Gesetz in Freyas Königreich brechen, als sie sich verlieben. Das kann die Ice Queen natürlich nicht ungestraft lassen. Als Freya einige Jahre später ihre Huntsmen losschickt, den goldenen Spiegel zu finden, da stellt sich Eric gegen sie – und bekommt unerwartete Hilfe.

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Die Geschichte an sich ist für ein Märchen-Abenteuer durchaus okay, gerade wenn man noch jünger ist und sich einfach nur anspruchslose 114 Minuten Fantasy geben will. Auch das mit dem Prequel-Sequel ist im Film gut gelöst, sodass keine geistige Akrobatik zum Verständnis von Nöten ist. Idealerweise sollte man den Geist sowieso ruhen lassen, denn die Stärken dieses Films liegen eindeutig in seinen optischen Reizen: Die Schauspieler sind schön, die Kostüme der mehrfachen Oscar-Gewinnerin Colleen Atwood spektakulär, die Sets vermitteln das Märchen-Fantasy-Feeling und das Eis ist herrlich frostig. Auch so mancher Special Effect ist sehr nett. Aber wehe, man hat Ansprüche … oder den Trailer gesehen.

Huntsman

In Sachen Spoiler kann man die Trailer nur als “Mega Fail” bezeichnen, denn alle überraschenden Wendungen wurden vorab verraten. Also sitzt man völlig unbeeindruckt vom plötzlichen Erscheinen totgeglaubter Figuren da, das Herz schlägt kein bisschen schneller vor Aufregung und man fiebert auch nicht mit – man weiß ja was passiert. Wer die Trailer bis zum Kinobesuch meiden konnte, sollte allerdings auch nicht zu viel erwarten: es ist ein bisschen so ein Fall von hast Du eine Pyramide gesehen, hast Du alle gesehen, nur das man hier Pyramide mit Fantasy ersetzen muss. Es ist aber nicht nur die Vorhersehbarkeit, die einen eiskalt lässt – der Film ist wie eine Fantasy Pick’n’Mix Tüte für die man sich bei einer ganzen Reihe von Filmen bedient hat. Originell sieht anders aus. Immerhin, über eines staunt man wirklich: was sind die Schauspieler und die Kostüme schön!

The Huntsman

Es ist leider unübersehbar, dass das Budget nicht ganz so gewaltig war, wie der Film selbst es gerne sein möchte. So ist von den sieben Publikumslieblingen nur noch ein Zwerg (Nick Frost) übrig. Man hat ihm allerdings drei neue zur Seite gestellt – zwei davon weiblich (vermutlich günstiger). Wer einfachen Humor mag, der wird an dem Zwergengekabbel Spaß haben.

Auch hat das Geld wohl nicht dafür gereicht, dass Hemsworth in der Badeszene mehr als nur den Kopf aus dem Wasser hält – und  man muss leider sagen, dass es den Film enorm aufgewertet hätte. Vielleicht hätte es auch von dem Troll abgelenkt, der – wie ein Kollege es so schön auf den Punkt brachte – wirkte, als sei er mit der ersten Testsoftware von Der Planet der Affen animiert worden.

 

The Huntsman & The Ice Queen kann mit drei tollen Schauspielerinnen aufwarten, die starke Rollen spielen dürfen. Theron ist natürlich wunderbar böse als Ravenna, aber auch Blunt beeindruckt als Freya, unter deren eiskalter Oberfläche immer noch ein Schimmer der ursprünglich guten Seele zu erahnen ist. Chastain hingegen ist immer am besten, wenn sie ordentlich austeilen darf. Die Chemie mit Hemsworth ist leider nicht die prickelndste und es ist einem ziemlich egal, ob Sara ein Happy End bekommt. Vielleicht liegt es daran, dass sie so erwachsen wirkt – Theron und Blunt wirken zeitlos und Hemsworth hat diesen frischen Charme – denn alles an diesem Film verlangt nach einem vergebenden Teenie-Publikum, das sich schwer tun könnte, mit ihr zu fühlen. Hemsworth, der das Beste am ersten Film war, ist wieder sympathisch und heldenhaft. Für die Texte kann er ja nichts.

Huntsman

Fazit

Hirn aus, Augen auf. Es ist das Prequel-Sequel, dass die Welt nicht wirklich verlangt oder gebraucht hat. Theron und Blunt stehlen die Show. Wegen ihnen, den prächtigen Kostümen und Hemsworths Charme kann man sich, so man seine Ansprüche auf Eis legt, den Film ansehen. Muss man aber nicht.

 

5
Schwach

Pros

  • Sehr schöne Schauspieler
  • Kostüme & Make-Up
  • Special Effects (z.B. Eis, Goldvögel)
  • Keine Kristen Stewart

Kontras

  • Special Effects (z.B. Troll)
  • Vorhersehbar
  • Wirkt zusammengeklaut
  • Keine wirkliche Chemie zwischen Chastain und Hemsworth

Unser Fazit


Handlung
4
Präsentation
6